Köln – Thomas Weil ist „Mister Baustelle“: Oberbürgermeister Jürgen Roters stellte den 51-Jährigen, bislang Leiter der städtischen Verkehrsleitzentrale und des Parkbetriebsservice, am Mittwoch als neuen Kölner Baustellenmanager vor.
Weil soll mit einem personell deutlich aufgestockten Team in Zukunft dafür sorgen, dass die Straßenbaustellen besser koordiniert und kontrolliert werden, dass die Bauvorhaben frühzeitig und umfassend kommuniziert und damit die Behinderungen für die Autofahrer so gering wie möglich gehalten werden. Und er ist gleichzeitig Ansprechpartner für die Bürger. „Wir wollen die Verfahren optimieren, in Abstimmung mit allen Verantwortlichen“, sagte Roters.
178 Baustellen an einem Tag
Um die Dimension des Themas deutlich zu machen, zeigte Klaus Harzendorf, Leiter des Amtes für Straßen und Verkehrstechnik, eine Karte, auf der alle genehmigten Baustellen in der Innenstadt am 3. April 2014 eingezeichnet sind: 178 sind da markiert, die entsprechenden Balken bedecken fast die komplette City. Im Jahr 2000 genehmigte die Stadt 11 700 Straßenaufbrüche, im vorigen Jahr waren es 23.600 – „vom Container bis zur Nord-Süd-Stadtbahn“.
Diese Baustellen, für Roters auch Zeichen einer „dynamischen Stadtentwicklung“, sind für Tausende Autofahrer permanentes Ärgernis. Vor allem dann, wenn Großbaustellen parallel laufen oder sanierte Straßen nach kurzer Zeit wieder aufgerissen werden.
Unter Weils Regie arbeiten künftig die Mitarbeiter der Verkehrsleitzentrale sowie des links- und rechtsrheinischen Baustellenmanagements – zusätzlich werden neun neue Stellen geschaffen, sechs davon für einen Baustellen-Kontrolldienst. Denn die Stadt will verstärkt darauf achten, dass die Auflagen, die sie den Bauträgern macht, auch eingehalten werden – und Verstöße gegebenenfalls sanktionieren. Bußgelder von bis zu 2000 Euro können fällig werden, so Weil. Bislang seien pro Jahr nicht einmal 100 solcher Strafen verhängt worden – weil die Stadt nicht die Kapazität hatte, die Baustellen zu kontrollieren.
Außerdem will das neue Baustellenmanagement neue Standards für die Sicherheit an Baustellen entwickeln, für ein besseres Erscheinungsbild – und dafür sorgen, dass die Baustellen nach Abschluss der Arbeiten „schnell und komplett“ abgeräumt werden. Zäune, Schilder oder Material, die noch wochenlang an fertigen Baustellen herumliegen oder -stehen, soll es künftig nicht mehr geben. In einer „Baustellenfibel“ wird festgeschrieben, wie die Arbeiten abgewickelt werden sollen. Und dann soll Weil natürlich die Baustellen mit den anderen Bauherren, vor allem Rhein-Energie und Telekom, aber auch Kölner Verkehrs-Betriebe und Stadtentwässerungsbetriebe, abstimmen. Die Rhein-Energie ihrerseits hat nach den Worten von Vorstand Andreas Cerbe bereits ein Verfahren entwickelt, um die Baustellenkoordination im Stadtwerke-Konzern und mit den Stadtentwässerungsbetrieben besser zu koordinieren.
Verkehrsdezernent Franz-Josef Höing lobte Weil als „guten Kommunikator mit fachlicher Kompetenz“, wies aber auch darauf hin, dass sich Verbesserungen nicht „auf Knopfdruck“ einstellen könnten. Bürger können sich per Mail an Thomas Weil wenden.
