Der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit steht eine Lungen-Transplantation bevor. Jetzt äußerten sich die Ärzte in Oslo.
Lungen-TransplantationMette-Marit wird nicht bevorzugt – Besuch von Sohn Marius?

Mette-Marit im April 2026
Copyright: afp
Ganz Norwegen bangt derzeit um Kronprinzessin Mette-Marit: Die Ehefrau von Kronprinz Haakon ist lebensbedrohlich erkrankt und wartet auf eine Lungen-Transplantation. Nachdem sich der Zustand der 52-Jährigen zuletzt stark verschlechtert hatte, wurde sie Ende der Woche auf eine Liste für die Organspende gesetzt, wie der Palast mitteilte. Seit Donnerstag befindet sich Mette-Marit im Krankenhaus.
„Aufgrund ihrer lebensbedrohlichen chronischen Lungenerkrankung und nach eingehenden Gesundheitsuntersuchungen wurde Ihre Königliche Hoheit Kronprinzessin Mette-Marit auf die Liste für eine Lungen-Transplantation gesetzt“, heißt es in der Mitteilung des Palasts. Sie könne momentan weder ihrer Arbeit nachgehen noch offizielle Termine wahrnehmen.
Auch die Feier der Silberhochzeit mit Haakon im August wird verschoben. Der Kronprinz will ebenfalls kürzertreten, um seiner Frau beistehen zu können. Die gemeinsamen Kinder Prinzessin Ingrid Alexandra und Prinz Sverre Magnus kehrten aus dem Ausland nach Norwegen zurück.

Lungenspezialist Are Holm äußert sich am Freitag (5. Juni) zur Erkrankung von Kronprinzessin Mette-Marit.
Copyright: afp
Am Freitag äußerten sich die Ärzte im Osloer Rikshospitalet zu Mette-Marits Erkrankung und der Transplantation. Der Lungenspezialist Are Holm erklärte, Mette-Marits Lungenfibrose habe sich dramatisch verschlechtert. Es habe sich viel mehr Narbengewebe gebildet, wodurch die Lunge nicht mehr in der Lage sei, Sauerstoff aufzunehmen. Bei ihren letzten öffentlichen Auftritten war die Kronprinzessin bereits sehr geschwächt und mit einer „Nasenbrille“ zur Sauerstoffversorgung zu sehen gewesen.
Zu den Wartezeiten auf eine Spenderlunge sagte Holm, dass sich diese in den letzten Monaten deutlich verkürzt hätten. Während in vergangenen Jahren viele Patientinnen und Patienten gestorben seien, bevor sie ein Spenderorgan erhalten konnten, habe sich die Situation glücklicherweise verbessert. Das liege auch daran, dass Personen mit anderen schweren Lungenerkrankungen Zugang zu Medikamenten haben, die eine Transplantation überflüssig machen.
Mette-Marit steht komplizierte Operation bevor
Eine Bevorzugung von Mette-Marit werde es nicht geben. „Wir priorisieren immer die schwerstkranken Patienten“, sagte Holm. In Norwegen würden jährlich etwa 30 bis 35 Lungentransplantationen durchgeführt. Grundsätzlich könne man nicht ausschließen, dass die Kronprinzessin so lange auf der Warteliste stehen könnte, dass sie dann zu krank sein werde, um eine neue Lunge zu erhalten.
Holm betont, dass eine gute Nachsorge nach der Transplantation unerlässlich ist. Jeder achte Empfänger überlebt das erste Jahr nicht. Nach zehn Jahren lebt noch etwa die Hälfte der Lungentransplantierten.
Diese ausführliche Erklärung der Ärzte dürfte die vorerst letzte Information der Öffentlichkeit sein: Der Palast teilte mit, dass es weitere Updates zum Gesundheitszustand der Kronprinzessin erst nach der Lungen-Transplantation geben werde. Auch während der dann folgenden Rehabilitationsphase seien keine Veröffentlichungen geplant. Den Medizinern zufolge ist es in Norwegen eine gesetzliche Vorgabe, dass Spender und Empfänger die Identität des jeweils anderen nicht kennen. Um die Anonymität des Spenders zu wahren, werde man den genauen Zeitpunkt der Transplantation nicht mitteilen.
Mette-Marits Sohn vor Gericht
Nicht nur körperlich ist Mette-Marit schwer angeschlagen: Der Prozess gegen ihren Sohn Marius Borg Høiby dürfte die Kronprinzessin in den vergangenen Monaten psychisch sehr belastet haben. Der 29-Jährige ist wegen Gewalt- und Sexualdelikten angeklagt. Zahlreiche Frauen warfen Høiby Übergriffe vor. Der Prozess, über den weltweit berichtet wurde, ist inzwischen abgeschlossen. Ein Urteil wird für den 15. Juni erwartet.
Am Samstag (6. Juni) berichteten norwegische Medien, dass Høiby seine Mutter möglicherweise besuchen dürfe. Aus sozialen Gründen erhalte der Inhaftierte für einen begrenzten Zeitraum Freigang in Begleitung der Polizei. Es soll um ein paar Stunden gehen. Zunächst hatte es geheißen, dass der Antrag von Høibys Verteidiger abgelehnt worden sei.
Hinzu kam, dass Mette-Marit im Zuge des Epstein-Skandals in den Fokus der Öffentlichkeit rückte. Sie war mit dem verurteilten Sexualstraftäter gut bekannt, wie immer neue Details aus dem Mailverkehr mit Epstein nahelegen. Die Kronprinzessin geriet unter Rechtfertigungsdruck, da die Freundschaft offenbar auch anhielt, nachdem der US-Geschäftsmann bereits zum ersten Mal verurteilt worden war. Im norwegischen Fernsehen äußerte sich Mette-Marit im März mit Bedauern zur Causa Epstein und erklärte, sie habe sich „manipulieren und täuschen“ lassen.
