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Nächste Chance zum AufstiegFortuna Köln vertraut im Südstadion auf die Kraft der Kulisse

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SC Fortuna Köln jubelnd vor den Fans in der Fankurve.

Die Spieler von Fortuna Köln wollen am Samstag mit ihren Fans feiern. 

Zum Heimspiel am Samstag gegen die  Sportfreunde Siegen erwartet der Klub 7500 Fans

Es ist die bedeutendste Partie der letzten Dekade. Für den SC Fortuna Köln geht es am vorletzten Spieltag der Fußball-Regionalliga um den entscheidenden Schritt in Richtung Meisterschaft. Gewinnt die Mannschaft von Matthias Mink am Samstag (14 Uhr) gegen Aufsteiger SF Siegen, ist die Rückkehr in die 3. Liga perfekt. Nach sieben Jahren. Egal, was Verfolger RW Oberhausen zeitgleich im Heimspiel gegen die drittplatzierte Borussia Mönchengladbach II macht.

„Wer hätte gedacht, dass wir am 33. Spieltag mit einem Sieg gegen die Sportfreunde Siegen vor ausverkauftem Heimbereich aufsteigen können“, sagt der Kölner Trainer und ergänzt: „Das hätte jeder von uns, für uns alle, für die Fans, die Stadt, für das komplette Umfeld unterschrieben.“

So ein Spiel vor der Brust zu haben ist eine tolle Geschichte. Ich persönlich freue mich total darauf und auch für die Jungs ist das eine außergewöhnliche Sache
Matthias Mink, Trainer von Fortuna Köln

Von Nervosität möchte der 58-Jährige nichts wissen. Wenngleich der Drittliga-Aufstieg, sowohl in seiner eigenen Trainerkarriere als auch für viele seiner Profis das Größte wäre, bleibt er entspannt. „Bei uns ist alles easy“, betont der gebürtige Villinger und macht aus vermeintlich negativem Druck etwas Positives: „So ein Spiel vor der Brust zu haben ist eine tolle Geschichte. Ich persönlich freue mich total darauf und auch für die Jungs ist das eine außergewöhnliche Sache.“

Dass seine Mannschaft den ersten Matchball beim SC Paderborn II (1:2) nicht nutzen konnte, sieht Mink einige Tage später entspannter. „Wir haben erst von einer verpassten Chance gesprochen, jetzt sehen wir aber die neue Möglichkeit.“ Vorausgesetzt, seine Profis lernen aus ihren Fehlern. „In Paderborn hatten wir die höhere Anzahl an Tormöglichkeiten, die höhere Anzahl an Flanken, die höhere Anzahl an Ballbesitz. Also war auch nicht alles schlecht“, gibt der Fußballlehrer zu bedenken.

Allerdings sei die Phase mit beiden Gegentreffer nach einer knappen Stunde „nicht gut“ gewesen. Vor allem beim Thema „Ballverluste“ (wie von Rafael Garcia vor dem 0:1) und „Umschaltspiel“ wurde er deutlich: „Du wirst immer wieder Kontersituationen haben, wenn du unnötige Ballverluste hast. Dann ist die Frage, wo finden diese statt und wie kommt man schnell wieder in die Ordnung.“ Um die Gäste aus Siegen mit ihrem Toptorjäger Dustin Willms (13 Treffer) nicht einzuladen, warnte er: „Das ist eine Mannschaft mit hoher individueller Qualität. Aber viele Situationen kannst du umgehen, wenn du den Ball gar nicht erst verlierst.“

Damit seine Spieler weiter kühlen Kopf bewahren können, verordnete er ihnen unter der Woche das „normale“ Programm. „Jetzt noch etwas an unseren Abläufen zu ändern, macht keinen Sinn. Wir bleiben bei uns, so sind wir sehr gut gefahren“, betont Mink und wird wohl auch die Anfangsformation nicht grundlegend ändern. Bis auf die langzeitverletzten Suheyel Najar und Kevin Brechmann stehen ihm alle Spieler zur Verfügung. „Wir sind keine Freunde von einer großen Rotation. Das Gute am Paderborn-Spiel war zu sehen, dass kein Spiel ein Selbstgänger ist.“

Um Fortuna Köln sieben Jahre nach dem Abstieg tatsächlich in die 3. Liga zurückzuführen, vertraut Mink insbesondere seinen Führungsspielern. „Es ist wichtig, dass diese Jungs in dieser Situation von ihren Erfahrungen berichten und letztlich auch weitergeben“, denkt er etwa an Robin Afamefuna (Aufstieg mit Alemannia Aachen) oder Hamadi Al Ghaddioui (Bundesliga für VfB Stuttgart). „Das sind alles Jungs, die schon viel erlebt haben und wissen, wie man in solchen Situationen den Fokus findet.“

Fortuna Köln ist in 16 Heimspielen ungeschlagen

Um die besondere Kulisse von 7500 Zuschauern nicht als Last zu empfinden, sondern deren antreibende Kraft zu nutzen, sieht Mink nur eine Marschroute. „Wir schauen darauf, was wir beeinflussen können und wissen, dass wir extrem heimstark sind. Wir haben von 16 Heimspielen keines verloren und zehn gewonnen. Am Samstag wollen wir den elften Sieg holen.“