Auf eine milde Phase folgt eine Wetteränderung mit kalter Luft aus der arktischen Region. In mittleren Höhenlagen könnte es sogar schneien.
Kälteeinbruch erwartetWetter in Deutschland steht vor drastischer Wende

Schneeregen behindert den Verkehr. (Symbolbild)
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Die frühlingshaften Bedingungen, die seit dem Osterfest in Mitteleuropa vorherrschten, neigen sich dem Ende zu. Der Meteorologe Dominik Jung gibt an, Deutschland erlebe „gerade die letzten Stunden eines frühlingshaften Hochdruckgebiets“.
Eine Wetterstörung gewinnt an Einfluss und verursacht von Samstagnachmittag bis Sonntag starke Regengüsse und lokale Gewitter. Parallel dazu sinken die Temperaturen und liegen nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) nur noch im Bereich von 12 bis 15 Grad. Ausschließlich im südlichen Teil des Landes können Höchstwerte von 18 Grad erreicht werden. Das berichtet „t-online“.
Blockadehoch auf dem Atlantik wirkt wie ein Riegel
Anfangs der kommenden Woche bewegt sich die Wetterstörung erst nach Osteuropa, kommt jedoch wieder. Verantwortlich hierfür ist ein sogenanntes Blockadehoch in den nördlichen Regionen, welches das Wettersystem zurück in Richtung Westen steuert.
Mit einer 83-prozentigen Wahrscheinlichkeit bildet sich dieses stationäre Hochdruckgebiet zwischen Kanada, Grönland sowie Island und unterbricht die gewöhnliche Westwinddrift. Für die Bundesrepublik folgt daraus eine Wetterlage aus Osten, bei der die Temperaturen vorerst auf 6 bis 12 Grad fallen, was dem saisonalen Durchschnitt entspricht.
Geschwächter Polarwirbel unter Druck
Der kritische Punkt ist laut Jung jedoch der weitere Verlauf. Der Fachmann erläutert: „Ein Blockadehoch auf dem Atlantik wirkt wie ein Riegel vor der normalen Westströmung“. Die zwei wichtigen Prognosemodelle – das europäische ECMWF sowie das amerikanische GFS – prognostizieren, dass der Druck des Blockadehochs in Richtung Kanada und Grönland zunimmt. Zusammen mit zusätzlichen Hochdruckgebieten über Sibirien und dem Pazifik gerät der bereits geschwächte Polarwirbel dadurch noch stärker unter Druck.
Die Simulationen der Modelle deuten auf einen vollständigen Kollaps des Polarwirbels hin. Dieser Prozess gilt in der Wetterkunde als ein besonders starkes Indiz für großflächige Kaltlufteinbrüche. Überbleibsel des sich auflösenden Polarwirbels könnten als separate Kaltluftmassen südwärts ziehen. Die extremste Prognose des amerikanischen Modells deutet darauf hin, dass um den 26. April herum kalte Luft aus der Arktis über Skandinavien direkt nach Mitteleuropa strömen wird.
Die Temperaturen würden in diesem Fall auf 4 bis 8 Grad abstürzen. Zusätzlich könnte die Grenze für Schneefall auf 600 bis 1.000 Meter fallen, und darüber wäre eine durchgehende Schneeschicht denkbar. Bei einer solchen Wetterlage wären auch Graupelschauer bis in niedrigere Gebiete nicht außergewöhnlich. Für den Zeitraum Ende April bis Anfang Mai kündigt sich überdies ein zweiter Vorstoß kalter Luft an, der sich als sogenannter Kaltlufttropfen über Deutschland Position beziehen könnte.
Allerdings ist die gesamte Prognose von einem einzigen Faktor abhängig: der genauen Lage des Blockadehochs. Jung meint dazu: „Verschiebt es sich nur wenige Hundert Kilometer weiter nach Osten, etwa in Richtung Skandinavien, könnte sich daraus statt eines Kälteeinbruchs eine Omegahochlage entwickeln“.
Eine solche Entwicklung würde für Deutschland sommerliche Werte von über 25 Grad bedeuten. Welche der Möglichkeiten eintritt, wird sich in den nächsten fünf bis sieben Tagen zeigen. (jag)

