„Alf“ ist Kult. Doch hinter der Serie stehen Abstürze, Rückzüge und Tragödien – was wurde aus Willie, Kate, Lynn, Brian und den Ochmoneks?
Traurige Schicksale„Alf“ – Was wurde aus den Serienstars der kultigen Sitcom?

Benji Gregory, Andrea Elson, Alf, Anne Schedeen und Max Wright waren die Hauptdarsteller der Kult-Sitcom „Alf“, die Ende der 1980er Jahre im Fernsehen lief. (Archivbild)
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Die US-Sitcom „Alf“ lief von 1986 bis 1990 und gehört bis heute zu den prägenden Serien ihrer Zeit. Im Zentrum der insgesamt 103 Episoden steht ein außerirdischer Besucher namens Gordon Shumway vom Planeten Melmac, der nach einer Bruchlandung in der Garage der Familie Tanner strandet. Um ihn vor neugierigen Blicken zu schützen, verstecken ihn die Tanners vor Behörden und Nachbarn – mit oft chaotischen und humorvollen Folgen.
In Deutschland wurde die Serie zwischen 1988 und 1991 im ZDF ausgestrahlt und durch zahlreiche Wiederholungen zum Dauerbrenner. Immer wieder gibt es Spekulationen über eine Rückkehr der Figur, zuletzt auch im Jahr 2023.
Doch wie erging es den Darstellern der Familie Tanner nach dem Serienende? Und was wurde aus beliebten Nebenfiguren wie den Nachbarn Rachel und Trevor Ochmonek oder Kates Mutter, die ebenfalls Kultstatus erreicht haben?
Was wurde aus Max Wright alias Willie Tanner?
Schon vor seiner Paraderolle als Familienvater Willie Tanner war Max Wright ein vielbeschäftigter Schauspieler im Fernsehen und vereinzelt auch im Kino zu sehen. Zudem stand er erfolgreich am Broadway auf der Bühne und erhielt dafür sogar eine Tony-Nominierung. Mit rund 70 Rollen zählte er zu den aktivsten Darstellern aus dem „Alf“-Ensemble. Nach dem Ende der Serie blieb Wright dem Fernsehen treu und übernahm zahlreiche Gastauftritte, etwa in „Mord ist ihr Hobby“, „Wer ist hier der Boss?“ oder „Murphy Brown“. Eine größere Serienrolle folgte erst 1999 mit der Sitcom „Norm“, die über drei Staffeln lief, in Deutschland jedoch nie ausgestrahlt wurde. 2005 stand er zuletzt für einen Fernsehfilm vor der Kamera.

Max Wright soll mit seiner Rolle in „Alf“ gehadert haben. (Archivbild)
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Auch abseits der Kamera verlief Max Wrights Leben nicht ohne Brüche: 1995 erhielt er eine Krebsdiagnose. In den Jahren 2000 und 2003 geriet er zudem wegen Trunkenheit am Steuer mit dem Gesetz in Konflikt. Nach dem Tod seiner Ehefrau Linda im Jahr 2017 lebte der bisexuelle Schauspieler mit dem Deutschen Reiner Dettlinger zusammen. Dieser sagte ein Jahr später der „Bild“-Zeitung, Wright habe seine Rolle in „Alf“ kritisch gesehen: „Es war eine Degradierung, weil er vom Theater kam.“ 2019 starb Wright infolge einer erneuten Krebserkrankung im Alter von 75 Jahren.
Was wurde aus Anne Schedeen alias Kate Tanner?
Auch Anne Schedeen hatte vor „Alf“ bereits in vielen Fernsehproduktionen kleinere Rollen übernommen. Nach dem Ende der Sitcom stand sie nur noch selten vor der Kamera, etwa 2001 für drei Episoden von „Für alle Fälle Amy“. Anschließend zog sie sich weitgehend aus dem Schauspielgeschäft zurück. Während der Dreharbeiten zu „Alf“ wurde 1989 ihre Tochter Taylor geboren – ihre Schwangerschaft wurde damals sogar in die Serie integriert.

Anne Schedeen (Archivbild)
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Jahre nach dem Serienende erklärte Schedeen im Gespräch mit dem „People“-Magazin, die Arbeit an „Alf“ sei die anstrengendste ihrer Laufbahn gewesen. Die Dreharbeiten hätten wenig Spaß gemacht, auch weil am Set einige „schwierige Persönlichkeiten“ aufeinandertrafen und die Produktion stark von aufwendiger Technik bestimmt war. Besonders die Szenen mit der Alf-Puppe verlangten viel Zeit und Geduld. Mit den jungen Kollegen Andrea Elson und Benji Gregory verstand sich die heute 77-Jährige hingegen gut.
Nach ihrem Abschied aus dem Showgeschäft schlug Schedeen beruflich eine neue Richtung ein und war in Los Angeles als Antiquitätenhändlerin und Dekorateurin tätig. Darüber hinaus engagierte sie sich in der Förderung und Ausbildung junger Komiker.
Was wurde aus Andrea Elson alias Lynn Tanner?
Andrea Elson (57), die in der Serie die Tanner-Tochter verkörperte, wurde vom plötzlichen Aus im Jahr 1990 völlig überrascht. 2018 erklärte sie gegenüber der „Bild“-Zeitung, sie habe damals unter Schock gestanden: „Wir hatten eine Pause mit einem riesigen Cliffhanger. Plötzlich rief mich die Produktion an und sagte: ‚Die Serie ist vorbei‘ – ohne jede Begründung. Es gab keine Feier, keine Umarmungen. Wir drehten die letzte Szene, ohne zu wissen, dass es die letzte war.“

