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„Müssen betroffene Frauen ernst nehmen“Antisemitismusbeauftragter bringt Absage von Berliner Rammstein-Konzerten ins Spiel

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17.06.2023, Schweiz, Bern: Mitglieder der Jungsozialisten Schweiz (JUSO), von Campax und des feministischen Kollektivs Bern stehen mit Plakaten mit der Aufschrift «Keine Show für Lindemann» vor einem Konzert der deutschen Band Rammstein im Stadion Wankdorf. Trotz der Vorwürfe gegen den Leadsänger der Band, Lindemann, finden die Konzerte in Bern am 17. und 18. Juni statt. Foto: Anthony Anex/KEYSTONE/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Vor Konzerten der Band Rammstein demonstrierten Menschen in der Schweiz gegen die Auftritte. Auch in Berlin sind die geplanten Shows umstritten.

Felix Klein kritisiert neben den aktuellen Vorwürfen auch die Inszenierung der Bandmitglieder als Häftlinge eines Konzentrationslagers für ein Musikvideo.

Nach den Vorwürfen gegen Rammstein-Sänger Till Lindemann hat der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung eine Absage der Konzerte der Band im Berliner Olympiastadion ins Spiel gebracht. Er halte es „für fragwürdig, ob die geplanten Rammstein-Konzerte in Berlin im vom Land betriebenen Olympiastadion so stattfinden sollten“, sagte Felix Klein den Zeitungen der Funke Mediengruppe vom Montag.

„Antidemokratische Diskriminierungen wie Antisemitismus, Frauenverachtung und Rassismus gehen oftmals Hand in Hand“, sagte Klein weiter. „Wir sollten die betroffenen Frauen ernst nehmen, genauso wie wir Jüdinnen und Juden ernst nehmen sollten, wenn es um Antisemitismus geht“, sagte er außerdem. „Wir dürfen es nicht zulassen, dass die Grenzen des Sag- und Machbaren immer weiter verschoben werden, auch wenn das unter dem Deckmantel der Kunstfreiheit geschieht.“

Rammstein-Song „Deutschland“: Band als Konzentrationslager-Insassen verkleidet

Mehrere Frauen hatten - teilweise anonym - in den vergangenen Wochen schwere Vorwürfe gegen Rammstein-Sänger Lindemann erhoben. Gegenüber dem NDR und der „Süddeutschen Zeitung“ beschrieben sie, wie junge Frauen offenbar gezielt für Sex mit dem Sänger rekrutiert wurden. Zwei Frauen berichteten zudem von mutmaßlichen sexuellen Handlungen, denen sie nicht zugestimmt hätten. Die Band wies die Darstellungen zurück.

Klein kritisierte in den Funke Medien zudem ein Musikvideo zu dem Rammstein-Song „Deutschland“, in dem sich Lindemann und weitere Mitglieder der Band als Häftlinge eines nationalsozialistischen Konzentrationslagers inszenierten. Rammstein habe damit „mit perfider Vernichtungslager-Optik die Opfer der Schoah verhöhnt“, sagte er.

In Berlin will Rammstein am 15., 16. und 18. Juli im Olympiastadion Konzerte geben. Aftershowpartys in der Hauptstadt waren zuvor bereits abgesagt worden. „In Berlin wird es in den Liegenschaften, die ich verantworte, keine Aftershowpartys der Band Rammstein geben“, teilte Innen- und Sportsenatorin Iris Spranger (SPD) vergangene Woche mit. (afp)