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Gefahr in ParksStadt warnt Kölner vor Eis und Sturm – Schulen im Norden bleiben zu

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Dom mit Schnee bedeckten Wiesen des Rheinparks im Vordergrund.

Dom mit den schneebedeckten Wiesen des Kölner Rheinparks am Donnerstag (8. Januar) 

Der Norden Deutschlands rechnet am Freitag mit dem Schlimmsten. Auch in Köln sollten Bürgerinnen und Bürger vorsichtig sein.

Viele Regionen in Deutschland haben mit den Auswirkungen des Winterwetters zu kämpfen, und das Schlimmste steht der Bevölkerung teilweise noch bevor. Im Norden Deutschlands ist bereits ungewöhnlich viel Schnee gefallen, und für Freitag und Samstag gibt es offizielle Warnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) für Schleswig-Holstein, Hamburg und den Norden Niedersachsens. Hier kann es zu starken Schneeverwehungen und Schneefall kommen. Auch im östlichen Teil von Nordrhein-Westfalen gibt es eine Warnung vor Schneefall. 

Obwohl Köln nicht zum Warngebiet des DWD gehört, müssen die Bürgerinnen und Bürger auch hier vorsichtig sein. Die Stadt erklärt in einer offiziellen Mitteilung, es sei in den kommenden Tagen mit Schnee- und Eisglätte zu rechnen, hinzu komme starker Wind. „Für Freitag, 9. Januar 2026, werden in Köln tagsüber Windböen von bis zu 70 Stundenkilometern vorhergesagt“, heißt es.

Stadt Köln: Vorsicht in Grünanlagen und Alleen wegen des Schneefalls

Die Wetterlage sei dynamisch, bei weiterem Schneefall und/oder gefrierendem Regen könnten Bäume zum Sicherheitsrisiko werden. Sie könnten umstürzen oder es können zumindest Äste abbrechen. Die Stadt Köln warnt daher davor, Grünanlagen, Waldgebiete, Friedhöfe und Alleen zu betreten. Man behalte sich überdies die Schließung von Friedhöfen und Parkanlagen vor.

Bis Samstag soll es laut „Wetter Online“ Temperaturen im Plusbereich in Köln geben, Schneefall wird nicht vorhergesagt, nur Regen. Am Samstag allerdings sinken die Temperaturen wieder, dann kann es bei Werten um die 0 Grad schneien. Richtig frostig wird es dann ab Sonntag wieder. Es wird sonnig, aber klirrend kalt in Köln. Bis minus 12 Grad kann es nachts werden, so „Wetter Online“. Ob solche Minusgrade allerdings tatsächlich erreicht werden, ist noch unklar. 

Nicht nur in Köln, sondern auch in anderen Orten von NRW bereitet man sich auf die kommenden Tage vor. So appellierte der Kreis Paderborn mit Blick auf die erwartete Glätte samt stürmischen Windes an seine Bürgerinnen und Bürger, Fahrten möglichst zu vermeiden oder zumindest langsam zu fahren und größere Abstände zum Vorausfahrenden einzuhalten. In Düsseldorf stellen es einige Grundschulen den Eltern frei, ob sie ihre Kinder trotz des Sturmtiefs zur Schule schicken wollen oder nicht. 

Am Niederrhein führen ausgerechnet die zunächst steigenden Temperaturen zu Problemen: Sieben Sporthallen wurden in Goch gesperrt, da eine Überlastung der Dächer durch Schneemassen befürchtet wird. Der Schnee liegt dort in einer dicken Schicht. Wenn es darauf regnet, erhöht sich das Gewicht, es droht Einsturzgefahr.

Schulausfälle und Warnungen in Norddeutschland

In Norddeutschland rechnet man mit dem Schlimmsten. In ganz Niedersachsen und Teilen von Schleswig-Holstein bleiben die Schulen am Freitag vorsorglich geschlossen. Grund ist meist, dass die Schulbusse nicht fahren. Auch einige Fährverbindungen auf der Nordsee entfallen am Freitag. Autofahrer werden eindringlich vor Glätte gewarnt, es kommen unwetterartige Schneeverwehungen dazu. Der DWD spricht von einer „Gefahr für Leib und Leben“ für die Bevölkerung, da viel Neuschnee fallen wird und gleichzeitig starker Wind von Sturmtief „Elli“ vorhergesagt wird. Selbst wenn die Temperaturen über 0 Grad liegen, kann Regen auf den noch gefrorenen Boden fallen und zu Glätte führen.

Ungewöhnlich ist bereits am Donnerstagmorgen die Lage in Hamburg: Hier liegen inzwischen sogar in der Innenstadt 20 Zentimeter Neuschnee. Zuletzt gab es solche Schneemengen Medienberichten zufolge 2013. Die S-Bahn der Hansestadt meldet Ausfälle, Kitas stellen auf Notbetrieb um. Der Hamburger Senat warnt alle Bürgerinnen und Bürger, das Haus zu verlassen. Obwohl die Stadtreinigung laut Senat mit 730 Kräften und 360 Fahrzeugen im Dauereinsatz ist, könne keine durchgehend schnee- und eisfreie Fahrbahn garantiert werden.

Bahnverkehr am Freitag eingeschränkt

Betroffen sind auch Bahnreisende. Wie es in einer Mitteilung heißt, erwartet das Unternehmen in den nächsten Tagen „spürbare Beeinträchtigungen des Bahnverkehrs“. „Bitte prüfen Sie, ob Sie Ihre Reise verschieben können“, hieß es weiter. Die Einschränkungen gelten laut Bahn bis zum Samstag. Die Zugbindung bei Tickets sei aufgehoben, Reisen können so problemlos zu einem späteren Zeitpunkt getätigt werden. Schon am Donnerstag gibt es viele Ausfälle und Verspätungen, besonders bei den Verbindungen im Norden. 

Die Warnung des DWD für den Norden gilt von Freitag, 4 Uhr morgens, bis Samstag um 7 Uhr morgens. „Das wird schon eine extreme Lage“, sagte ein Meteorologe des DWD in Potsdam zum Winterwetter am Freitag. In einem Streifen von der Nordsee bis in den Osten hinein können verbreitet um die 10 oder regional bis zu 20 Zentimeter Neuschnee zusammenkommen. Die ersten Auswirkungen des Tiefs werden bereits am Donnerstagabend erwartet. (mit dpa)