Andrea Elson (Archivbild)
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Bis 1997 stand Elson noch für kleinere Fernsehrollen vor der Kamera, etwa in langlebigen Sitcoms wie „Eine schrecklich nette Familie“, „Verrückt nach dir“ oder „Eine starke Familie“. Als die Angebote seltener wurden und die Rollen an Bedeutung verloren, beendete sie ihre Schauspielkarriere und eröffnete in Kalifornien ein eigenes Yoga-Studio. Die verheiratete Mutter von zwei inzwischen erwachsenen Kindern war später auch in sozialen Netzwerken aktiv, ihre Accounts bei Twitter, Facebook und Blogspot liegen jedoch seit Jahren brach oder sind nicht mehr erreich
Was wurde aus Benji Gregory alias Brian Tanner?
Auch Benji Gregory konnte nie wieder an frühere Erfolge anknüpfen: Der als Benji Hertzberg geborene Schauspieler, der in „Alf“ den kleinen Brian spielte, zog sich schon früh aus dem Geschäft zurück und wurde nur 46 Jahre alt. Nach dem Ende der Serie war er noch in einigen Fernsehfilmen und -produktionen zu sehen, zuletzt sprach er eine Figur in der Zeichentrickserie „Meister Dachs und seine Freunde“. Nach 1993 beendete er seine Fernsehkarriere endgültig.

Benji Gregory (Archivbild)
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Später schlug Gregory einen ganz anderen Weg ein: Er trat in die U.S. Navy ein und war auf der Keesler Air Force Base im US-Bundesstaat Mississippi stationiert. Seine militärische Laufbahn endete 2005 aus gesundheitlichen Gründen. Ein Jahr darauf heiratete er und lebte mit seiner Frau in Arizona. Über seinen Instagram-Account teilte er regelmäßig ungewöhnliche Einblicke in seinen Alltag – oft auch gemeinsam mit seinem Assistenzhund Hans. Dort machte er auch öffentlich, dass er an einer bipolaren Störung litt.
Im Juni 2024 wurde Benji Gregory leblos in seinem Auto in Peoria, Arizona, aufgefunden. Als offizielle Todesursache wurde später ein Hitzschlag in Verbindung mit einer Leberzirrhose festgestellt; er war vermutlich bei extremer Hitze im Fahrzeug eingeschlafen. Auch sein Hund Hans überlebte den Vorfall nicht.
Was wurde aus Liz Sheridan alias Raquel Ochmonek?
Liz Sheridan spielte in 34 Folgen von „Alf“ die Nachbarin Raquel Ochmonek, die mit ihrer Neugier immer wieder für Chaos sorgte. Schon vor der Serie hatte sie zahlreiche TV-Rollen, und auch danach arbeitete sie weiter regelmäßig. Besonders bekannt ist ihre Rolle in „Seinfeld“, wo sie bis 1998 in allen neun Staffeln die Mutter von Jerry spielte. Aufmerksamkeit bekam sie außerdem wegen ihrer Vergangenheit: Anfang der 1950er Jahre war sie kurzzeitig mit James Dean verlobt. Diese Zeit verarbeitete sie später in ihrem Buch „Dizzy & Jimmy: My Life with James Dean: A Love Story“.

