Abo

EBU genehmigt SonderregelungSteht der Sieger beim ESC 2026 schon fest?

2 min
Linda Lampenius x Pete Parkkonen bei der Interpretation von „Liekinheitin“ für Finnland während der ersten Probe in der Wiener Stadthalle, Wien 2026.

Linda Lampenius x Pete Parkkonen bei der Interpretation von „Liekinheitin“ für Finnland während der ersten Probe in der Wiener Stadthalle, Wien 2026.

Finnland gilt beim ESC als Favorit. Eine historische EBU-Entscheidung für Live-Musik könnte den Wettbewerb in Wien nun vorab entscheiden.

Die Spannung vor dem Eurovision Song Contest (ESC) in Wien steigt – und eine technische Sondergenehmigung sorgt nun für eine kleine Sensation, die die Siegchancen der Teilnehmer massiv verschieben könnte. Während das große Finale erst am 16. Mai stattfindet, richtet sich die Aufmerksamkeit bereits auf das erste Halbfinale am morgigen Dienstag (12. Mai). Im Fokus: Finnland und eine historische Entscheidung der Europäischen Rundfunkunion (EBU).

Historische Entscheidung der EBU

Es ist eine Nachricht, die den Wettbewerb grundlegend verändert: Die finnische Violinistin Linda Lampenius hat von der EBU grünes Licht erhalten, ihr Instrument live auf der Bühne zu spielen. Gemeinsam mit dem Sänger Pete Parkkonen präsentiert sie das Stück „Liekinheitin“ (deutsch: „Flammenwerfer“).

Linda Lampenius x Pete Parkkonen vertreten Finnland beim ESC 2026.

Linda Lampenius (r) und Pete Parkkonen vertreten Finnland beim ESC 2026.

Was für Laien nach einer Randnotiz klingt, ist beim ESC ein echtes Novum. Seit 1998 gilt ein striktes Verbot für Live-Instrumente; die Musik kommt seither ausnahmslos vom Band, lediglich der Gesang wird live dargeboten. Die Regelung sollte ursprünglich den reibungslosen Ablauf der Produktion garantieren und Zeitverluste durch Umbaupausen oder das Stimmen von Instrumenten verhindern. Finnland bricht nun dieses langjährige „Playback-Gesetz“.

Der „Flammenwerfer“-Effekt in den Wettbüros

Der Schwedische Rundfunk spricht bereits von einer „historischen Entscheidung“. Auch die Buchmacher reagierten prompt: Der finnische Beitrag, der ohnehin seit Wochen die Ranglisten bei „Eurovision World“ anführt, festigte seine Spitzenposition weiter. Expertinnen und Experten sehen in dem Live-Spiel einen entscheidenden „Authentizitäts-Bonus“. In einem Feld, das weitgehend von elektronisch polierten Produktionen geprägt ist, könnte das handgemachte Element besonders bei den Fachjurys punkten.

Pete Parkkonen bei den Proben.

Pete Parkkonen bei den Proben.

Allerdings bleibt der Auftritt eine „Risiko-Wette“: Der Soundmix in der Wiener Stadthalle muss die Live-Violine perfekt einfangen, um den gewünschten Effekt zu erzielen. Gelingt dies im Halbfinale am 12. Mai, dürfte Finnland endgültig als der Top-Favorit für die Krone am Samstagabend gelten.

Sarah Engels für Deutschland abgeschlagen

Zwar mischen Nationen wie Griechenland, Dänemark, Frankreich oder Australien mit Superstar Delta Goodrem im vorderen Feld mit, doch gegen den „Finnland-Faktor“ scheint derzeit kaum ein Kraut gewachsen zu sein. Ob die Live-Änderung tatsächlich den Sieg bringt, wird sich erstmals am Dienstagabend zeigen.

Während Finnland vom Momentum profitiert, sieht es für den deutschen Beitrag derzeit weniger optimistisch aus. Trotz eines visuell beeindruckenden Auftritts wird die Kölnerin Sarah Engels in den internationalen Wettquoten aktuell konstant auf den hinteren Plätzen geführt. Daran haben bislang auch die Proben nichts geändert.