Köln – Wie ergeht es Leuten, die unversehens auf die Abschussliste geraten? Ein berechtigtes Thema aus der Arbeitswelt findet seine Entsprechung in einer auf Maximalaction getrimmten Kinoachterbahn, mit der die Regiebrüder Joe und Anthony Russo sich erstmals seit Jahren von Marvel abwenden, nicht aber von Superhelden.
Was keinen Widerspruch bedeutet, denn die handelnden Figuren, die hier für eine verdeckte Abteilung des amerikanischen Auslandsgeheimdienstes CIA in Aktion treten, verfügen allesamt über eine begnadete Physis, die nicht nur höchstleistungssportliche Fitnesswerte beinhaltet, sondern auch eine Ehrfurcht gebietende Widerstandskraft gegen Schmerzen und Kugeln.
Sonst verfilmen Joe und Anthony Russo Marvel-Abenteuer
In diesem Superheldenkosmos der weitgehend unkaputtbaren Auftragsmörder von Staates Gnaden ist Zero Six (007 war schon vergeben, wie er einmal zwinkernd anmerkt) eine feste Größe. Dann kommt der Tag, an dem er jemanden liquidieren soll, der selber auf der Gehaltsliste der CIA steht. Ein kurzes Zögern und ein USB-Stick mit entlarvenden Daten genügen, um Zero Six selbst zum Gejagten zu machen. Sein Gegner Lloyd Hansen ist ein ausgesprochen ruchloser Kerl, der nichts auf Regeln und Gesetze gibt. Aber so richtig beunruhigt es Zero Six, dass er immer wieder die Hilfe einer Kollegin in Anspruch nehmen muss.
Die neue Regiearbeit der Russos ist eine ziemlich wilde Sache mit inflationärem Verbrauch an Munition, zerstörten Gebäuden und Fahrzeugen. Die Regiebrüder, die sich als höchst gelehrige Erfüllungsgehilfen des Marvel-Bosses Kevin Feige den Ruf als Erfolgsgaranten erarbeiteten, betreiben Action-Entertainment, in dem die Protagonisten diesmal zwar keine Masken und Strampelanzüge tragen, ansonsten aber wird auf übliche Weise Handlungsknappheit mit dreisten Erklärungsversuchen und ausufernden Kampf- und Verfolgungsszenen aufgepolstert.
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