Der komplizierte Rettungseinsatz sorgte bundesweit für große Aufmerksamkeit. Es sind jedoch auch hohe Kosten entstanden.
Aufwendige RettungsaktionSo teuer wird wohl die Befreiung des gestrandeten Buckelwals
Mehrere Tage lang haben zahlreiche Menschen fast rund um die Uhr am Timmendorfer Strand bei der Befreiung eines gestrandeten Buckelwals mitgeholfen. Bei der komplizierten Rettungsaktion mit mehreren gescheiterten Versuchen wurde auch schweres Gerät eingesetzt.
Um den etwas zwölf Meter langen Meeressäuger zurück ins tiefere Wasser zu bringen, kamen Bagger, künstlich ausgelöste Wellen und ein Saugroboter zum Einsatz. Der außergewöhnliche Rettungseinsatz hatte bundesweit für große Aufmerksamkeit gesorgt.
Wie hoch sind die Kosten für die Rettung des gestrandeten Wales?
Insgesamt rechnet man nach ersten Einschätzungen mit einem niedrigen sechsstelligen Betrag. Wie Sven Partheil-Böhnke, der Bürgermeister von Timmendorfer Strand (FDP), dem Magazin „Stern“ mitteilte, sollen dabei bisher Kosten in Höhe von mindestens 40.000 Euro angefallen sein.

Auch ein Saugbagger kam bei der Rettung des Buckelwals am Timmendorfer Strand zum Einsatz.
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Bereits am Donnerstag hatte Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) die Hilfe des Landes zugesagt, als er sich am Timmendorfer Strand selbst ein Bild der aufwendigen Rettungsaktion machte. Sollte der Meeressäuger frei kommen – wie es inzwischen der Fall ist – wolle Kiel etwa zwei Boote zur Verfügung stellen, um das Tier durch die Ostsee zu geleiten, sagte vor Ort. Damit soll verhindert werden, dass er wieder strandet.
Land Schleswig-Holstein will für Kosten der Walrettung aufkommen
Gegenüber dem „WDR“ erneuerte Günther das Versprechen: „Mal gucken, ob wir ihn dabei begleiten und ihm raushelfen müssen. Angeboten haben wir es, aber jetzt ist er erst mal nicht mehr am Strand zu sehen.“ Entscheidend sei, dass der Meeressäuger „den richtigen Weg“ finde.

Der Saugbagger für die Walrettung am Timmendorfer Strand.
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In der Nacht zum Freitag gelang es dem Buckelwal, sich über eine zuvor ausgehobene Rinne aus seiner misslichen Lage zu befreien. Nun komme es darauf an, dass der Wal im offenen Wasser bleibt und möglichst in die Nordsee schwimmt, erklärte der Biologe Robert Marc Lehmann. Noch sei er nicht in Sicherheit. Seine Befreiung von der Sandbank sei bisher nicht seine Rettung, sondern nur ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Zu Hause sei er erst im Atlantik.
Während der spektakulären Rettungsaktion hatten immer wieder Schaulustige für Ärger gesorgt. In der Nähe des Einsatzortes hatten Gaffer die Arbeit der Helfer behindert. Das hatte den ohnehin schon anspruchsvollen Einsatz zusätzlich erschwert. Für die Rettungskräfte hatte dies unnötigen Stress bedeutet– gerade in einer Situation, in der jede Minute zählte und absolute Ruhe wichtig gewesen wäre. (mbr)

