Nach dem Tod von Bonnie Tyler blickt die Musikwelt auf ihr Lebenswerk. Diese 11 Songs der Rock-Ikone sollte man unbedingt kennen.
Mehr als „Total Eclipse“Bonnie Tyler ist tot – Diese 11 Lieder sollten Sie kennen

Der Tod von Bonnie Tyler beendet die Karriere einer der markantesten Stimmen der Rock- und Popgeschichte. (Archivbild)
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Der Tod von Bonnie Tyler beendet die Karriere einer der markantesten Stimmen der Rock- und Popgeschichte. Die Sängerin, die mit ihrer rauen Stimme Welthits wie „Total Eclipse of the Heart“ und „Holding Out for a Hero“ prägte, starb im Alter von 75 Jahren nach Komplikationen infolge einer Notoperation am Darm.
Ihre Karriere führte von den frühen Country-Pop-Erfolgen der 1970er-Jahre über die bombastischen Rock-Kompositionen von Jim Steinman bis zu Liedern, die später auch durch andere Interpretinnen neue Erfolge feierten. Diese elf Songs zeigen die wichtigsten Stationen einer außergewöhnlichen Laufbahn.
„It's a Heartache“ (1977)
Das ist die Stunde, in der ein Makel zum Markenzeichen wurde. Nach einer Stimmband-Operation im Vorjahr klang Tylers Stimme nicht mehr glatt, sondern zerschunden, rau und unendlich wahrhaftig. Genau diese Schmirgelpapier-Textur verhalf dem Song in den USA zu einem seltenen Phänomen: Er funktionierte im Pop, im Easy-Listening und im Country gleichermaßen. Warum? Weil Schmerz keine Genregrenzen kennt.
„Holding Out for a Hero“ (1984)
Es gibt eine Art von Popmusik, die so kompromisslos nach vorne peitscht, dass man sich ihr nicht entziehen kann. Für den Soundtrack von „Footloose“ aufgenommen, ist dieser Track das musikalische Äquivalent zu einer packenden 80er-Jahre-Verfolgungsjagd im Kino. Steinman und Tyler treiben das Tempo so hoch, dass die verzweifelte Suche nach einem überlebensgroßen Helden – einem modernen Herkules oder weißen Ritter – zu einer regelrechten Wucht auf der Tanzfläche wird.
„Lost in France“ (1976)
Bevor der große Bombast kam, war da diese kleine, fast intime Country-Pop-Erzählung. Es ist die zweite Single ihrer Karriere und das Fundament für alles, was folgen sollte. Man hört hier eine junge Künstlerin, die noch ihren Platz sucht, deren Stimme aber bereits eine Melancholie transportiert, die das britische und dann auch das deutsche Publikum damals sofort aufhorchen ließ.
„Bitterblue“ (1991)
Zu Beginn der 1990er-Jahre schlug Tyler ein neues Kapitel auf und vertraute auf die Qualitäten von Dieter Bohlen. Der deutsche Erfolgsproduzent hatte kurz zuvor schon mit „Midnight Lady“ einem anderen Helden der 1970er-Jahre, Chris Norman, erfolgreich zum Comeback verholfen.
Unter dem Pseudonym Howard Houston lieferte er ihr nun ein Stück Pop, das sich musikalisch und stilistisch mit seinen Dudelsack-Elementen und dem treibenden Rhythmus sehr deutlich an Rod Stewarts Hit „Rhythm of My Heart“ aus demselben Jahr orientierte. Tyler nimmt dieses Arrangement und veredelt es mit ihrer typischen Reibeisen-Intensität, was ihr prompt eine Rückkehr in die europäischen Top 10 einbrachte.
„Ravishing“ (1986)
Dieses von Jim Steinman geschriebene und produzierte Werk ist ein Paradebeispiel für theatralischen Rocküberschwang. Der Song besitzt eine so dichte, dramatische Struktur, dass die rein instrumentale Version im selben Jahr wie geschaffen dafür war, große Fernsehübertragungen mit der nötigen emotionalen Wucht zu unterlegen.
