Nach dem 1:1 von Verfolger Oberhausen in Bonn ist dem Team von Trainer Matthias Mink die Regionalliga-Meisterschaft kaum noch zu nehmen.
Fortuna KölnSüdstadtklub steht vor seinem letzten Schritt zum Titel

Timo Bornemann (r.) und Enzo Wirtz können sich auf die Titelfeier mit Fortuna Köln vorbereiten.
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Die Fußballer des SC Fortuna Köln finden drei Spieltage vor Schluss eine „gemachte Wiese“ vor. Ihr Weg zur Regionalliga-Meisterschaft scheint frei und die Rückkehr in die 3. Liga ist zum Greifen nah.
Am vergangenen Samstag holte der Tabellenführer beim 2:0 gegen den SC Wiedenbrück den 19. Sieg, feierte auch das zeitgleiche 2:2 von RW Oberhausen gegen Wuppertal und fieberte jüngst beim Nachholspiel des Verfolgers in Bonn mit. „Ich war am Dienstag selbst im Sportpark Nord und habe mir das Spiel von Oberhausen angeschaut“, berichtete Matthias Mink von seiner Beobachterrolle beim 1:1 des Tabellenzweiten beim Bonner SC.
Fortuna Köln hat sieben Punkte Vorsprung und das bessere Torverhältnis
Da der Verfolger aus dem Ruhrgebiet nun sieben Punkte Rückstand auf sein Team hat und die eindeutig schlechtere Tordifferenz, deutet alles auf die Drittliga-Rückkehr der Zollstocker nach sieben Jahren hin. „Wir haben eine total komfortable Situation“, sagt der 58-jährige Coach vor dem ersten von drei Meister-Matchbällen, am Sonntag (14 Uhr) beim SC Paderborn II. Wohl wissend, dass Konkurrent RWO bereits am Samstag in Bochum antritt und gegen den Tabellenzehnten gewinnen muss, um das Titelrennen rechnerisch offen zu halten, ergänzt er: „Egal wie die Konstellation ist, wollen wir unsere Aufgaben selbst erfüllen.“
Nach seiner Rückkehr aus Bonn wendete er sich an seine Spieler und schärfte deren Sinne: „Jeder kann die Tabelle lesen und weiß, wie gut die Ausgangssituation ist.“ Trotzdem werde man am Südstadion nichts an den Tagesabläufen ändern. Mink ignoriert die Bedeutung der möglichen Meisterschaft bewusst und verbietet eine vorzeitige Meisterfeier am Samstag. Selbst wenn sein Team nach der eigenen Trainingseinheit nachmittags im TV-Stream den nächsten Oberhausener Ausrutscher live verfolgen sollte, wird es keine Party geben. „Dass wir am Samstag damit anfangen, das widerspricht jeglicher Professionalität“, stellt der Badenser klar und ergänzt: „Wir haben auch für den Sonntag nichts geplant.“
Jeder kann die Tabelle lesen und weiß, wie gut die Ausgangssituation ist
Alles was nach der vollbrachten Meisterschaft in der Home Deluxe Arena passieren könnte, bewege sich laut Mink „im spontanen Rahmen“. Genau dieser Fokus brachte den Kölnern die Bestmarke von 66 Punkten aus 31 Spielen ein – also durchschnittlich 2,13 Punkte pro Spiel. „Vieles, was wir gemacht haben, war extrem gut“, betont Mink und nennt einen weiteren Grund dafür, den Aufstieg schnell in trockene Tücher zu bringen.
Wenn es um die Kaderplanung für die Saison 2026/27 geht, sind 95 Prozent der Spieler aus dem aktuellen Kader mit Verträgen ausgestattet. Zudem befinden sich Mink und dessen Mitstreiter täglich im Austausch mit Beratern und Spielern, die den zukünftigen Drittligisten verstärken könnten. „Je früher wir Planungssicherheit haben, desto besser können wir diese Gespräche führen und Entscheidungen treffen“, stellte der Chefcoach, Scout und Sportliche Leiter in Personalunion klar.
Wem er am Sonntag in Paderborn das Vertrauen für den womöglich letzten Schritt zur Meisterschaft schenken wird, verriet er nicht. Allerdings kann er gegen den defensivstarken Tabellenzwölften (0:0 im Hinspiel und 3:0 gegen Oberhausen an Ostern) personell fast aus dem Vollen schöpfen. Bis auf die langzeitverletzten Suheyel Najar und Kevin Brechmann, Ersatzkeeper Lennart Stollenwerk und Schulterpatient Georg Strauch, stehen alle Profis zur Verfügung.
Von einer „gemachten Wiese“ wollte Mink indes nichts wissen. Vielmehr benutzte er das sprachliche Bild in anderem Kontext, um klarzumachen, wie schwer der letzte Schritt sein kann. „Unser Trainingsplatz wird aktuell nicht bewässert und ist schon seit zwei Wochen trocken“, erwähnte er die Tücken der Nutzung einer städtischen Sportanlage und ergänzte: „Das ist, als würdest du auf Beton trainieren. Da sind wir ganz weit weg von der 3. Liga.“
