Die neue Pflanzinsel im Rautenstrauchkanal in Lindenthal soll die Wasserqualität durch Nährstoffentnahme verbessern und Artenvielfalt fördern.
Neue ökologische MaßnahmePflanzinsel im Rautenstrauchkanal soll Wasserqualität verbessern

Die neue Pflanzinsel im Rautenstrauchkanal
Copyright: Steb Köln
Die Stadtentwässerungsbetriebe (Steb) Köln haben im Rautenstrauchkanal in Lindenthal eine neue Pflanzinsel zwischen der Klosterstraße und dem Karl-Schwering-Platz eingesetzt. Sie soll die ökologische Qualität des Gewässers nachhaltig verbessern und trägt gleichzeitig dazu bei, überschüssige Nährstoffe aus dem Wasser zu entnehmen. Ein wichtiger Schritt, denn im benachbarten Clarenbachkanal wurden kürzlich Blaualgen entdeckt, die bei starker Sonneneinstrahlung explosionsartig wachsen und Giftstoffe bilden können.
Die bepflanzte Insel schafft neue Lebensräume: Unter Wasser bieten die Wurzeln Fischen Schutz und Rückzugsräume, oberhalb der Wasseroberfläche finden Insekten geeignete Pflanzenstrukturen. Eine in die Mitte integrierte Plattform dient Wasservögeln wie Teichhühnern als Ruhe- und Nistplatz.
Pflanzinsel im Rautenstrauchkanal gezielt platziert
Der Standort wurde bewusst gewählt. Die Lindenthaler Kanäle werden intensiv von Menschen und der heimischen Tierwelt genutzt. Laut der Steb nutzte etwa ein Schwan das natürliche Schilf so intensiv für seinen Nestbau, dass die Bepflanzung dauerhaft zurückging. Die Pflanzinsel schließt diese Lücke.
Die rund elf Meter lange und einen Meter breite Konstruktion besteht aus zwei bepflanzten Bereichen sowie einer zentralen Ruheplattform. Die Steb Köln testen mit dem Einsatz zudem ein neues, robusteres Material. Da frühere Inseln bei winterlichem Frost beschädigt wurden, soll die neue Bauweise eine längere Lebensdauer garantieren. Bewährt sich das Modell, könnten künftig weitere Pflanzinseln an geeigneten Gewässern in Köln folgen.
Die Steb Köln setzen damit ein weiteres Projekt um, um ihre Gewässer ökologisch zu verbessern. Ähnlich wie beim kürzlich sanierten Klettenbergweiher im Park – dort wurde der Weiher vertieft und mit einer neuen, wasserdichten Sohle ausgelegt. Das kühlere Wasser speichert mehr Sauerstoff und verlangsamt Stoffwechselprozesse, die zu Wassertrübungen führen.
Eine moderne Umwälzanlage sorgt künftig für zusätzliche Belüftung. Auch eine Sprudelanlage wird in der Mitte des Weihers installiert und bietet an heißen Tagen einen Rückzugsort für Fische und andere Wassertiere. Die ersten Wasserpflanzen, sogenannte Armleuchteralgen, haben Taucher bereits in den Weiherboden gesetzt – sie werden künftig überschüssige Nährstoffe im Wasser binden. (est)
