"Omas gegen Rechts" und andere machten mobil gegen AfD-Treffen in Brühl
Demonstration in Brühl"Wir stehen für Demokratie"

Mehr als 60 Demonstranten hatten sich versammelt, um gegen die AfD-Veranstaltung zu demonstrieren.
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Die Sprüche auf den Plakaten der Demonstranten waren ganz bewusst auch ein bisschen provokant: „Noch so klein und schon so Nazi“, war darauf zu lesen. Und: „So, ihr wilden kleinen Racker! Ihr dürft jetzt noch eine halbe Stunde rumhitlern, aber dann geht’s ab ins Bett.“
Hintergrund der Demonstration am Freitagabend gegenüber der Einfahrt zum Clemens August Forum in der Clemens-August-Straße in Brühl war ein Vortragsabend der AfD Ortsgruppe Brühl zum Thema "'Deutschland - Deine Zukunkft", zu der die Jugendorganisation der AfD eingeladen hatte.
Gemeinsam in Sprechchören
Doch diese Zukunft wollen die Demonstranten auf keinen Fall dieser „Generation Deutschland“ überlassen. In der Kundgebung betonte vielmehr Monika Bollin von den Omas gegen Rechts Rhein-Erft: „Wir stehen für die Demokratie, für Freiheit und wir stehen loyal zu unserem Grundgesetz.“
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Um in die Mensa hinter der Clemens August Schule zu gelangen, musste alle Teilnehmer der AfD Veranstaltung an den Demonstranten vorbei. Mehr als 60 Leute – unter anderem die „Omas gegen Rechts“ aus Brühl, Hürth und Erftstadt aber auch Mitglieder der Initiativen „Gemeinsam für Brühl", und „Erftstadt für Demokratie“ waren dabei. In Sprechchören riefen sie laut: „Nazis raus“ und „alle zusammen gegen den Faschismus.“
Kein Einlass trotz Anmeldung
Irritiert war Johanna Strick (28) aus Brühl. Die AfD Veranstaltung wurde als öffentliche Veranstaltung angekündigt. Erforderlich sei lediglich eine Anmeldung mit Namen. „Und das habe ich getan und schon am Mittwoch auch eine Zusage bekommen“, berichtet Strick. Diese habe sie zwar vorgelegt, trotzdem durfte sie nicht an der Veranstaltung teilnehmen. Auch Susanne Bourier von der Initiative „Gemeinsam für Brühl“, erfuhr trotz vorliegender Zusage, eine Abfuhr.
„Das ist ein Unding“, empörte sie sich. Die Veranstaltung finde schließlich in einem städtischen Gebäude statt. „Sie wurde als öffentliche Veranstaltung angekündigt und sollte auch öffentlich sein“, so Bourier. „Das ist das Demokratieverständnis der AfD“, sagte sie. Dazu passte dann auch die menschenverachtende, abwertende Geste von Lucas Hofrath, der als er an den Demonstranten vorbeiging schnell mal auf die Erde spuckte.
Die Polizei war mit vielen Beamten vor Ort. Sie sprach abschließend von einer insgesamt ruhigen Gesamteinsatzlage.

