Sie behielt ein Stück vom Schädel ihres Opfers: Nach 30 Jahren soll Christa Pike sterben – als erste Frau in Tennessee seit über 200 Jahren.
Hinrichtung nach über 30 JahrenChrista Pike bittet in Todeszelle um Gnade – Opfermutter äußert sich

Die heute 50-jährige Christa Pike soll am Mittwoch, 30. September, durch die Giftspritze sterben. (Symbolbild)
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Mehr als drei Jahrzehnte nach einem grausamen Mord steht im US-Bundesstaat Tennessee die Hinrichtung der einzigen dort einsitzenden Frau unmittelbar bevor. Die heute 50-jährige Christa Pike soll am Mittwoch, 30. September, durch die Giftspritze sterben. Sollte das Urteil vollstreckt werden, wäre sie die erste Frau seit 1819, die in Tennessee hingerichtet wird.
Pike war 18 Jahre alt, als sie im Januar 1995 gemeinsam mit ihrem damaligen Freund Tadaryl Shipp und einer Bekannten die 19-jährige Colleen Slemmer in ein abgelegenes Universitätsareal in Knoxville lockte. Aus Eifersucht attackierten sie die Mitschülerin mit Teppichmesser und Fleischerbeil.
Christa Pike wartet seit mehr als 30 Jahren in der Todeszelle auf ihre Hinrichtung
Das Opfer wurde rund eine halbe Stunde lang misshandelt, bevor Pike ihr mit einem Stein den Schädel einschlug. Zudem ritzten die Täter ein Pentagramm in Slemmers Brust; Pike behielt ein Stück des Schädels als makabres Andenken. 1996 wurde sie zum Tode verurteilt. Ihr damals 17-jähriger Komplize erhielt lebenslange Haft mit Aussicht auf Bewährung, da er für die Todesstrafe zu jung war.
Wenige Tage vor dem Hinrichtungstermin wendet sich Pike nun an Gouverneur Bill Lee und den Obersten Gerichtshof der USA, um eine Umwandlung der Strafe in lebenslange Haft ohne Bewährung zu erreichen.
In der neuen Dokumentation „Dead Woman Walking: Pike Vs Tennessee“ äußert sich die Verurteilte zu ihrer bevorstehenden Exekution und drückt Reue gegenüber der Familie des Opfers aus. Gleichzeitig verweist sie auf schwere Misshandlungen, Vernachlässigung und sexuellen Missbrauch in ihrer eigenen Kindheit sowie eine diagnostizierte bipolare Störung.
Foltermord an Colleen Slemmer: Mutter des Opfers will bei Hinrichtung dabei sein
Anwälte und Unterstützer argumentierten vor Gericht zudem, dass die Fixierung auf der Liege bei der Hinrichtung schwere Traumata auslösen könne. Das Oberste Gericht von Tennessee lehnte einen Aufschub jedoch ab und sah keine Verfassungswidrigkeit.
Slemmers Mutter May Martinez fordert seit Jahrzehnten die Vollstreckung des Urteils. Sie kündigte an, bei der Hinrichtung anwesend zu sein und ein Foto ihrer ermordeten Tochter hochzuhalten.
„Sie hat das Verbrechen begangen, ich denke, sie sollte dafür bezahlen (...) Es ist zu einfach. Ich finde, sie hätte über 300 Mal geschnitten werden sollen wie Colleen... jemand hätte sie festhalten und ihr ein Pentagramm in die Brust ritzen sollen, während sie noch lebte“, sagte sie im August 2026 zum Lokalsender WBIR-TV.
Der Fall Christa Pike ist in den USA außerordentlich bekannt und gilt als einer der berüchtigtsten Kriminalfälle der vergangenen Jahrzehnte. Seit fast 30 Jahren sorgt er für massive mediale Aufmerksamkeit, nicht zuletzt durch zahlreiche Dokumentationen.
Seit der Wiedereinführung der Todesstrafe in den USA 1976 wurden 1.682 Menschen hingerichtet, davon nur 18 Frauen – also etwa 1 Prozent aller Hinrichtungen. Auch bei den aktuell zum Tode Verurteilten sind Frauen eine Minderheit: 45 Frauen hatten laut Death Penalty Information Center am 24. Juni 2026 ein aktives Todesurteil – ungefähr 2 Prozent der US-Todeskandidaten.
