Der Thriller mit Tom Curise bleibt ein Mysterium. Die Enthüllungen um Jeffrey Epstein werfen ein ganz anderes Licht auf Kubricks letztes Meisterwerk.
Kubricks letztes GeheimnisHat „Eyes Wide Shut“ die grausamen Rituale von Epsteins Eliten enttarnt?

In Stanley Kubricks letztem Film spielten Nicole Kidman und Tom Cruise (r.) die Hauptrollen. Seit Jahrzehnten gibt es im Zusammenhang mit „Eyes Wide Shut“ Ungereimtheiten.
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Im Jahr 1999 war das Publikum sich nicht sicher, was es von „Eyes Wide Shut“ halten sollte. Die Veröffentlichung der Epstein-Akten hat neue Aufmerksamkeit für die im Zusammenhang mit Stanley Kubricks Film geäußerten Verschwörungstheorien ausgelöst.
Seit der Premiere 1999 wurde wiederholt vermutet, dass Kubrick in diesem mysteriösen Thriller mit Nicole Kidman und Tom Cruise in den Hauptrollen die Verbrechen der Elite aufdeckt habe. Auch weil der Star-Regisseur wenige Tage nach der Vorführung seines ersten Schnitts für Warner Bros. überraschend gestorben war.

Der deutsche Schauspieler Sky Du Mont spielte in „Eyes Wide Shut“ eine Nebenrolle. Er durfte mit Nicole Kidman tanzen. (Archivfoto)
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Epstein-Akten werfen neues Licht auf „Eyes Wide Shut“
Der Film basiert auf Arthur Schnitzlers Novelle „Traumnovelle“ aus dem Jahr 1926. Er zeigt den Arzt Bill Harford (Tom Cruise), der in eine geheime Welt elitärer Orgien und Rituale mit maskierten Menschen in New York City eintaucht. Die Vorfälle erinnern stark an die Machenschaften von Jeffrey Epstein mit Prominenten.
Als in Form von Cruises Figur Dr. Bill Harford in ihre Angelegenheiten der Geheimgesellschaft mächtiger Persönlichkeiten eingreift, beginnen beunruhigende Dinge zu geschehen. Ein Pianist verschwindet. Eine Sexarbeiterin ist an einer Überdosis Drogen gestorben. Auf dem Kissen taucht plötzlich eine gruselige Maske auf.
Stanley Kubrick stirbt überraschend im Schlaf
Eine zentrale Theorie: Kubrick starb am 7. März 1999 an einem Herzinfarkt im Schlaf. Das war nur sechs Tage nach der Vorführung der ersten Filmfassung bei Warner Bros. Angeblich soll es dort zu einer erheblichen Meinungsverschiedenheit zwischen dem Filmmacher und seinen Vorgesetzten gekommen sein.

Stanley Kubrick war ein erfolgreicher Filmregisseur.(Archivfoto)
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Der Tod des ehrgeizigen Regisseurs kam damals unerwartet, weil Kubrick kerngesund war. Viele Verschwörungstheoretiker behaupten, der Film „Eyes Wide Shut“ hätte zu viel über die Geheimnisse der Eliten preisgegeben. Und Kurbick, der die Gesellschaft der USA verschmähte, musste sein Leben damit bezahlen.
„Eyes Wide Shut“ war Stanley Kubricks letzter Film
Roger Avary, der zusammen mit Quentin Tarantino das Drehbuch für „Pulp Fiction“ geschrieben hat, sagte bereits 2024 in einem Podcast mit Joe Rogan, dass das ursprüngliche Skript zu „Eyes Wide Shut“ viel dunkler gewesen sei. Avary spricht von einer fehlenden Erzählerstimme und 24 Minuten geschnittenem Material nach Kubricks Tod.
Die Machenschaften eines skrupellosen Pädophilenrings sollten eigentlich im Mittelpunkt des Streifens stehen. Am Ende des Films opfert Bill zusammen mit seiner Frau Alice seine Tochter Helena dem Kult. Im Film verschwindet Helena im Spielzeugladen mit zwei Männern am Ende – für Theoretiker ein Hinweis auf Kindeshandel
„Eyes Wide Shut“ beschäftigt sich mit Geheimgesellschaften der Eliten
Im Film finden sich weitere Symbole, die diese Theorie stützen: So sind etwa Freimaurer-Elemente wie das „Auge der Vorsehung“ in Masken oder Ermine-Mäntel als königliche Anspielung zu erkennen. Das Passwort „Fidelio“ und die roten Kreise lassen auf die Anwesenheit von Geheimgesellschaften schließen. In diesem Zusammenhang werden Verbindungen zu den sogenannten Rothschild-Partys hergestellt, auf denen der Film gedreht wurde.

Diese Maske trug Tom Cruise in „Eyes Wide Shut“. (Archivfoto)
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Dass Kubrick, der in New York aufwuchs, in den 1960er Jahren seinen Lebensmittelpunkt nach England verlegte und danach nie wieder in die USA zurückkehrte, intensiviert die Spekulationen. In zahlreichen Interviews hatte er sein Fernbleiben mit einer schweren Flugangst begründet.
Die Epstein Files, in denen Namen wie Bill Clinton, Bill Gates oder der ehemalige Prinz Andrew auftauchen, verleihen dem Film eine besondere Relevanz. Bis heute gilt es als einer der meistdiskutierten Filme der 90er Jahre – verstörend, hypnotisch und voller Deutungsräume. Auf jeden Fall wirft „Eyes Wide Shut“ ein beunruhigendes Licht auf die Realität – ob Fiktion oder Enthüllung. (mbr)