„Loving You's a Dirty Job (But Somebody's Gotta Do It)“ (1986)
Ein gutes Duett ist wie ein gutes Drehbuch: Es braucht Reibung. Zusammen mit dem US-Musiker Todd Rundgren liefert sich Tyler auf dem Album „Secret Dreams and Forbidden Fire“ einen stimmlichen Schlagabtausch, der von Steinmans unverkennbarem, orchestralem Bombast getragen wird. Zwei Urgewalten, die sich gegenseitig fordern.
„If You Were a Woman (And I Was a Man)“ (1986)
Ein faszinierendes Stück Musikgeschichte über die Wiederverwertung einer guten Idee. Desmond Child schrieb Tyler diese Nummer auf den Leib. Die musikalische DNA und die Melodiestruktur waren jedoch so stark, dass Child sie im selben Jahr für Bon Jovis „You Give Love a Bad Name“ recycelte – ein Beweis dafür, wie prägend Tylers Sound für den Rock der 1980er-Jahre war. Kennen Sie auch die Version von Ireen Sheer, „Wenn du eine Frau wärst und ich wär' ein Mann“, mit einer gewissen Gaby Decker im Background?
„Tears“ (1983)
Auf dem Meilenstein-Album „Faster Than the Speed of Night“ verbirgt sich dieses Juwel. Im Duett mit dem schottischen Sänger Frankie Miller treffen zwei der rauesten Stimmen der britischen Inseln aufeinander. Abseits des gewohnten Rock-Bombasts ist es vor allem die lyrische Eindringlichkeit, die diesen Song trägt.
Wenn Tyler mit intensiver Stimmgewalt Zeilen wie „Like a stone rolling down the mountainside / It's over, you can't turn the tide“ singt, bricht sich die pure, ungeschönte Verletzlichkeit eines Abschieds Bahn. Jeder Ton transportiert den Schmerz einer Liebe, die trotz aller Reue unwiderruflich vorbei ist, und macht das Stück zu einer emotionalen Tour de Force.
„More Than a Lover“ (1977)
Die direkte Nachfolgesingle zu „Lost in France“ birgt die Sehnsucht nach einer echten, dauerhaften Bindung anstelle eines flüchtigen Abenteuers. Musikalisch überrascht die Nummer mit einem Schlagzeug-Auftakt und einer akustischen Gitarre.
Das gesamte Arrangement wirkt zunächst verhalten, fast schon düster, und legt eine melancholische Schwere über den Track, die sich deutlich vom Country-Pop der Vorgängersingle abhebt, bevor im Refrain dann der Ausbruch kommt. Die BBC zeigte sich von der Nummer damals weniger begeistert: Wegen angeblich „zu anzüglicher“ Zeilen wurde der Song kurzerhand aus dem Programm verbannt.
„Save Up All Your Tears“ (1988)
Klingt nach Welthit, war aber keiner. Eingebettet in das Album „Hide Your Heart“, ist dieses von Desmond Child und Diane Warren geschriebene Werk eine Blaupause für den perfekten Melodic-Rock, auch als AOR bekannt. Tyler lieferte das Original, doch die Substanz des Songs war so gewaltig, dass er wenig später für Kolleginnen wie Robin Beck und Cher zu riesigen Hits wurde. Dasselbe Kunststück gelang auf dieser Platte übrigens mit dem Song „The Best“, der nur ein Jahr später in der Version von Tina Turner zur unsterblichen Hymne reifte.
„Total Eclipse of the Heart“ (1983)
Manche Songs sind mehr als nur Melodien, sie sind wie Breitwandfilme, die sich vor dem inneren Auge abspielen. Für diesen britischen und amerikanischen Nummer-eins-Hit hat Jim Steinman Tyler keine Strophen geschrieben, sondern ein emotionales Wettersystem. Tylers Gesang bewegt sich durch diese monumentale Rockballade wie eine Naturgewalt, die das Innerste nach außen kehrt.
Dass dieses Epos im Jahr 2026 die Marke von einer Milliarde Streams auf Spotify durchbrach, überrascht nicht – manche Gefühle altern einfach nicht. Mit „Total Eclipse of the Heart“ hinterlässt Bonnie Tyler einen Welthit, der Generationen überdauert und auch in Zukunft immer wieder neue Hörer finden wird.