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„High Fidelity“-Star wird 60Was macht eigentlich John Cusack?

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in der Romanverfilmung „High Fidelity“ (2000) spielte er eine seiner schönsten und bekanntesten Rollen: John Cusack feiert am 28. Juni seinen 60. Geburtstag. (Bild: teleschau / Archiv)

in der Romanverfilmung „High Fidelity“ (2000) spielte er eine seiner schönsten und bekanntesten Rollen: John Cusack feiert am 28. Juni seinen 60. Geburtstag. (Bild: teleschau / Archiv)

Mit Filmen wie „High Fidelity“, „Being John Malkovich“ und „Weil es dich gibt“ wurde John Cusack zum Star. Doch was macht der Hollywood-Schauspieler heute - und warum verschwand er weitgehend aus der ersten Reihe?

Als Denny Lachance spielte John Cusack (Bild, rechts, mit Wil Wheaton) eine kleine, aber prägende Rolle in Rob Reiners Coming-of-Age-Klassiker „Stand by Me“ (1986). Für viele Zuschauer war es die erste Begegnung mit dem späteren Hollywood-Star. (Bild: Sony Pictures Home Entertainment)

Als Denny Lachance spielte John Cusack (Bild, rechts, mit Wil Wheaton) eine kleine, aber prägende Rolle in Rob Reiners Coming-of-Age-Klassiker „Stand by Me“ (1986). Für viele Zuschauer war es die erste Begegnung mit dem späteren Hollywood-Star. (Bild: Sony Pictures Home Entertainment)

Als Lloyd Dobler in „Teen Lover“ (1989) wurde Cusack endgültig zum Gesicht intelligenter Liebeskomödien. Die Szene mit dem Ghettoblaster über dem Kopf zählt bis heute zu den berühmtesten Momenten der Filmgeschichte.  (Bild: 20th Century Studios)

Als Lloyd Dobler in „Teen Lover“ (1989) wurde Cusack endgültig zum Gesicht intelligenter Liebeskomödien. Die Szene mit dem Ghettoblaster über dem Kopf zählt bis heute zu den berühmtesten Momenten der Filmgeschichte. (Bild: 20th Century Studios)

Kaum ein Schauspieler verkörpert die romantischen, leicht verloren wirkenden Außenseiter der 1990er- und frühen 2000er-Jahre so sehr wie John Cusack. Filme wie „High Fidelity“, „Being John Malkovich“ oder „Weil es dich gibt“ machten ihn zum Publikumsliebling. Doch während viele seiner Weggefährten bis heute regelmäßig in den größten Hollywood-Produktionen auftauchen, ist es um Cusack deutlich ruhiger geworden.

Woody Allen holte Cusack für die Oscar-prämierte Gangsterkomödie „Bullets Over Broadway“ (1994) vor die Kamera. Der Film leitete nach einigen ruhigeren Jahren eine neue Erfolgsphase ein. (Bild: Miramax)

Woody Allen holte Cusack für die Oscar-prämierte Gangsterkomödie „Bullets Over Broadway“ (1994) vor die Kamera. Der Film leitete nach einigen ruhigeren Jahren eine neue Erfolgsphase ein. (Bild: Miramax)

Ganz verschwunden ist der Schauspieler allerdings nicht. Im Gegenteil: Pünktlich zu seinem 60. Geburtstag am 28. Juni ist Cusack in Amerika unterwegs: Zum 25-jährigen Jubiläum vom „High Fidelity“ spricht er bei Screenings mit Fans über den Kultfilm und blickt auf eine Karriere zurück, die von großen Erfolgen, schwierigen Phasen und klaren politischen Positionen geprägt war.

Vom Teenie-Liebling zum Normalo-Star

In der schwarzen Komödie „Ein Mann - ein Mord“ (1997) spielte Cusack einen Auftragskiller auf Klassentreffen. Er schrieb auch am Drehbuch mit und etablierte sich damit endgültig als vielseitiger Filmemacher. (Bild: Hollywood Pictures)

In der schwarzen Komödie „Ein Mann - ein Mord“ (1997) spielte Cusack einen Auftragskiller auf Klassentreffen. Er schrieb auch am Drehbuch mit und etablierte sich damit endgültig als vielseitiger Filmemacher. (Bild: Hollywood Pictures)

