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Pro Person Müll vom Gewicht eines PolarbärenDeutlich mehr Abfall in NRW durch Corona

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Symbolbild Müll

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Köln/Düsseldorf – 8,8 Millionen Tonnen Haushaltsabfälle wurden 2021 in Nordrhein-Westfalen eingesammelt, 2,4 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Dies sind etwa 492 Kilogramm pro Person, was dem Gewicht eines voll ausgewachsenen männlichen Polarbären entspreche, teilte das Statistische Landesamt (IT-NRW) jetzt mit.

Was sind das für Abfälle? Werden sie wiederverwertet? Gibt es regionale Unterschiede beim Abfallaufkommen?Der Hausmüll, also alles was in der grauen Tonne landete, machte mit etwa 3,2 Millionen Tonnen im vergangenen Jahr den dicksten Brocken aus. Zusammen mit den knapp 900.000 Tonnen Sperrmüll, die an den Straßenrand gestellt oder selbst zur Entsorgung gebracht wurden, war das fast die Hälfte der Abfälle (47 Prozent).

2,4 Millionen Tonnen Wertstoffe

Weitere mehr als 2,4 Millionen Tonnen wurden getrennt als Wertstoffe gesammelt. Wiederverwertbare Abfälle aus gelben und blauen Tonnen sowie anderen Sammelbehältern: Glas beispielsweise, gemischte Verpackungen, Papier, Pappe, Karton, Metalle, Holz, Kunststoffe und Textilien. Und mit mehr als 2,1 Millionen Tonnen sind die organischen Abfälle, die über die Biotonnen anfallen oder in Gärten und Parks entstehen, fast ein Viertel der Gesamtmenge.

Die Abfallmenge des Haus- und Sperrmülls ist nach Angaben von IT-NRW insbesondere in den kreisfreien Städten entlang des Rheins, im bergischen Städtedreieck und im Ruhrgebiet am höchsten. In den eher ländlich geprägten Kreisen im nördlichen Westfalen und Ost-Westfalen-Lippe sind dagegen die Pro-Kopf-Anteile der organischen Abfälle oft doppelt so hoch wie im urbanen Umfeld.

Minister: „Müllaufkommen reduzieren“

„Die Zahlen des letzten Jahres zeigen, dass sich die Corona-Pandemie und die zeitweiligen Lockdowns auch bei den Abfallmengen niedergeschlagen haben“, sagte NRW-Umweltminister Oliver Krischer (Bündnis 90/Grüne) dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Die Vermutung liegt nahe. Denn in der langfristigen Trendanalyse ist die Gesamtmenge der Haushaltsabfälle pro Kopf in den vergangenen zehn Jahren deutlich geringer gewesen. Ab 2003 hat der Wert konstant unter 230 Tonnen gelegen. Im bisherigen Rekordjahr 2018 waren es lediglich 210 Tonnen.

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Köln hat die höchsten Abfallgebühren in NRW. (Symbolbild)

Auch wenn der Trend vor Corona gestimmt habe, müsse die Müllmenge zukünftig weiter reduziert werden, so Krischer. „Abfall ist ungenutzter Wertstoff, das können wir uns nicht mehr leisten. Wir müssen dazu kommen, dass wir durch eine umfassende Kreislaufwirtschaft Umwelt und Ressourcen schonen und das Müllaufkommen reduzieren können."

Die Restmüllasche wird im Straßenbau verwendet

Dies betrifft heute auch schon den Hausmüll, der in Köln von der „Abfallentsorgungs- und Verwertungsgesellschaft“ (AVB) vorsortiert wird, ehe er in die Restmüllverbrennungsanlage kommt. Sogenannte Magnetabscheider finden jährlich rund 1.000 Tonnen Eisenmetalle. Zudem plant die AVG Köln eine Kunststoffsortierung, um ab 2024 Folien und Hartplastik aus dem Restmüll zu fischen. Dessen Asche – in Köln rund 175.000 Tonnen pro Jahr – kommt auf die Deponie Vereinigte Ville - ab 2025 umweltfreundlich auch per Bahn.

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„In einer Aufbereitungsanlage werden die Reste von Eisenmetallen und mit Hilfe von Wirbelstromabscheidern auch Nichteisenmetalle wie Kupfer, Aluminium, Messing und in Spuren ebenfalls Edelmetalle aussortiert“, erklärt AVG-Sprecher Tilo Dumuscheit. Nach drei Monaten könne die restliche Asche dann in den Straßen- und Wegebau und für den Bau von Lärmschutzwällen eingesetzt werden.