Abo

Parkweiher leidenSo schützt die Steb Kölns Gewässer vor den Folgen der Hitze

2 min
Bei Hitzeperioden und starker Sonneneinstrahlung beobachten die Steb die Gewässer – hier den Volksgartenweiher – verstärkt.

Bei Hitzeperioden und starker Sonneneinstrahlung beobachten die Steb die Gewässer – hier den Volksgartenweiher – verstärkt.

Die Stadtentwässerungsbetriebe Köln reagieren mit verschiedenen Maßnahmen auf die zunehmende Hitzebelastung der Kölner Parkweiher.

Gerade erst warnten die Stadtentwässerungsbetriebe Köln (Steb) davor, mit Wasser aus dem Clarenbachkanal in Lindenthal in Berührung zu kommen. Bei einer Kontrolle war dort eine erhöhte Belastung mit Blaualgen festgestellt worden. Die Mikroorganismen kommen zwar in fast allen stehenden Gewässern in geringen Mengen vor und sind dann unproblematisch. Bei starker Sonneneinstrahlung und hohen Temperaturen können sie sich jedoch massenhaft vermehren und Giftstoffe bilden, die für Menschen und Tiere hautreizend und gesundheitsschädlich sein können.

Die Steb reagierte umgehend: Die Frischwasserzufuhr in den Clarenbachkanal wurde leicht erhöht, außerdem versorgen zwei neu installierte Wasserbelüfter das Gewässer mit zusätzlichem Sauerstoff. Gleichzeitig appelliert die Steb, das Fütterungsverbot an Weihern und Kanälen unbedingt einzuhalten. Denn jedes Stück Brot oder anderes Futter bringt zusätzliche Nährstoffe ins Wasser und begünstigt das Wachstum der Blaualgen.

Regelmäßige Gewässerkontrolle

Seit 2017 sind die Steb für Pflege und Weiterentwicklung der 15 Kölner Parkweiher verantwortlich. Die Gewässer werden ganzjährig regelmäßig kontrolliert. Dabei beobachten die Steb-Mitarbeiter unter anderem Wasserstand, Wasserqualität, Gewässerentwicklung und den Zustand der Ufer. Auch Auffälligkeiten wie Algenblüten oder Fischsterben werden dokumentiert. Während längerer Hitzeperioden werden die Kontrollen nach Angaben der Steb verstärkt.

Ob sich Blaualgen stark vermehren, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Heiße, sonnige und regenarme Sommer begünstigen eine Algenblüte. Auch Wassertiefe, Wasseraustausch, Wasserbewegung und Sonneneinstrahlung spielen eine Rolle. „In der Regel reagieren flachere, nährstoffreiche und wenig durchströmte Gewässer empfindlicher auf Hitzeperioden“, erklärt Steb-Sprecherin Birgit Konopatzki.

Hohe Temperaturen haben aber noch weitere Folgen. Mit steigender Wassertemperatur löst sich weniger Sauerstoff im Wasser. „Das belastet Fische und andere Wasserorganismen. (…) Durch längere Trockenperioden sinken zudem die Wasserstände, was die Lebensbedingungen für Tiere und Pflanzen weiter verschlechtert“, sagt Konopatzki.

Hitzeresistenter durch Pflanzinseln

Je nach Situation speisen die Steb deshalb zusätzlich Frischwasser ein oder erhöhen den Grundwasserzufluss. Außerdem kommen ökologische Pflanzeninseln zum Einsatz – derzeit beispielsweise im Rautenstrauchkanal in Lindenthal. Sie sollen überschüssige Nährstoffe aus dem Wasser aufnehmen und zugleich neue Lebensräume für Tiere und Pflanzen schaffen. „Ziel ist es, die Gewässer langfristig widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels zu machen“, sagt Konopatzki.