„So etwas noch nie gesehen“Hunderte Tiere verenden im Pazifik – Forscher rätseln über Massensterben

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Eine Kolonie von nordischen Pelzrobben sitzt auf einer felsigen Küste. (Symbolbild)

Hunderte nordische Pelzrobben sind am Strand der russischen Insel Tjuleni-Insel bei Sibirien verendet. Neben den Robben wurden auch tote Seelöwen und Vögel gefunden. Auch eine Vergiftung wird nicht ausgeschlossen. (Symbolbild)

Eine Forschergruppe hat Hunderte tote Tiere am Strand einer einsamen Insel entdeckt. Die Behörden haben eine Sperrzone errichtet.

Ein mysteriöses Massensterben von Hunderten Tieren an einem Strand einer russischen Insel lässt Forscher rätseln. Eine Expeditionsgruppe hatte vor wenigen Tagen Hunderte tote Robben, Seelöwen und Vögel an einem Strandabschnitt der Tjuleni-Insel in Sibirien entdeckt. Es ist völlig unklar, woran die Tiere verendet sind.

„Für mich ist es dringend notwendig, die Ursache des Massensterbens herauszufinden“, erklärte die Meeresbiologin Maria Chistaewa der lokalen Fernsehstation des russischen Fernsehsender GRTK auf der Insel Sachalin. Es gebe bereits erste Hinweise auf eine mögliche Vergiftung der Tiere – aber auch eine schwere Virusinfektion ist möglich.

Russland: Hunderte Tiere verenden an Strand der Tjuleni-Insel vor Sibirien

Die Wissenschaftler wollen die verendeten Seelöwen, Robben und Vögel schnellstmöglich untersuchen und Tests durchführen. Unter den toten Tieren befinden sich offenbar auch mehrere nördliche Pelzrobben, die in der Region zahlreich vorkommen. Laut Berichten der Expeditionsgruppe war der Strand von toten Tieren übersät.

„So etwas haben wir noch nie gesehen“, erklärte ein Teilnehmer der Expedition dem russischen TV-Sender GRTK, der die Entdeckungen auf Telegram mit weiteren Bildern veröffentlichte. Erst kurz zuvor wurde an der Küste der Insel Sachalin, die kurz vor japanischem Hoheitsgebiet liegt, eine Sperrzone aufgrund eines Ausbruchs von Vogelgrippe (H5N1) errichtet.

Mysteriöses Massensterben in Russland: Forscher rätseln über Hunderte tote Pelzrobben und Seelöwen

Auf der Tjuleni-Insel galt die Sperrzone aber nicht. Forscher hatten allerdings in den vergangenen Wochen vermehrt Todesfälle bei Meeressäugetieren, wie Robben, Seelöwen oder Walrossen, festgestellt. „Wir können derzeit nichts ausschließen“, betont Meeresbiologin Maria Chistaewa, die den Fall mit untersucht. Ergebnisse sollen erst in einem Monat vorliegen.

Das Gebiet auf der unbewohnten Tjuleni-Insel ist abgesperrt. Umweltschützer haben eine schnelle Aufklärung des Falls gefordert. Die Behörden geben sich zugeknöpft. Eine offizielle Mitteilung zum Vorfall gibt es bisher nicht, auch russische Medien erhielten bisher keine Antworten auf ihre Anfragen.

Tier-Massensterben an russischem Strand – Wissenschaftler prüfen Verbindung zur Vogelgrippe

Wissenschaftler weltweit warnen seit mehreren Monaten vor einer Ausbreitung der Vogelgrippe auf größere Säugetiere. Durch eine Mutation des H5N1-Virus waren auch in Nordrhein-Westfalen zahlreiche Vogelkolonien verendet. Experten sorgen sich um die Vogelpopulation und sehen bereits gefährdete Arten weiter bedroht.

Derzeit ist unklar, wie die Übertragung zwischen Vögeln und Säugetieren genau funktioniert. In China wurde im April ein Todesfall bei einem Menschen gemeldet, weitere Infektionen sind derzeit aber nicht bekannt. (shh) 

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