Im Sommer des Jahres 1946 schaute sich der französische Kritiker Nino Frank eine ganze Reihe amerikanischer Filme in den Lichtspielhäusern von Paris an, die dort wegen der deutschen Besetzung noch nicht zu sehen gewesen waren. So kurz hintereinander betrachtet fielen Frank die Gemeinsamkeiten von B-Film-Krimis wie „Der Malteser Falke“, „Frau ohne Gewissen“, „Laura“ und „Murder, My Sweet“ ins Auge: die antihumanistische Weltsicht, das ausdrucksstarke Schattenspiel, die zynischen Privatdetektive, undurchschaubaren Femme fatales und gewissenlosen Gangster. Der Kritiker glaubte, in diesen düsteren Dramen ein neues Genre entdeckt zu haben – und taufte es „Film noir“.
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