Zollstock – Zwischen Kölsch und Karussell, Hüpfburgen und Mitmach-Musik: Der Bürgerverein Zollstock feierte sein 111-jähriges Bestehen auf dem Spielplatz am Rosenzweigweg. Die Wahl der festlichen Lokalität kam nicht von ungefähr.
„Während wir zwar rund 800 Mitglieder haben und das Verhältnis von Männern und Frauen ziemlich ausgeglichen ist, haben wir nur wenig junge Mitglieder. Deswegen möchten wir heute besonders Familien ansprechen. Von Kleinkind bis Großmama und Großpapa. Als Bürgerverein wollen wir nämlich für alle Bürger präsent sein. So ein Fest veranstalten wir jetzt zum ersten Mal, quasi als Test. Und wenn das gut ankommt, dann werden wir das natürlich öfter machen,“ so Ute Heinemann, die Sprecherin des Bürgervereins. Um allen Altersgruppen etwas bieten zu können, gab es ein kunterbuntes Angebot. Während sich die frisch geschminkten Superhelden auf dem Spielplatz ordentlich austoben konnten, wurde – nicht nur für die Großen – ein besonderes Filmprojekt vorgeführt. Dieses war von dem Club Kölner Filmer e.V. initiiert und durchgeführt worden. Der Film thematisiert das Veedels-Leben in Zollstock. Außerdem fand eine Tombola statt, Kinder und Erwachsene freuten sich, zusammen mit den Musikern zu trommeln und für den Durst gab es neben echtem Kölner Kölsch auch noch echte Kölner Limonade. Dabei bekam der Bürgerverein Zollstock viel Unterstützung. Sogar die Feuerwehr kam vorbei und zeigte den staunenden Gästen, was sich alles so in ihren Löschfahrzeugen verbirgt. Die Schirmherrschaft des Festes übernahm kein geringerer als der Kölner Südstadt-Klub SC Fortuna Köln. „Wir als Bürgerverein haben viel Kontakt zu anderen Vereinen hier in Zollstock und arbeiten auch gerne mit ihnen zusammen. Als der SC Fortuna dann diese Saison in die Regionalliga abgestiegen ist, wollten wir uns solidarisch zeigen und haben gewissermaßen eine tröstende Mail geschickt. Dass dann diese Zusammenarbeit zustande gekommen ist, hat uns sehr positiv überrascht. Da sind wir sehr froh drüber“, erklärt Heinemann.
Die Fortuna hatte unter anderem 500 Eintrittskarten für die Tombola gestiftet. Der Bürgerverein Zollstock sieht seine Aufgabe aber nicht nur auf das Feiern von Festen beschränkt: „Ab Herbst werden wir eine weitere große Aufgabe haben. Dann werden erstmals Flüchtlinge hier in Zollstock untergebracht. Wir als Bürgerverein werden uns da natürlich sehr engagieren und unsere neuen Nachbarn willkommen heißen. Wir möchten ihnen eine möglichst gute Integration in unsere Gemeinschaft ermöglichen,“ so Heinamnn.

Eine Trommel lockt die Kleinen, schattige Biertische mit Kölsch und anderem zogen die größeren Besucher magisch an.
Copyright: Gereon Staratschek
Sie wisse, dass die Unterbringung von Flüchtlingen auch zu negativen Reaktionen führen könne, sagt Heinemann, aber „wir werden alles dafür tun, dass sich hier jeder angenommen fühlt. Ich sehe da sehr optimistisch in die Zukunft.“
Ute Heinemann
Bürgerverein Zollstock
