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150 aus 150Kölner Sänger Jack White verkaufte mehr als eine Milliarde Platten

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Jack White, Musikproduzent, steht in seiner Wohnung in Berlin-Charlottenburg, an der Wand hängen zahlreiche Goldene Schallplatten.

Jack White 2020 in seiner Wohnung in Berlin-Charlottenburg, an der Wand hängen zahlreiche Goldene Schallplatten. 

Der Musikproduzent schrieb mehr als 1000 Lieder und erhielt mehr als 400 Gold- und Platin-Auszeichnungen.

Zum 150. Geburtstag des Kölner Stadt-Anzeiger stellen wir jeden Tag eine bedeutende Kölner Persönlichkeit vor. Im 43. Teil der Serie geht es um den Musikproduzenten Jack White.

Bedeutung

1967 brachte Jack White, geboren als Horst Nußbaum und aufgewachsen als Sohn eines Kölner Metzgers an der Dellbrücker Hauptstraße, seine erste Single als Sänger heraus. Produzent war der Kölner Hans Bertram, der auch mit Roy Black arbeitete: Als Pendant zu diesem gab Bertram Nußbaum den Künstlernamen Jack White. Nach erfolglosen eigenen Platten begann White, selbst als Produzent zu arbeiten. Als Erstes brachte er die Single „Sieben weiße Rosen“ von Bob Telden heraus, die bei der Deutschen Vogue in Königsdorf bei Köln erschien.


Jack White

Geboren: 2. September 1940 in Köln

Gestorben: vor dem 16. Oktober 2025 in Berlin


Ein Millionenhit gelang White 1971 mit Tony Marshall und dem Lied „Schöne Maid“. Den Text schrieb White innerhalb weniger Stunden auf ein neuseeländisches Volkslied. Zur Fußball-Weltmeisterschaft 1974 komponierte, textete und produzierte White eine Langspielplatte mit der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Vorher ließ White Mitglieder des Berliner Opernchors die Lieder singen, so dass auf der Platte die unterschiedlich talentierten Fußballspieler stimmlich verstärkt wurden. Weitere Künstler, die White produzierte, waren Lena Valaitis, Andrea Jürgens und Jürgen Marcus.

Auch in den USA konnte er mehrere Millionenhits landen, unter anderem mit Laura Branigan („Gloria“ und „Self Control“). White schrieb mehr als 1000 Lieder, verkaufte mehr als eine Milliarde Platten und erhielt mehr als 400 Gold- und Platin-Auszeichnungen. Zeitweise war er Vorstand einer eigenen Produktions-Aktiengesellschaft.

Wirken in Köln

Mit 15 Jahren begann Horst Nußbaum eine Fußball-Karriere beim SC Rapid Köln, der 1957 mit Preußen Dellbrück zum SC Viktoria Köln fusionierte. Trainer Hennes Weisweiler setzte ihn als Stammspieler ein. Er spielte in Pirmasens, Zweibrücken und Eindhoven, wo er seine Karriere als Fußballspieler, trotz vorhandener Angebote aus der Bundesliga, zugunsten der Musik beendete.

Bemerkenswert

White war viermal verheiratet und siebenfacher Vater. Er schrieb Reiseführer, darunter 1991 einen über die schönsten Strandhotels. Sein Leben beendete er durch Suizid.

Spuren in der Stadt

Nach dem Krieg lebte er mit Mutter und Schwester 15 Monate im Hochbunker an der Elsaßstraße.


Der Autor der 150 Kölner Persönlichkeiten ist Dr. Ulrich S. Soénius. Der Historiker und Direktor der Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln (RWWA) hat als Mitherausgeber des Kölner Personenlexikons (2008) über 630 Biographien für das Standardwerk zur Kölner Geschichte verfasst.