Spike Jonzes skurriler Kultfilm „Being John Malkovich“ (1999) markierte den künstlerischen Höhepunkt von Cusacks Laufbahn. Seine Hauptrolle machte ihn endgültig auch zum Kritikerliebling. (Bild: Universal Pictures)

Spike Jonzes skurriler Kultfilm „Being John Malkovich“ (1999) markierte den künstlerischen Höhepunkt von Cusacks Laufbahn. Seine Hauptrolle machte ihn endgültig auch zum Kritikerliebling. (Bild: Universal Pictures)

Cusack wuchs in Evanston, Illinois, als Sohn eines Schauspielers und Dokumentarfilmers auf, begann mit 16 Jahren zu schauspielern und machte nie etwas anderes. „Abgesehen von kleinen Schülerjobs“, sagte er 2020 im „Spiegel“. „Da erinnere ich mich nur noch daran, wie ich Zeitungen im Krankenhaus verteilt habe. Das fand ich furchtbar, weil es mir so unangenehm war, all diese kranken Menschen um 25 Cent bitten zu müssen.“

„Weil es dich gibt“ (2001), die romantische Komödie mit Kate Beckinsale, entwickelte sich zum modernen Weihnachtsklassiker. Bis heute gehört sie zu den beliebtesten Filmen von John Cusack. (Bild: Miramax)

„Weil es dich gibt“ (2001), die romantische Komödie mit Kate Beckinsale, entwickelte sich zum modernen Weihnachtsklassiker. Bis heute gehört sie zu den beliebtesten Filmen von John Cusack. (Bild: Miramax)

Im Katastrophenfilm von Roland Emmerich kämpfte Cusack ums Überleben der Menschheit. Der spektakuläre Blockbuster „2012“ (2009) spielte weltweit mehr als 760 Millionen Dollar ein. (Bild: SRF / Columbia Pictures Industries)

Im Katastrophenfilm von Roland Emmerich kämpfte Cusack ums Überleben der Menschheit. Der spektakuläre Blockbuster „2012“ (2009) spielte weltweit mehr als 760 Millionen Dollar ein. (Bild: SRF / Columbia Pictures Industries)

Hollywood hatte damals noch eine andere Atmosphäre, wie Cusack selbst beschreibt: „weniger ausschließlich am Profit ausgerichtet, noch nicht ganz so kommerziell.“ Regisseur Rob Reiner, der ihn in „Der Volltreffer“ (1985) und „Stand By Me“ (1986) besetzte, half dem Teenager, sich in der Branche zu behaupten: „Er lud einen zu sich nach Hause ein, kümmerte sich um einen - es war überhaupt nicht diese ausbeuterische Atmosphäre“, erinnerte sich Cusack 2020 im „Guardian“. Den Durchbruch schaffte er als Lloyd Dobler in „Teen Lover“ (1989) - ein Typ, der mit einem Kassettenrekorder über dem Kopf unter dem Fenster seiner Angebeteten steht. Eine Szene, die zur Ikone wurde.

Die verrückte Zeitreise-Komödie „Hot Tub Time Machine“ (2010) wurde trotz ihres absurden Konzepts zum Kultfilm. Für John Cusack (zweiter von rechts) war sie einer der letzten großen Kinoerfolge seiner Karriere. (Bild: 2010 Twentieth Century Fox)

Die verrückte Zeitreise-Komödie „Hot Tub Time Machine“ (2010) wurde trotz ihres absurden Konzepts zum Kultfilm. Für John Cusack (zweiter von rechts) war sie einer der letzten großen Kinoerfolge seiner Karriere. (Bild: 2010 Twentieth Century Fox)

Nach ersten Erfolgen folgte Anfang der 1990er-Jahre eine wechselhafte Phase. Der große Aufschwung kam erst später. Mit der schwarzen Komödie „Ein Mann - ein Mord“ (1997) und dem Action-Hit „Con Air“ etablierte sich Cusack endgültig als vielseitiger Charakterdarsteller. Es folgten seine Karrierehöhepunkte: 1999 „Being John Malkovich“, 2000 „High Fidelity“, für den er auch am Drehbuch mitschrieb, und 2001 „Weil es dich gibt“. Drei Filme in drei Jahren, die ihn als liebeskranken Normalo etablierten.

