Köln – Wer sich dieser Tage mit der Schlammschlacht rund um die Schriftstellervereinigung PEN beschäftigt, fühlt sich unweigerlich an Monty Pythons Filmklassiker „Das Leben des Brian“ erinnert. Dort liefern sich die Revolutionäre der „Volksfront von Judäa“ und die „Judäische Volksfront“ so erbittere Fraktionskämpfe, dass am Ende das gemeinsame Ziel aus den Augen verloren geht. Der deutschen Schriftstellergilde droht ein ähnliches Schicksal.
Nach allerlei öffentlich ausbuchstabierten Vorwürfen, Intrigen und Eklats trat Deniz Yücel Mitte Mai mit dem Knallersatz „Ich möchte nicht Präsident dieser Bratwurstbude sein“ als Präsident des PEN Deutschland zurück – und gründete am Freitag seine eigene, äh, Schriftstellervereinigung, den PEN Berlin.
PEN Köln Süd ist auf dem Weg
Der Verein sei strukturell unreformierbar. Vieles wolle man deswegen anderes machen, heißt es. Im PEN Berlin gibt es ein „paritätisches Board“: eine elfköpfige Führungsgruppe samt Doppelspitze, bestehend aus der Schriftstellerin Eva Menasse und, na klar, Deniz Yücel.
Das könnte Sie auch interessieren:
Derweil strengt auch der neue Interimspräsident des PEN Deutschland, Josef Haslinger, Reformen an: Auch dort soll es nun eine Doppelspitze geben, auch dort wird sie von einer Führungsgruppe ergänzt, dort ganz prosaisch „Präsidium“ genannt.
Und während sich PEN Deutschland und PEN Berlin darum zanken, wer moderner, inklusiver, und wessen Hierarchien flacher sind, droht schon die nächste Spaltung: Die Schriftstellerin Carla Kaspari kündigt auf Twitter an: „Ich gründe jetzt PEN Köln Süd. Wer hat Bock?“ Also ich schon. Gute Bratwurstbuden gibt es hier schließlich auch.



