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Shakespeare als Vorbild in der Krise„Wie, wollen diese Hände denn nie rein werden?“

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Händewaschen ist derzeit häufig angesagt.

Während William Shakespeares Karriere als Schauspieler, Dramatiker und Teilhaber einer Theatertruppe starb fast ein Drittel der Einwohner Londons an der Pest. Fielen in einer Woche mehr als 30 Londoner der Seuche zum Opfer, so lautete die Regel, mussten der Globe und die anderen Theater ihre Pforten schließen. Was so häufig vorkam, dass sie in den Jahren zwischen 1603 und 1613 für insgesamt 78 Monate geschlossen waren, also weit über die Hälfte der Zeit.

Dass es zu Pestzeiten keine gute Idee ist, sich mit vielen anderen Menschen auf engem Raum aufzuhalten, wussten bereits unsere medizinisch unterinformierten Vorfahren. Zudem gab es damals etliche Zeitgenossen, die das Theater selbst als Ursache der Plage ansahen, als Ort von Sünde und Unzucht, der unweigerlich Gottes Strafe heraufbeschwor.

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Wir, die wir nun zum ersten Mal erleben, dass Theater über einen längeren Zeitraum schließen müssen, sehen eher mit Bewunderung auf Shakespeares Leistung: Offensichtlich hat der Barde einige seiner größten Stücke — „King Lear“ und „Macbeth“ — in Zwangs-Quarantäne geschrieben.

Nur falls Sie wissen wollten, was man mit der vielen Zeit in den eigenen vier Wänden noch so anfangen könnte. Ganz ohne Druck. Andere sind bereits kreativ geworden und haben Lady Macbeths berühmten Monolog, in dem sie versucht, einen imaginären Blutfleck von ihrer Hand zu entfernen, als Untertitel den inzwischen allseits bekannten Piktogrammen hinzugefügt, welche die korrekte Abfolge des Händewaschens erklären: „Wie, wollen diese Hände denn nie rein werden?“