Cusack: Filmemachen ist „brutal, geschäftsmäßig, oberflächlich und dumm“

Als älterer Brian Wilson überzeugte Cusack in der gefeierten Filmbiografie „Love & Mercy“ (2014) über den Beach-Boys-Musiker. Die Rolle zählt zu seinen stärksten Leistungen der vergangenen Jahre. (Bild: Studiocanal / Francois Duhamel)

Als älterer Brian Wilson überzeugte Cusack in der gefeierten Filmbiografie „Love & Mercy“ (2014) über den Beach-Boys-Musiker. Die Rolle zählt zu seinen stärksten Leistungen der vergangenen Jahre. (Bild: Studiocanal / Francois Duhamel)

Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm: John Cusacks Vater und seine Schwestern Ann und Joan (Bild) sind ebenfalls Schauspieler. (Bild: Timothy Hiatt/Getty Images)

Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm: John Cusacks Vater und seine Schwestern Ann und Joan (Bild) sind ebenfalls Schauspieler. (Bild: Timothy Hiatt/Getty Images)

Was folgte, war ein langsamer Niedergang. Romantische Komödien wie „Frau mit Hund sucht ... Mann mit Herz“ (2005), der Klamauk „Hot Tub Time Machine“ (2010) - und dann ein Jahrzehnt mittelmäßiger Thriller, in denen sein Name das Plakat zierte. Dazwischen blitzten gute Nebenrollen auf: als unheimlicher Therapeut in David Cronenbergs „Maps to the Stars“ (2014), als Musiker Brian Wilson in „Love & Mercy“ (2014).

Einen seiner seltenen öffentlichen Auftritte hatte John Cusack bei der Oscar-Verleihung 2026, als er mit zahlreichen Kolleginnen (im Bild Annette Bening, links und Daphne Zuniga, rechts) und Kollegen dem verstorbenen Regisseur Rob Reiner gedachte. (Bild: Kevin Winter/Getty Images)

Einen seiner seltenen öffentlichen Auftritte hatte John Cusack bei der Oscar-Verleihung 2026, als er mit zahlreichen Kolleginnen (im Bild Annette Bening, links und Daphne Zuniga, rechts) und Kollegen dem verstorbenen Regisseur Rob Reiner gedachte. (Bild: Kevin Winter/Getty Images)

Rückblickend zeigte sich Cusack selbstkritisch. In den vergangenen Jahren sei es ihm nicht gelungen, größere Projekte finanziert zu bekommen, erklärte er dem „Guardian“. Vielleicht liege es am Alter, vielleicht daran, dass er für die Branche nicht mehr interessant genug sei. Viele seiner Filme verschwanden direkt im Heimkino- oder Streamingmarkt. Gleichzeitig beklagte er die Mechanismen des Geschäfts. Von zehn Filmen werde nur einer tatsächlich so, wie er ursprünglich geplant gewesen sei. Filmemachen sei oft „brutal, geschäftsmäßig, oberflächlich und dumm“. Nur einer von zehn Filmen werde so, wie man es sich vorgestellt habe.

In Hollywood im Abseits

Was Cusacks Bild in der Öffentlichkeit zuletzt mehr prägte als seine Filmografie, sind seine Social-Media-Beiträge. Er bezeichnet sich selbst als „apokalyptischen Unruhestifter“ - und meint das ernst. Er reiste nach Moskau, um Edward Snowden zu treffen, unterstützte Bernie Sanders, stimmte 2020 widerwillig für Biden: „Man stimmt für eine Fortsetzung der neoliberalen Ordnung. Aber die Alternative ist Faschismus.“ Zuletzt nahm er zwei der mächtigsten Männer der Welt ins Visier: Bei einer Online-Demonstration im März 2025 protestierte er gegen Musks damalige Rolle in der Trump-Regierung, und sagte: „Genau wie Trump ist Musk ein pathologischer Lügner. Er ist ein Krimineller. Er ist ein Soziopath und ein Unmensch.“

Dass er sich laut und meinungsstark - etwa auch als Unterstützer Palästinas - äußert, mag dazu beigetragen haben, dass in den letzten Jahren die Rollen für Cusack in Hollywood ausblieben. Zuletzt spielte er in im Historienfilm „Detective Chinatown 1900“ (2025) eine Hauptrolle, der Zweite-Weltkriegs-Thriller „Fog of War“ (2025), in dem er eine Nebenrolle hatte, kam hierzulande nicht ins Kino. Inzwischen nimmt er die Dinge selbst in die Hand: In einem Interview mit dem irischen TV-Sender RTE erzählte er jüngst, er hoffe, im Sommer ein großes Filmprojekt in Irland umsetzen zu können. (tsch)