Der Südstadt-Klub kassiert eine Niederlage, hat aber immer noch beste Aussichten auf die Dritte Liga.
1:2-Pleite in PaderbornFortuna Köln muss seine Aufstiegsparty vertagen

rotz großer Fan-Unterstützung kassierte Fortuna Köln um Adrian Stanilewicz (M.) eine Pleite.
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Der letzte Sieg ist im Fußballsport immer der schwerste. Mit diesem ungeschriebenen Gesetz machte der SC Fortuna Köln am Sonntag in Paderborn Bekanntschaft. Bei der U 23 des Zweitligisten war für den Tabellenführer der Regionalliga West alles zur großen Aufstiegsparty angerichtet. Die Dritte Liga muss aber noch auf die Rückkehrer aus Zollstock warten. Die Mannschaft von Matthias Mink vergab den ersten von drei Meister-Matchbällen vor 1336 Zuschauern in der Home Deluxe Arena.
Nach der verdienten 1:2 (0:1)-Niederlage haben die Zollstocker „nur“ noch vier Punkte Vorsprung auf RW Oberhausen. Zwei Spieltage vor Schluss ist das Meisterrennen offener als es Matthias Mink und dessen Team lieb ist. „Natürlich ist das eine Enttäuschung“, sagte der angefressene Coach und nannte fehlende „Effektivität“ vor dem gegnerischen Tor und „fahrlässiges Defensivverhalten“ bei den Gegentreffern, als Gründe für die bittere Niederlage.
Sieben Jahre nach dem Abstieg aus der Dritten Liga wollten Trainer und Mannschaft den 3. Mai zu einem historischen Tag machen. Mit dem Druck „Geschichte schreiben zu können“ wurden sie aber nicht so recht fertig. Dabei stand dem Trainer, nach der Genesung von Georg Strauch (Schulter), die gleiche Anfangsformation wie beim 2:0 gegen Wiedenbrück zur Verfügung.
500 Fortuna-Fans in Paderborn
In den ersten Minuten erspielte sich diese auch einige Halbchancen. Enzo Wirtz vergab die erste Möglichkeit aber ebenso wie Rafael Garcia die zweite Chance. Wenn die rund 500 mitgereisten Fortuna-Fans den Torschrei hier auf den Lippen hatten, sahen sie in der Folge, wie ihre Mannschaft die Kontrolle mehr und mehr abgab. „Es war dann ein offenes Spiel gegen eine Mannschaft, die defensiv extrem wenig zulässt. Das wussten wir alles“, analysierte Mink.
Eine geschickte Zweikampfführung, mutigen Kombinationsfußball und zielstrebige Offensivaktionen zeigte nun eher der Tabellenelfte als der Spitzenreiter. Vor allem das Paderborner Sturm-Duo Marlon Becker und Georg Ermolaev spielte groß auf. So konnten sich die Kölner glücklich schätzen, dass es torlos in die Kabine ging.
Rafael Garcia mit Ballverlust vor dem 0:1
Was auch immer Mink seinen Profis dort für die zweiten 45 Minuten mit auf den Weg gegeben hatte, es fruchtete nicht. Nach einem Ballverlust von Rafael Garcia bediente Becker den durchstartenden Ermolaev und dieser behielt frei vor Lennart Winkler die Übersicht zum 1:0 (52.).
Drei Minuten später sah die Welt des Gästekeepers noch düsterer aus. Da spielten seiner Vorderleute einen Eckstoß ungeschickt aus, Becker und Ermolaev schalteten im Konter schnell um und Letzterer überwand Winkler zum zweiten Mal (55.).
Auf das 0:2 reagierte die Fortuna mit Spielerwechseln und wütenden Angriffen. Diesen fehlte aber die nötige Präzision, um die defensivstarken Paderborner ernsthaft in Gefahr zu bringen. Georg Strauch traf in der Nachspielzeit zwar noch genau in den Winkel zum 1:2 (90.+3). Um die Aufstiegsparty zu retten, kam dieses Tor aber eindeutig zu spät.
Aufstieg im Heimspiel gegen Siegen?
Nun ist Fortuna Köln am Samstag (14 Uhr) gegen Siegen zum nächsten Anlauf gezwungen. Im heimischen Südstadion möchte das Team den Aufstieg perfekt machen. „Wir haben nicht einen, sondern drei Matchbälle“, gab sich der Coach kämpferisch, „auswärts hat es nicht geklappt, aber wir sind eine gute Heimmannschaft. Dann heißt es jetzt eben Heimsieg gegen Siegen.“
