Mit einem Heimsieg über die Sportfreunde Siegen kann die Fortuna am Samstag die Drittliga-Rückkehr perfekt machen.
Fortuna KölnMatthias Mink ist der Architekt des Erfolgs in Zollstock

Matthias Mink, Trainer und Sportchef von Fortuna Köln
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Der Kölner Süden ist bereit für die große Party. Denn die Ausgangslage ist simpel vor dem 33. Spieltag der Fußball-Regionalliga West: Gewinnt der SC Fortuna am Samstag (14 Uhr, Südstadion) sein Heimspiel gegen die Sportfreunde Siegen, ist die Rückkehr in die Dritte Liga perfekt. Der Aufstieg ist ebenfalls in trockenen Tüchern, sollte Rot-Weiß Oberhausen im Parallelspiel nicht gegen Borussia Mönchengladbach II gewinnen. „Es ist der 33. Spieltag, wir stehen seit langer Zeit unangefochten an der Spitze. Das ist eine tolle Chance“, sagt Matthias Mink.
Der 58-Jährige ist Trainer und Sportlicher Leiter in Personalunion und damit der Architekt der anstehenden Drittliga-Rückkehr nach sieben Jahren. Ein Mann großer Emotionen oder Worte ist Mink, geboren in Villingen im Schwarzwald, nicht. Doch mit seiner Akribie und Ruhe war er entscheidend im Erneuerungsprozess der Südstädter in den vergangenen Jahren.
Fortuna Kölns Neuanfang nach dem Abstieg 2019
Denn nach dem Abstieg 2019 und dem damit verbundenen Abschied des Investors Michael Schwetje war von der Fortuna nicht mehr viel übrig: Trainer weg, Spieler weg, sogar das Panda-Kostüm von Maskottchen Fred gehörte der alten GmbH und nicht dem Verein.Angeleitet von Präsident Hanns-Jörg Westendorf begann in Zollstock der Neuaufbau.
Unzählige Spieler, viele Trainer – keine Konstanz. So lassen sich die ersten Jahre in der Viertklassigkeit zusammenfassen. In Richtung Saisonende war der Abstand zu den Überteams an der Tabellenspitze regelmäßig groß. 2025/26 hatte die Regionalliga West erstmals keines der Schwergewichte wie Preußen Münster, Rot-Weiss Essen, Alemannia Aachen oder den MSV Duisburg mehr zu bieten. Und die Fortuna sah ihre Chance: Mink bekam dank Sponsoren und Vorstand mehr finanzielle Möglichkeiten und durfte sich einen Aufstiegskader zusammenstellen.
In der Südstadt ist Mink eine Institution. Für den damaligen „ewigen Zweitligisten“ SC Fortuna absolvierte er als rustikaler Verteidiger zwischen 1992 und 1999 162 Pflichtspiele. 2008 kehrte Mink als Trainer ans Südstadion zurück und manövrierte die Fortuna bis 2011 durch die damals fünftklassige NRW-Liga. Als der Aufstieg in die Regionalliga über Umwege glückte, übernahm Uwe Koschinat Minks Posten. 2014 folgte das Relegations-Wunder von München und der Drittliga-Aufstieg.
Matthias Mink kehrte als Reserve-Trainer zur Fortuna zurück
Mink heuerte Anfang 2022 wieder in Köln an, als Trainer der Reserve-Mannschaft, die er mit einem beeindruckenden Schlussspurt vor dem Abstieg aus der Verbandsliga bewahrte. Stück für Stück kamen weitere Posten hinzu: Im Frühjahr der des Sportlichen Leiters und im März 2024 der des Cheftrainers. Am Samstag könnte Mink zum prägendsten Fortunen der aktuellen Ära aufsteigen.
Die Vorzeichen sind gut. Im Südstadion sind die Kölner in der laufenden Saison noch ungeschlagen. Dazu kann Mink, mit Ausnahme von zwei Langzeitverletzten, auf seinen kompletten Kader zurückgreifen. Der Heimbereich ist ausverkauft, erwartet werden rund 7500 Zuschauer. „Das ist ein Riesen-Faustpfand“, meint Mink. Für Gegner Siegen, trainiert vom Ex-FC-Jugendcoach Boris Schommers, geht es um nichts mehr, das Team könnte nur noch den Partycrasher geben. Ähnlich wie zuletzt Schalke 04 vor dem entscheidenden Heimspiel vor dem Bundesliga-Aufstieg, bat auch die Fortuna ihre Fans, auf einen Platzsturm zu verzichten. „Das wären Gelder, die wir in der nächsten Saison lieber für andere Dinge einsetzen würden als für die Instandsetzung des Südstadions“, sagt Geschäftsführer Niklas Müller.
Die große Aufstiegsparty soll nicht auf dem Rasen stattfinden – sondern mit Mannschaft, Trainerteam und Verantwortlichen „bis in die frühen Morgenstunden“ im Vereinsheim.

