Köln – Polizeipräsident Uwe Jacob hat am Montag 14 Kölner ausgezeichnet, die nicht weggesehen, sondern beherzt und mutig eingegriffen haben, als sie Zeugen von Verbrechen wurden – Wir stellen fünf von ihnen vor:
Als Udo H. (62) und seine Frau am 8. Januar auf der Olpener Straße in Höhenberg zufällig Zeugen eines Banküberfalls werden, reagieren er und zwei weitere Zeugen (31, 39) sofort. „Wir haben gesehen, wie ein junger Mann auf einen der Angestellten losging und ihn mehrfach auf den Kopf und ins Gesicht schlug. Da sind wir rein und haben den halt umgehauen“, so H. am Montag zu Polizeipräsident Uwe Jacob.
Dass der junge Bankräuber (18) eine abgebrochene Glasflasche in der Hand hatte, bemerkten die Zeugen erst, als sie zu dritt auf dem zappelnden Täter saßen. Nur durch ihren couragierten Eingriff, wurde der 54-jährige Bankangestellte nicht schwerer verletzt. Den Täter übergaben die Helfer wenige Augenblicke später den überraschten Polizisten.
Trickbetrug verhindert

Die Bankangestellte (52, l.) und ihre Chefin (47, r.)
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Am 20. November 2017 kam eine Seniorin in die Kreissparkasse am Neumarkt, um ihre Ersparnisse, eine sechsstellige Summe, abzuheben. Die 73-Jährige wirkte nervös und eingeschüchtert. Das kam der Bankangestellten (52) und ihrer Chefin (47), die namentlich nicht erwähnt werden wollen, komisch vor. Sie riefen die Polizei. Wie die Ermittlungen ergaben, war die Rentnerin in den Nächten zuvor von einer falschen Polizistin unter Druck gesetzt worden. Sie sollte ihre Ersparnisse abheben und ihr zur Verwahrung geben, damit Diebe sie nicht stehlen könnten. Die Trickbetrügerin konnte bislang nicht ermittelt werden.
Blutungen gestillt

Der gelernte Koch Mark V. (l.) und Medizinstudent Niklas G.
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Der gelernte Koch Mark V. und Medizinstudent Niklas G. (beide 26) hörten am 22. Mai abends laute Hilfeschreie auf der Komödienstraße in der Innenstadt. G. war zu diesem Zeitpunkt mit seiner Mutter in der Nähe etwas essen, V. kam von der Arbeit.
Die jungen Männer entdeckten fast zeitgleich einen blutüberströmten Mann, der auf dem Gehweg lag. Der 27 Jahre alte Obdachlose war bei einem Streit von seinem Kontrahenten (28) mit einem Messer lebensgefährlich verletzt worden. „Er hatte Stichverletzungen in Hals und Brust. Mir war sofort klar, dass wir die Blutungen mit Kompressionsverbänden stoppen mussten“, sagte der Medizinstudent. Während die offenbar unter Drogen stehende Freundin des Opfers die ganze Zeit hysterisch geschrien habe, machten sich die beiden Helfer an die Arbeit.
„Ich hatte in meinem Rucksack frische Unterwäsche. Ich habe dem Mann meine Unterhose auf die Wunden in der Brust gedrückt, und Niklas hat die Wunden im Hals zugepresst“, sagt Mark V. Beide versorgten das Opfer und hielten es bei Bewusstsein, bis Notarzt und Rettungswagen eintrafen. Nur durch den Einsatz der Ersthelfer überlebte der Angegriffene die Attacke.
Wenig später nahmen Polizisten den Tatverdächtigen (28) fest. Er sitzt in Untersuchungshaft und wartet auf seinen Prozess. Kölner Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln in dem Fall, möglich erscheint eine Anklage wegen versuchten Totschlags.
Schwerverletztem geholfen

Ergotherapeut Valentin S. (27)
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Ergotherapeut Valentin S. (27) kam in der Nacht zum 17. Dezember 2017 von einer Feier. In der Waisenhausgasse in der Südstadt wurde er um 3.30 Uhr unerwartet einziger Zeuge eines Überfalls. „Auf einem Spielplatz ging ein Mann auf einen anderen los. Er trat dem am Boden liegenden immer wieder gegen den Kopf.“ Dann flüchtete der Täter nach dem missglückten Raubversuch, und S. kümmerte sich um das lebensgefährlich verletzte Opfer (38), bis der Notarzt kam. Durch die Täterbeschreibung, die er abgab, konnte die Polizei den Angreifer wenig später festnehmen. (red)
