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Extrem aufgeblähtBergung von Wal „Timmy“ plötzlich abgebrochen – Gefahr zu groß

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Ein toter Wal liegt vor der dänischen Insel Anholt.

Ein toter Wal liegt vor der dänischen Insel Anholt. Es handelt sich um den als „Timmy“ bekannten Buckelwal. (Bild vom 17. Mai 2026)

Nach drei gescheiterten Abschleppversuchen steigt die Explosionsgefahr des zwölf Tonnen schweren Kadavers kontinuierlich an.

Nach dem Fund eines toten Buckelwals vor der dänischen Insel Anholt gestalteten sich die Bergungsarbeiten am Donnerstag erheblich schwieriger als erwartet. Wie die „Bild“-Zeitung am Donnerstag berichtete, mussten die Einsatzkräfte die Bergung des rund zwölf Tonnen schweren Tieres zur Mittagszeit nach mehreren vergeblichen Versuchen vorerst komplett einstellen. Der als „Timmy“ bekannte Wal, der inzwischen als weiblich bestätigt wurde, befindet sich derzeit auf einer vorgelagerten Sandbank. Aufgrund der zunehmenden Gasbildung im Inneren des Tieres stellt er dort eine wachsende Gefahr dar.

Rückschlag im Kattegat: Bergung zur Mittagszeit gestoppt

Der Kadaver des Meeressäugers war Ende der vergangenen Woche vor der im Kattegat gelegenen Insel entdeckt worden. Der ursprüngliche Plan der dänischen Umweltbehörde sah vor, den Wal mithilfe eines Spezialschiffs in die rund 25 Kilometer nordöstlich von Aarhus gelegene Hafenstadt Grenaa abzuschleppen.

Ein toter Wal liegt vor der dänischen Insel Anholt.

Vor der dänischen Insel Anholt liegt der verendete Buckelwal „Timmy“, der regelmäßig von Möwen besucht wird, die sich an ihm gütlich tun. (Archivbild vom 15. April 2026)

Dort sollten Wissenschaftler und Veterinäre eine umfassende Obduktion unter Einsatz von schwerem Gerät vornehmen. Der Abtransport im Ganzen gilt als deutlich unkomplizierter als eine Probenentnahme und Untersuchung direkt an den flachen Küstenabschnitten der Insel.

Schleppseil gerissen? Drei Versuche scheitern auf See

Am Donnerstagmorgen schien die Operation zunächst anzulaufen, als es gelang, den Kadaver mithilfe eines Seils an der Fluke um etwa 50 Meter zu bewegen. Kurze Zeit später strandete der Wal jedoch auf einer vorgelagerten Sandbank. Drei aufeinanderfolgende Versuche, das Tier wieder in tieferes Gewässer zu ziehen, scheiterten.

Tierärztin Anne Herrschaft begutachtet zusammen mit Helfern Buckelwal „Timmy“, der vor der dänischen Insel Anholt liegt.

Tierärztin Anne Herrschaft begutachtet zusammen mit Helfern Buckelwal „Timmy“, der vor der dänischen Insel Anholt liegt. (Archivbild vom 16. Mai 2026)

Das einsetzende Hochwasser erschwerte die Bedingungen für die drei am Strand eingesetzten Helfer und die Schiffsbesatzung zusätzlich, sodass die dänischen Behörden den Einsatz am Mittag abbrachen. Nach vorliegenden Informationen ist mit einem weiteren Bergungsversuch am heutigen Tag nicht mehr zu rechnen.

Gase im Kadaver: Risiko einer Explosion steigt stündlich

Unter Experten sorgt der Zustand des Tieres für zunehmende Besorgnis. Der Meeresbiologe Fabian Ritter wies darauf hin, dass das Risiko einer spontanen Explosion des Kadavers mit jeder Stunde steige. Durch die Verwesungsprozesse haben sich im Inneren des Tieres erhebliche Mengen an Gasen gebildet, die den Körper stark aufblähen. Ein Untergehen des Wals während des Transports schloss Ritter aus, da die Gase dem Tier enormen Auftrieb verleihen; der Kadaver rage derzeit wie ein Ballon deutlich sichtbar aus dem flachen Wasser.

Parallel zu den Bergungsbemühungen bemüht sich das Umweltministerium in Schwerin um die Daten des am Wal angebrachten Trackers. Die Rettungsinitiative hatte das Tier vor dessen Tod mit dem Gerät ausgestattet. Der Sender befindet sich bereits in Grenaa und soll den deutschen Behörden übergeben werden. Von den Daten erhoffen sich die Forscher Aufschluss darüber, wie lange der Buckelwal nach seiner Freisetzung noch am Leben war.