Der Frost zieht sich zum Montag zurück, bis dahin kann es aber noch einmal richtig glatt werden. Auch der NRW-Schulunterricht ist betroffen.
Auch Köln betroffenDWD warnt vor Glatteis – NRW-Schulen bleiben geschlossen

In der Nacht zu Montag kann es in ganz Deutschland glatt werden. Die Schulen in NRW bleiben geschlossen.
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Nach Problemen durch den Wintereinbruch in ganz Deutschland und einem sehr frostigen Wochenende gibt der Deutsche Wetterdienst (DWD) erneut eine Warnmeldung heraus: In der Nacht zu Montag (12. Januar) kann es in weiten Teilen Deutschlands Glatteis geben. Betroffen ist ganz Nordrhein-Westfalen, also auch Köln und die Region. Daneben besteht weiter eine Warnung vor mäßigem Frost, die für den ganzen Sonntag gilt.
In der Warnung des DWD vor Glatteis heißt es, dass sie von Mitternacht bis 10 Uhr am Montagmorgen gilt – auch für Köln. Fast ganz Westdeutschland gehört zum betroffenen Bereich, lediglich Schleswig-Holstein, Hamburg sowie weite Teile der östlichen Bundesländer sind ausgenommen.
Die gefährliche Wetterlage hat auch Auswirkungen auf die Schulen: Wie das NRW-Schulministerium am Sonntagnachmittag mitteilte, fällt der Präsenzunterricht landesweit am Montag aus. Grund sei die Vorwarnung des DWD, heißt es in der Mitteilung. „Die Gesundheit und Sicherheit unserer Schülerinnen und Schüler haben für uns oberste Priorität. Deshalb haben wir uns zu diesem Schritt entschieden“, erläuterte Schulministerin Dorothee Feller. Die Kitas bleiben hingegen geöffnet.
Regen wird zu Glatteis in der Nacht zu Montag
Ab der Nacht zieht dann auch im Westen Niederschlag auf. Nach einer kurzen Schneephase geht der Niederschlag laut DWD in Regen über, der auf den noch sehr kalten Böden gefriert. Daher bestehe verbreitet Gefahr von Glatteis. Es ist mit erheblichen Beeinträchtigungen auf allen Verkehrswegen zu rechnen. Im Laufe des Montagvormittags setzt sich von Südwesten dann mildere Luft durch, sodass sich die Lage allmählich entspannt.
Auch der meteorologische Dienst Kachelmannwetter warnt vor der Gefahr durch Eisregen. Der „Übergang von eisigem Hochwinterwetter zu einer deutlichen Milderung“ gehe mit einer brisanten Wetterlage einher, heißt es. Die Niederschläge, die mit dem Wetterumschwung kommen, fallen zunächst als Schnee und dann als Regen vom Himmel. Es sei mit „Unwettergefahr durch Glatteisregen zu rechnen“.
Ab Dienstag setzt sich denn überall mildere Luft durch, im Westen und Südwesten sind sogar Temperaturen von über 10 Grad möglich. Das Winterwetter ist dann vorerst vorbei. Für Köln rechnet „Wetter Online“ im Verlauf des Montags mit 8 Grad, am Dienstag können demnach sogar 10 Grad erreicht werden.
Bahnverkehr rollt nach Schnee-Chaos erst seit Sonntag wieder
Bis aber am Montag auch die Böden aufgetaut sind, müssen sich alle Verkehrsteilnehmer erneut auf Behinderungen einstellen. Es wird zu gefährlichen Situationen auf den Straßen kommen. Ob auch die Deutsche Bahn erneut betroffen sein wird, ist noch unklar. Erst am Sonntag normalisierte sich die Lage auf den Schienen nach dem nahezu kompletten Stillstand in Norddeutschland allmählich wieder.
Die Bahn hatte wegen Wintersturm „Elli“ den Fernverkehr im Norden Deutschlands seit Freitag zeitweise komplett eingestellt. Als Ursache der anhaltenden Probleme wurden Schneeverwehungen auf bereits geräumten Gleisen sowie eingefrorene und blockierte Weichen genannt.
Frostige Nacht zu Sonntag wegen Polarfront
Die Nacht zu Sonntag war überall in Deutschland sehr kalt. Selbst in Köln sanken die Temperaturen auf minus 7 Grad. An anderen Orten wurde es noch viel kälter: Nach Auskunft des DWD vom Sonntagvormittag wurden in der Lüneburger Heide Werte um minus 19 Grad registriert.
Hier wurde es sogar kälter als auf der Zugspitze, Deutschlands höchstem Berg. Diese Messungen seien aber noch unbestätigt. In NRW war es in Eslohe im Sauerland wohl mit minus 17 Grad am kältesten, in Bielefeld wurden minus 14 Grad gemessen.
„Die ersten Januartage waren deutlich kälter als das, was wir im klimatologischen Mittel erwarten würden“, erklärte Andreas Walter, Klima-Experte beim DWD. Es handele sich um eine Polarfront, die Deutschland treffe. Unfälle wegen Glätte gab es zuletzt aber vergleichsweise wenig, da es weitgehend trocken blieb.