Liz Sheridan (Archivbild)
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Ihre letzte Filmrolle übernahm Sheridan 2010 in „Trim“ an der Seite von Bruce Dern. 2022 starb sie im Alter von 93 Jahren in Manhattan, New York. Comedian Jerry Seinfeld verabschiedete sich auf Twitter mit den Worten: „Liz war die liebevollste und netteste TV-Mutter, die sich ein Sohn nur wünschen kann.“
Was wurde aus John LaMotta alias Trevor Ochmonek?
Trevor Ochmonek, Rachels Ehemann, stand ständig unangekündigt bei den Tanners vor der Tür und machte es sich dort ungefragt gemütlich – sehr zum Leidwesen der Familie. Gespielt wurde er von dem New Yorker Schauspieler John LaMotta, der perfekt in diese Rolle passte. Nach „Alf“ übernahm er noch einige Gastauftritte, etwa in „Unser lautes Heim“ oder „Emergency Room“. Seinen letzten Film drehte er 1999 mit „Five Aces“ an der Seite von Charlie Sheen.
Im Rückblick fand er deutliche Worte zu seiner Zeit bei „Alf“: „Die Serie war ein Stück Scheiße … die schlimmste Arbeit, die ich je gemacht habe“, sagte er 2010 zu „TMZ“. Vier Jahre später soll John LaMotta laut IMDB in Los Angeles gestorben sein. Eine offizielle Bestätigung oder Berichte großer Tageszeitungen fehlen jedoch, weshalb er auf manchen Seiten weiterhin als lebend geführt wird. Für zusätzliche Verwirrung sorgt, dass er auf Fotos häufig mit seinem Onkel, dem Boxer Jake LaMotta (1922–2017), verwechselt wird.
Was wurde aus Anne Meara alias Dorothy Halligan-Deaver?
Anne Meara war zwar nur in acht Folgen von „Alf“ zu sehen, doch mit ihrem bissigen Humor blieb sie vielen Zuschauern im Gedächtnis. Die vor allem als Komikerin bekannte Schauspielerin blickte auf eine lange und abwechslungsreiche Karriere zurück: Seit den 1950er Jahren stand sie regelmäßig für zahlreiche TV-Produktionen vor der Kamera und wurde mehrfach für den Emmy nominiert. Auch später übernahm sie immer wieder Rollen, etwa in „Sex and the City“ oder gemeinsam mit ihrem Ehemann Jerry Stiller in „King of Queens“.

Anne Meara mit ihrem Ehemann Jerry Stiller. (Archivbild von 2006)
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Gemeinsam mit ihrem Ehemann trat sie viele Jahre als Comedy-Duo „Stiller and Meara“ auf. Auch ihre Kinder Ben Stiller und Amy Stiller machten sich als Schauspieler einen Namen. Bis 2014 stand Meara noch vor der Kamera, danach zog sie sich aus Altersgründen zurück. Ein Jahr später starb sie im Alter von 85 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls.
Was wurde aus Josh Blake alias Jake Ochmonek?
Josh Blake stieß 1988 ab der zweiten Staffel von „Alf“ als Nachbarsjunge Jake dazu. Insgesamt war er in 15 Folgen zu sehen, verschwand jedoch nach der vorletzten Episode der dritten Staffel ohne Erklärung aus der Serie. Nach „Alf“ ergatterte er eine größere Rolle in der Sitcom „The Famous Teddy Z“, die allerdings bereits nach einer Staffel wieder eingestellt wurde.

Josh Blake (Archivbild)
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Bis 2004 war der heute 51-Jährige noch in verschiedenen Sitcoms und Serien zu sehen, darunter „Sabrina – total verhext“ und zuletzt „J.A.G. – Im Auftrag der Ehre“. Danach arbeitete er als Synchronsprecher für einige Videospiele, bevor er sich ganz aus dem Showgeschäft zurückzog. Zwischenzeitlich war er als Immobilienmakler in Los Angeles tätig. Heute tritt er unter seinem bürgerlichen Namen Joshua „Josh“ Buxbaum auf und arbeitet als Unternehmer im Bereich Vertrieb und Kundendienst. Darüber hinaus setzt er sich für benachteiligte Jugendliche ein.
Was wurde aus Paul Fusco alias Alf?
Ohne ihn hätte es „Alf“ nie gegeben: Paul Fusco (73) lieh der Figur nicht nur ihre Stimme, sondern schrieb auch an der Serie mit und führte die Puppe selbst. Bis heute ist er Vizepräsident der Produktionsfirma Alien Productions, die die Rechte an „Alf“ verwaltet. Damit profitiert er weiterhin vom einst riesigen Merchandising rund um die Figur – ebenso wie von der laufenden Verwertung der Serie, die durch Wiederholungen, DVD-Verkäufe und Streaming-Angebote nach wie vor hohe Einnahmen erzielt.

Produzent Paul Fusco, Alf und Tom Patchett in den 1980er Jahren. (Archivbild)
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Über die Jahre tauchte Alf immer wieder in anderen Produktionen auf, etwa 2019 in „Young Sheldon“ oder 2023 in der Zeichentrickserie „Die Simpsons“, wo Paul Fusco erneut die Stimme übernahm. Die bislang größte Meldung folgte im Juli 2023: Wie das „People“-Magazin berichtete, arbeitet Hollywoodstar Ryan Reynolds gemeinsam mit Alf-Erfinder Paul Fusco und „Shout! Studios“ daran, die 80er-Jahre-Sitcom für seinen Streamingdienst „Maximum Effort Channel“ neu aufzulegen.
Zu einem echten Comeback kam es jedoch nicht: Statt einer neuen Serie beschränkte sich das Projekt auf Wiederholungen und kurze Promo-Clips mit Alf. Der Streamingdienst wurde Anfang 2025 wieder eingestellt. Seitdem gibt es keine konkreten Hinweise auf eine neue „Alf“-Produktion.


