Österliches ComebackKönig Charles zeigt sich bei Gottesdienst

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König Charles III. winkt am Ostersonntag nach dem Ostergottesdienst in der St. George's Chapel auf Schloss Windsor in Berkshire der Öffentlichkeit zu.

König Charles III. winkt am Ostersonntag nach dem Ostergottesdienst in der St. George's Chapel auf Schloss Windsor in Berkshire der Öffentlichkeit zu.

Seit seiner Krebserkrankung hat sich Charles kaum noch in der Öffentlichkeit gezeigt. Nun wurde er beim Ostersonntagsgottesdienst gesichtet.

Der britische König Charles (75) und seine Frau Königin Camilla (76) haben am Sonntag den Ostergottesdienst in der St. George's Chapel in Windsor besucht. Es war der erste größere öffentliche Auftritt von Charles seit der Bekanntgabe seiner Krebserkrankung im Februar. Das Paar zeigte sich am Morgen lächelnd und winkend, als es die Kirche auf dem Gelände von Schloss Windsor betrat. Als jemand aus einer Gruppe von Schaulustigen „Frohe Ostern“ rief, antwortete der König: „Ihnen auch“.

Jubel und Applaus für König Charles und Königin Camilla

Charles erschien in einem eleganten dunklen Mantel, ergänzt durch eine blaue Krawatte, während Königin Camilla ein Ensemble in vorwiegend grünen Tönen wählte, abgerundet durch einen passenden Hut. Das königliche Paar überbrückte die kurze Distanz von ihren privaten Gemächern im Schloss zur Kapelle im Vorhof in einer Limousine. Nach der Ankunft wurden sie von den Geistlichen kurz begrüßt, bevor sie die Kirche betraten.

„I have to be seen to be believed“ („Ich muss gesehen werden, damit man an mich glaubt“), soll Charles' Mutter Queen Elizabeth II. einmal gesagt haben. Getreu diesem Motto traten Charles und Camilla nach dem Gottesdienst in den Innenhof des Schlosses, wo sie mit Jubel und Applaus empfangen wurden. Sie schüttelten ungewöhnlich lange die Hände einiger Schaulustiger und unterhielten sich mit den Menschen, bevor sie wieder in ihren Wagen stiegen.

„Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dass es unserem Monarchen wieder besser geht, dann war es dieser. Er sah nicht nur gut aus, sondern genoss es sichtlich, wieder bei seinem Volk zu sein, und begrüßte eine lange Reihe von Gratulanten aus Neuseeland und den USA mit ausgestreckter, Hand ohne Handschuhe“, schrieb der Adelsexperte Robert Hardman in der „Daily Mail“.

Anhänger des Königspaares halten eine Pappfigur des britischen Königs Charles III. und von Prinzessin Kate vor dem Schloss Windsor, wo die königliche Familie am Ostersonntag an einem Ostergottesdienst teilnimmt.

Anhänger des Königspaares halten eine Pappfigur des britischen Königs Charles III. und von Prinzessin Kate vor dem Schloss Windsor, wo die königliche Familie am Ostersonntag an einem Ostergottesdienst teilnimmt.

Thronfolger Prinz William (41) und seine Frau Prinzessin Kate (42) waren bei dem Ostergottesdienst nicht anwesend. Kate hatte kürzlich in einer sehr persönlichen Videobotschaft der Öffentlichkeit mitgeteilt, dass bei ihr nach einer großen Unterleibsoperation im Januar Krebs diagnostiziert worden sei. Sie habe inzwischen mit einer vorbeugenden Chemotherapie begonnen. Kate bat darum, ihre Privatsphäre und die ihrer Familie zu respektieren.

Ostergottesdienst ohne Prinz William und Prinzessin Kate

Berichten zufolge hatte sich das Paar mit seinen Kindern Prinz George (10), Prinzessin Charlotte (8) und Prinz Louis (5) auf den Landsitz Anmer Hall in der ostenglischen Grafschaft Norfolk zurückgezogen. Zuvor hatte es in Sozialen Medien teils wilde Spekulationen über Kates Gesundheitszustand gegeben.

König Charles III. und Königin Camilla verlassen die St. George's Chapel nach der Teilnahme am Ostermatinee-Gottesdienst.

König Charles III. und Königin Camilla verlassen die St. George's Chapel nach der Teilnahme am Ostermatinee-Gottesdienst.

Doch die Royal-Fans wurden durch den Auftritt anderer wichtiger Protagonisten des englischen Königshauses entschädigt. So waren Charles' Schwester Prinzessin Anne (73) und ihr Mann Timothy Laurence (69) sowie Prinz Edward (60) und seine Frau Herzogin Sophie (59) zum Ostergottesdienst gekommen. Auch Prinz Andrew (64), der wegen seiner Verwicklung in den Epstein-Missbrauchsskandal in Verruf geraten war, und seine Ex-Frau Sarah Ferguson (64), die im vergangenen Jahr ebenfalls eine Krebsdiagnose öffentlich gemacht hatte, waren anwesend.

Kritik an der Teilnahme von Prinz Andrew

Andrews Anwesenheit hat Kritik hervorgerufen. „Wie viele vermuteten, war Andrews Rückzug aus vielen Bereichen des öffentlichen Lebens nur eine Frage der PR, nicht der Rechenschaftspflicht“, sagte der Chef der Anti-Monarchie-Organisation Republic, Graham Smith, laut einer Mitteilung.

Prinz Andrew (Mitte) und Sarah Ferguson (rechts) sprechen mit Prinzessin Anne.

Prinz Andrew (Mitte) und Sarah Ferguson (rechts) sprechen mit Prinzessin Anne.

Andrew war 2019 von seinen öffentlichen Ämtern im Königshaus zurückgetreten, nachdem Vorwürfe gegen ihn laut geworden waren. In der Folge musste er auch auf seine militärischen Ränge und den Titel Königliche Hoheit verzichten.

Obwohl er stets jegliches Fehlverhalten bestritt, einigte er sich 2022 mit der Amerikanerin Virginia Giuffre, die ihm vorwarf, sie als Minderjährige missbraucht zu haben, auf einen Vergleich in Millionenhöhe. Seitdem wurde er gelegentlich bei wichtigen royalen Anlässen gesichtet. So war er im Mai 2023 bei der Krönung seines Bruders anwesend. Auch am traditionellen Weihnachtsgottesdienst im Dezember durfte er teilnehmen. Zum ersten Mal seit Jahren sei auch seine Ex-Frau Sarah Ferguson dabei gewesen, berichtete PA. (mit dpa)

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