Bei einer öffentlichen Signierstunde im Berliner Bode-Museum hat eine spontane Geste der früheren Bundeskanzlerin Angela Merkel für Aufsehen gesorgt. Gemeinsam mit dem Künstler Jérémie Queyras unterzeichnete die 72-Jährige Postkarten, auf denen ihr offizielles Porträt abgebildet ist. Laut einem Bericht des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB) warteten rund 450 Personen in einer langen Schlange bis vor den Museumseingang, um eine Unterschrift zu erhalten.
Merkel im Bode-Museum: Millionenfach aufgerufenes Video im Netz
Eine Videoaufnahme der Veranstaltung dokumentiert eine kurze Szene während des Termins: Der Junge Joseph Williams, der nach der langen Wartezeit durstig war, bat Merkel um Wasser. Die Altkanzlerin reagierte unmittelbar und erkundigte sich: „Willst du aus meinem Glas trinken?“ Anschließend reichte sie dem Kind ihr eigenes Trinkglas.
Die Aufnahme entwickelte sich im Internet schnell zu einem viel beachteten Beitrag. Mittlerweile verzeichnet das Video mehr als eine Million Aufrufe auf verschiedenen Plattformen. Die Mutter des Jungen kommentierte den Vorfall online als „eine freundliche Geste von Frau Merkel“. Ihr Sohn habe nach dem langen Warten Durst verspürt und nach dem Getränk gefragt. Merkel habe ihm dieses „ohne zu zögern“ überlassen, woraufhin sich beide noch kurz miteinander unterhalten hätten.
„Freundliche Geste von Frau Merkel“
Die Veranstaltung diente der Präsentation eines Werks von Jérémie Queyras, der Merkel für die Kanzlergalerie porträtiert hatte. Aufgrund des anhaltenden Interesses der Öffentlichkeit bleibt die entsprechende Ausstellung im Bode-Museum bis zum 3. Januar 2027 geöffnet. Im Anschluss daran soll das Gemälde dauerhaft im Bundeskanzleramt platziert werden.
Abseits spontaner Erfrischungsangebote an durstige Museumsbesucher beweist der Terminkalender der Bundeskanzlerin a. D., dass der Ruhestand keineswegs mit Stillstand gleichzusetzen ist. Ob bei Buchlesungen in Bamberg, der Verleihung des Mendelssohn-Preises in Leipzig oder internationalen Stopps wie in Lissabon und Cambridge: Angela Merkel tourt unermüdlich durch Säle und Hörsäle.
Statt politischer Ausschüsse bestimmen nun Kunstausstellungen, literarische Abende und Ehrendoktorwürden ihren dichten Takt. Mit anstehenden Stationen von Lübeck bis Dortmund bleibt die Reiseroute der Altkanzlerin auch in den kommenden Wochen straff getaktet. (jag)

