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„Zum Bayern-Fan hypnotisieren lassen“Heiner Lauterbach spricht über seine „Qualen“ als 1. FC Köln-Fan

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Heiner Lauterbach DPA 010222

Heiner Lauterbach leidet mit dem 1. FC Köln. (Archivbild)

Zwischen Stadion-Frust und Vaterstolz: Der gebürtige Kölner erklärt im aktuellen Interview, warum wahre Treue wehtut und was ihn privat antreibt.

Heiner Lauterbach macht aus seinem Herzen keine Mördergrube, wenn es um seinen 1. FC Köln geht. In einem aktuellen Gespräch mit dem Radiosender Hit Radio FFH offenbart der gebürtige Kölner, wie sehr ihn die Treue zu seinem Heimatverein emotional fordert. Die Zugehörigkeit zum FC beschreibt der 73-Jährige als eine Art Schicksal, das sich jeglicher rationalen Kontrolle entzieht.

Heiner Lauterbach bleibt dem 1. FC Köln treu

Mit einer typisch kölschen Portion Galgenhumor gesteht er: „Ich habe schon mit dem Gedanken gespielt, mich hypnotisieren zu lassen und Bayern-Fan zu werden, weil es mir dann wesentlich besser ginge.“ Das Ziel der Trance wäre es, am Wochenende endlich die Nerven zu schonen und den ständigen Ärger gegen sportliche Souveränität einzutauschen.

Doch am Ende weiß er selbst am besten, dass echte Fan-Liebe kein Wahlfach ist. Sein Unverständnis über die eigene Leidensfähigkeit teilt er dabei regelmäßig mit Gleichgesinnten: „Ich sage ja am Wochenende auch immer zu meinem Freund: Was haben wir denn eigentlich für ein Hobby, dass wir uns jedes Wochenende ärgern? Das kann ja nicht sein.“

Schauspieler schwärmt von Tochter Maya

Die emotionale Seite des Schauspielstars zeigt sich nicht nur im Stadion, sondern vor allem im Privaten. Besonders die Beziehung zu seiner Tochter Maya bezeichnet Lauterbach als unglaublich innig und einzigartig. Dass Maya den Namen seiner eigenen Mutter trägt, war ein Wunsch seiner Ehefrau Viktoria, den er mit Stolz annahm. Diese familiäre Kontinuität scheint für Lauterbach ein wichtiger Anker zu sein, während er beruflich weiterhin neue Wege geht.

So gibt er sein Wissen mittlerweile an die nächste Generation weiter und lehrt an der Macromedia Hochschule, wobei er eine klare Priorität setzt: Leidenschaft steht für ihn immer über dem reinen Talent. Ohne dieses innere Feuer sei kein Beruf auf Dauer tragbar, egal ob man nun im Rampenlicht steht oder als Busfahrer die Stadt durchquert.

Das große Glück des richtigen Augenblicks

Trotz seines jahrzehntelangen Erfolgs bleibt Lauterbach demütig und blickt mit Erstaunen auf seinen Werdegang zurück. Er schreibt einen Großteil seiner Karriere dem reinen Zufall zu. Besonders sein Durchbruch im Film „Männer“ sei ein Glücksgriff gewesen, der sein Leben schlagartig veränderte.

Auch heute schätzt er die Zusammenarbeit mit Talenten, die sowohl fachlich als auch menschlich überzeugen, wie etwa Regisseur David Dietl. Während er dessen Vater Helmut Dietl als Genie, aber komplizierten Charakter in Erinnerung behält, genießt er am Set des Sohnes die empathische Atmosphäre.

Es ist diese Mischung aus Dankbarkeit und Leidenschaft, die Lauterbach antreibt – auch wenn er am nächsten Spieltag vermutlich wieder mit seinem FC leiden wird. (jag)