Nach Razzia und Festnahme wehrt sich Andrew Mountbatten-Windsor juristisch. Ein britisches Gericht prüft das Vorgehen der Ermittler.
Royaler GegenschlagEx-Prinz Andrew klagt gegen Polizei – nach Razzia wehrt er sich vor Gericht

Andrew Mountbatten Windsor in einem Auto
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Nach seiner vorübergehenden Festnahme im Februar geht Andrew Mountbatten-Windsor nun juristisch in die Offensive. Wie die britische Zeitung „The Telegraph“ berichtet, hat der 66-Jährige Klage gegen die Thames Valley Police eingereicht.
Im Zentrum des Verfahrens steht die Frage, ob die Durchsuchungen seiner Immobilien rechtmäßig waren. Ein Gericht hat den entsprechenden Antrag auf eine richterliche Überprüfung der Durchsuchungsbeschlüsse inzwischen zugelassen.
Andrew Mountbatten-Windsor lässt Vorgehen der Fahnder gerichtlich prüfen
Die Maßnahmen der Ermittler betrafen sowohl die Marsh Farm auf dem königlichen Sandringham-Anwesen als auch die Royal Lodge in Windsor, seinen früheren Wohnsitz. Beamte hatten die Gebäude durchsucht und Dokumente sowie weiteres Beweismaterial sichergestellt. Andrew war an seinem 66. Geburtstag in der Grafschaft Norfolk festgenommen und auf eine Wache in Aylsham gebracht worden. Dort wurde der Bruder von König Charles III. Medienberichten zufolge knapp zwölf Stunden vernommen, ehe er das Revier sichtlich erschöpft wieder verlassen konnte.
Hintergrund des Polizeieinsatzes sind Ermittlungen wegen des Verdachts auf Amtsmissbrauch. Nach der Veröffentlichung von Dokumenten aus den Epstein-Akten steht der Vorwurf im Raum, Mountbatten-Windsor habe während seiner Zeit als britischer Handelsbeauftragter zwischen 2001 und 2011 sensible Informationen an den inzwischen verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein weitergeleitet. Andrew hat Anschuldigungen dieser Art und jegliches Fehlverhalten im Zusammenhang mit Epstein stets bestritten.
Andrew fühlt sich „in der Schwebe“ zu leben
Die juristischen Auseinandersetzungen belasten den Alltag des ehemaligen Herzogs offenbar massiv. Nach Informationen von „The Telegraph“ habe Andrew das Gefühl, derzeit „in der Schwebe zu leben“. Er halte sich auf dem Landsitz Sandringham „praktisch im Exil“ auf, hieß es unter Berufung auf sein Umfeld. Eine namentlich nicht genannte Quelle erklärte der Zeitung, dass Andrew, solange die Ermittlungen laufen, kein normales Leben führen könne – mit einem Abschluss wird erst in einigen Monaten gerechnet.
Auch innerhalb der Königsfamilie scheinen die Fronten verhärtet. Zu seinem älteren Bruder König Charles soll Andrew seit längerem keinen Kontakt mehr haben. Zu seinen beiden anderen Geschwistern, Prinzessin Anne und Prinz Edward, bestehe hingegen weiterhin eine Verbindung.
König Charles hatte Andrew bereits im Oktober 2025 sämtliche königlichen Titel aberkannt. Im vergangenen Frühjahr musste Mountbatten-Windsor schließlich auch die Royal Lodge räumen und zog auf die deutlich kleinere Marsh Farm. Wann das Gericht über die Rechtmäßigkeit der polizeilichen Durchsuchungen entscheidet, ist bislang noch offen. (jag)
