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Kommentar

„Die Simpsons“
Warum es überfällig ist, dass Apu wieder spricht

Apu wird von den „Simpsons“-Machern aus der Verbannung geholt. Auch andere Trickfiguren haben Probleme mit der Sprache.

Ein Kommentar von
Die Trickfilmfigur Apu spricht mit seinem Neffen.

Apu in einer „Simpsons“-Folge aus dem Jahr 2026

Wir wissen nicht, was an der Dogwarts-Universität gelehrt wird, aber deren bekanntester Absolvent, der Knetgummihund Gromit, hat seinen Abschluss in der Kunst gemacht, mit Blicken mehr zu sagen als andere mit tausend Worten. An der Seite seines Herrn, des dauerquasselnden Wallace, genügten ihm ein Augenrollen oder eine erhobene Braue, um Wallaces Launen oder den regelmäßig ins Katastrophale kippenden Ernst der Lage zu kommentieren. Dass der Trickfilmfigur aus den Aardman-Studios kein Maul gewachsen ist, darf als seltener Glücksfall gelten.

Apus Akzent wurde als rassistisch kritisiert

Bald wird man sich umgewöhnen müssen, denn Aardman hat das Erscheinen von Gromits Autobiografie angekündigt – und das von Martin Freeman eingesprochene Hörbuch gleich mit dazu. Rein technisch gesehen tönt Gromit durch diesen Besetzungscoup zwar weiterhin nicht selbst. Aber wer seine geliehene Stimme erst einmal im Ohr hat, wird sie wohl nicht mehr los. Ganz besonders treibt uns die bange Frage um: Was macht es mit Gromit, wenn er sich mit fremder Zunge sprechen hört?

Die „Simpsons“-Figur Apu Nahasapeemapetilon hat ihre Schwierigkeiten mit einem Synchronsprecher hingegen hinter sich. Hank Azaria hatte dem indischstämmigen Kwik-E-Markt-Betreiber und fünften Beatle (Staffel 7, Episode 5) im amerikanischen Original einen Akzent verliehen, der nicht unwesentlich zu dessen Beliebtheit beitrug, aber seit der 23. Staffel immer heftiger als rassistisch kritisiert wurde. Im Jahr 2020 verschlug es Apu daraufhin die Sprache, bei seinen seltenen Auftritten blieb er einfach stumm.

Bis jetzt. In der aktuellen Halloween-Folge beendeten die „Simpsons“-Produzenten ihren Apu-Boykott und ließen ihn, nachdem er ein knappes Dutzend Tode gestorben war, von einer „Insel des vergessenen Abfalls“ wiederkehren, um grausame Rache an den Serien-Bewohnern zu nehmen. Am Ende war dann alles nur ein Traum, wie Apu verwundert und vor allem mit deutlich ausgedünntem Akzent feststellt. Das hört man gerne und fragt sich, warum die von der Kritik offenbar tödlich beleidigten „Simpsons“-Macher so lange brauchten, um Apus Verbannung aufzuheben.