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Öffentliche AktionenAfD stößt in Königswinter und Hennef auf Gegenwind

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Demo gegen die Afd in Königswinter.

Demo gegen die Afd in Königswinter.

Gegen zwei Aktionen der AfD zeigten Gegendemonstranten Flagge, das  Troisdorfer Aktionsbündnis Demokratie überparteilich (TADü) und die Initiative Siegburg zeigt Haltung.  

Die AfD hatte in Königswinter zu einem Stammtisch „nur für biologische Frauen“ mit Irmhild Boßdorf, Mitglied des Europäischen Parlaments, eingeladen. Das hatte das Troisdorfer Aktionsbündnis Demokratie überparteilich (TADü) auf den Plan gerufen, denn was so harmlos klingen sollte, ist gezielte Ausgrenzung und Stimmungsmache gegen Trans-Personen.

Das TADü hatte am Sonntag eine Versammlung auf dem Königswinterer Marktplatz angemeldet und Christian Oschem von TADü machte deutlich, dass hinter dieser Aktion verschiedene Bündnisse und engagierte Menschen aus dem Rhein-Sieg-Kreis und Bonn stehen, die sich gemeinsam gegen rechte Ideologie und Ausgrenzung einsetzen. Der Aufruf hatte Früchte getragen, denn schnell versammelten sich etwa 200 Teilnehmer an der Demo und machten auf Bannern und Transparenten deutlich, dass sie für „Vielfalt statt ideologischer Einfalt“ stehen und für „Lieber kunterbunt als kackbraun“.

Bürgermeisterin Jüngling betonte die gleichen Rechte für alle Menschen

Als erste Rednerin ergriff Königswinters Bürgermeisterin Heike Jüngling das Wort, begrüßte die zahlreichen Teilnehmer und betonte, dass sie eigentlich ungern „gegen“ etwas ist. Mit dem Argument, dass die Demo nicht gegen etwas sei, sondern ausdrücklich „für“ Demokratie, konnte sie überzeugt werden. „Niemand darf die Handlungsfreiheit der Menschen einengen“, sagte sie und verwies auf die Rechte, die aus dem Grundgesetz abgeleitet werden können.

Weitere Redner meldeten sich und griffen den Tenor auf, dass die AfD mit der Parole „biologische Frauen“ nur ausgrenzen wollen und alle gegenhalten sollten, wenn „Rechts-außen-Tendenzen verkündet werden. „Vielfalt liegt mir am Herzen, ich möchte an einem Ort leben, wo ich ohne Angst leben kann“ sagte eine Demonstrantin und betonte, dass bedauerliche Weise den Mitgliedern der AfD soziale wie emotionale Kompetenz fehle.

Eine Gruppe von Demonstranten mit Schildern und einer Regenbogenfahne.

Die Initative "Siegburg zeigt Haltung" bei einer Gegendemo zu einer Afd-Veranstaltung in Hennef

Den Sonntagnachmittag, auf den Tag genau zwei Jahre nachdem in Mannheim der Polizist Rouven Laur angegriffen und getötet wurde, hatte eine Gruppe um die Veranstalter „Julian Mertens & Team Hennef“ ausgewählt und zur Gedenk-Demo auf den Hennefer Marktplatz aufgerufen. Losung der Gedenk-Demo: „Für alle Opfer der illegalen Massenmigration“.

Mit rund 20 Personen blieb die Anzahl hinter den, laut der anwesenden Polizei, angemeldeten 120 Teilnehmern zurück. Dem im Internet veröffentlichen Aufruf nahmen die Initiativen „Siegburg zeigt Haltung” und „Bündnis für Vielfalt Hennef“ zum Anlass für eine Gegen-Demonstration, der sich gestern auch Gruppen aus Much und Neunkirchen-Seelscheid anschlossen. Rund 60 Personen gaben schließlich mit Spruchbändern und Schildern wie „Kein Ort für Rassismus“ oder „Gedenken - Ja! Hetze - Nein!“ ihre Meinung kund.Nicht von Hass und Wut überwältigen lassen

„Nicht von Hass und Wut überwältigen lassen“

„Der Tod von Rouven Laur war tragisch und erschütternd. Doch das Gedenken daran darf nicht genutzt werden, um Stimmung gegen Menschen mit Migrationsgeschichte zu machen“, hieß es seitens der Siegburger und Hennefer Initiativen. Deren Sprecher Uwe Neuser, einst selbst Polizist, unterstrich in seiner Rede, dass der verheiratete Rouven Laur, Vater eines Kindes, „gestorben ist, weil er eine rechte Demonstration geschützt hat“. Er zitierte zudem aus der Trauerrede der Familie. Demnach hätte Rouven nicht gewollt, „dass wir uns von Hass und Wut überwältigen lassen".

Die Gruppe der Gedenk-Demo spielte zum größten Teil Audio-Beiträge ab, die sich unter anderem auf Messerangriffe bezogen. „In zwei von drei Fällen“ werde bei Angriffen mit Messern zugestochen. Ihr Sprecher Julian Mertens bekannte sich zu einem „alten Europa“. Man wolle wieder ein Land erreichen, in dem es sich lohnt zu leben. Die Demonstrationen verliefen friedlich.