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Vorwürfe gegen Rammstein-FrontmannStaatsanwaltschaft stellt wohl Ermittlungen im Fall Till Lindemann ein

Lesezeit 2 Minuten
Till Lindemann, Frontmann der Band Rammstein, stand über Monate im Fokus von Vorwürfen des Machtmissbrauchs und sexueller Übergriffe. (Archivbild)

Till Lindemann, Frontmann der Band Rammstein, stand über Monate im Fokus von Vorwürfen des Machtmissbrauchs und sexueller Übergriffe. (Archivbild)

Mit der Einstellung des Verfahrens endet wohl der Fall um Till Lindemann, der zuletzt eine Solo-Tour spielte und ein Album veröffentlichte.

Die Staatsanwaltschaft in Vilnius (Litauen) hat offenbar die Ermittlungen wegen Verleumdung im Fall um Till Lindemann eingestellt. Nachdem die Berliner Staatsanwaltschaft die Ermittlungen gegen den Rammstein-Frontmann im vergangenen August eingestellt hatte, sollte geklärt werden, ob der 61-Jährige verleumdet wurde. Doch auch diese Ermittlungen wurden beendet, berichteten zuerst die „Welt am Sonntag“ und „Spiegel“. Damit ist die Causa Till Lindemann strafrechtlich vorerst abgeschlossen.

Fan-Castingsystem für Rammstein-Frontmann rief Berliner Staatsanwaltschaft auf den Plan

Im September 2023 hatte zunächst die „Bild“ berichtet, dass die litauische Staatsanwaltschaft die Verleumdungsermittlungen gestartet hatte. Laut Bericht richteten sich die Untersuchungen auch gegen die Nordirin Shelby Lynn, die die Welle aus Vorwürfen gegen Lindemann nach einem Rammstein-Konzert in Vilnius losgetreten hatte. Die Staatsanwaltschaft betonte aber, dass sich die Ermittlungen nicht gegen konkrete Personen richteten. Auch „Bild“ korrigierte später, dass Shelby Lynn nicht Teil der Ermittlungen sei. 

Gegenüber dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ gab Shelby Lynn zu dem Vorgang an, dass sie bislang weder von der Staatsanwaltschaft in Vilnius noch der „Bild“ zu mutmaßlichen Verleumdungsermittlungen kontaktiert worden sei. In ihren Instagram-Storys reagierte sie irritiert und nannte den „Bild“-Bericht einen „Haufen Mist“.

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Causa Till Lindemann: Nordirin Shelby Lynn stieß Welle an Vorwürfen an

Shelby Lynn hatte nach einem Konzert in litauschischen Vilnius Ende Mai 2023 via Instagram Bilder gepostet, die sie mit blauen Flecken zeigte. Lynn schrieb dazu, dass ihr beim Rammstein-Konzert ihrer Meinung nach etwas ins Glas gemischt wurde, sie nicht wisse, woher sie die blauen Flecken habe, und dass sie Lindemann für Sex zugeführt werden sollte.

Auf Lynns Anschuldigungen folgten weitere Berichte von mutmaßlich betroffenen Frauen, darunter auch der deutschen Influencerin Kayla Shyx. Diese Berichte und Recherchen legten ein Fan-Castingsystem offen, das zum Ziel hatte, Till Lindemann Frauen zuzuführen - offenbar auch für Sex.

Innerhalb dieses Systems soll es laut Vorwürfen zu Machtmissbrauch und Übergriffen gekommen sein. Die Berliner Staatsanwaltschaft hatte gegen Lindemann ermittelt, die strafrechtliche Verfolgung wegen Verdachts auf sexuellen Missbrauch, Machtmissbrauch oder das Verabreichen von Substanzen wie K.-o.-Tropfen wurden aber Ende August eingestellt.

Die Berichte über das Fan-Castingsystem blieben seitens Lindemanns Anwälten überwiegend unkommentiert und unangegriffen.

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