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James BondWas die 007-Darsteller wirklich übereinander dachten

Die Welt wartet auf den neuen James Bond. Doch was hielten die bisherigen 007-Schauspieler wie Sean Connery oder Daniel Craig eigentlich voneinander?

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Anlässlich des Kinostarts von „Spectre“ präsentierte Madame Tussauds London erstmals alle sechs bisherigen James-Bond-Darsteller als Wachsfiguren gemeinsam. Zu der bereits vorhandenen Figur von Daniel Craig gesellten sich die Doppelgänger von Sean Connery, George Lazenby, Roger Moore, Timothy Dalton und Pierce Brosnan. Die komplette 007-Riege blieb sechs Wochen in London, bevor sie ab dem 1. Dezember 2015 weltweit auf Tour ging.

Anlässlich des Kinostarts von „Spectre“ präsentierte Madame Tussauds London erstmals alle sechs bisherigen James-Bond-Darsteller als Wachsfiguren gemeinsam. Zu der bereits vorhandenen Figur von Daniel Craig gesellten sich die Doppelgänger von Sean Connery, George Lazenby, Roger Moore, Timothy Dalton und Pierce Brosnan. Die komplette 007-Riege blieb sechs Wochen in London, bevor sie ab dem 1. Dezember 2015 weltweit auf Tour ging. (Archivbild)

Die Spannung steigt, die Gerüchteküche brodelt: Wer wird der nächste James Bond? Nach zahlreichen Spekulationen und offenbar entscheidenden Screen-Tests könnte die Antwort schon bald feststehen. Als heißeste Kandidaten gelten derzeit Callum Turner, Jack Lowden und Josh O’Connor.

Wer auch immer künftig den Smoking des berühmtesten Geheimagenten der Filmgeschichte trägt, muss sich unweigerlich mit seinen Vorgängern vergleichen lassen. Auch die Darsteller selbst haben im Laufe der Jahrzehnte immer wieder über ihre Kollegen gesprochen.

Sean Connery: Kritik an George Lazenby – Lob für Daniel Craig

Sean Connery, der James Bond erstmals 1962 in „James Bond – 007 jagt Dr. No“ verkörperte, machte keinen Hehl daraus, dass er seinen Nachfolger George Lazenby nicht für die ideale Besetzung hielt. Lazenby übernahm die Rolle 1969 einmalig in „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“. Connery bemängelte insbesondere dessen mangelnde schauspielerische Erfahrung und seine Fähigkeiten, die Figur überzeugend darzustellen.

Sean Connery mit Ursula Andress.

Sean Connery, hier neben Ursula Andress, prägte das Bild des selbstbewussten, charismatischen Geheimagenten. Sein Bond verband raue Männlichkeit und körperliche Präsenz mit Eleganz, trockenem Humor und einer gewissen Unberechenbarkeit.

Auch Roger Moore interpretierte Bond seiner Meinung nach anders als er selbst. 1983 erklärte Connery, Moore habe der Figur eine deutlich humorvollere Note gegeben. Die beiden Darsteller standen damals mit ihren Filmen „Sag niemals nie“ und „Octopussy“ sogar in direkter Konkurrenz.

Deutlich positiver äußerte sich Connery über Pierce Brosnan, der damals vor allen Dingen als „Remington Steele“ bekannt war. Als dieser 1994 als neuer Bond verpflichtet wurde, bezeichnete Connery ihn gegenüber „Entertainment Tonight“ als „sehr gute Besetzung“. Er hoffe auf ein originelles, witziges und überraschendes Drehbuch für Brosnans ersten Film.

Auch Daniel Craig erhielt seinen Segen. Als 2005 bekannt wurde, dass der Brite die Nachfolge Brosnans antreten würde, bezeichnete Connery ihn gegenüber der BBC als „großartige Wahl“ und einen interessanten, andersartigen Bond. 2009 legte er noch einmal nach: Craig sei fantastisch und hervorragend in der Rolle. Besonders die Gefährlichkeit der Figur bringe er überzeugend auf die Leinwand.

George Lazenby blieb eine Bond-Eintagsfliege

Obwohl George Lazenby nur einmal als James Bond auftrat, hatte er in späteren Jahren eine klare Meinung zu seinen Nachfolgern. Sean Connery blieb für ihn ein Vorbild, dessen Darstellung er bewunderte. Roger Moore begegnete er ebenfalls mit Respekt.

George Lazenby mit Bond-Girls.

George Lazenby verkörperte einen sportlichen, vergleichsweise natürlichen Bond. In „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“ zeigte er neben körperlicher Stärke auch eine romantische und emotionale Seite, die zuvor kaum Raum bekommen hatte. (Archivbild)

Pierce Brosnan hingegen sprach er 1995 in der britischen Zeitung „The Sun“ die nötige Härte für die Rolle ab. Daniel Craig überzeugte ihn dagegen schauspielerisch: In einem Interview mit der „Palisadian-Post“ lobte er 2008 dessen Darstellung, kritisierte allerdings die aus seiner Sicht übertriebene Gewalt. Bond hätte seiner Meinung nach mehr Herz zeigen sollen.

Roger Moore: Connery war der große Bond

Roger Moore, der zwischen 1973 und 1985 in sieben Filmen den Geheimagenten spielte, hatte großen Respekt vor seinem Vorgänger. 2016 sagte er der britischen Nachrichtenagentur PA: „Sean ist offensichtlich der große Bond.“ Connery habe die richtige Persönlichkeit für die Rolle gehabt.

Auch Daniel Craig beeindruckte Moore. Gegenüber „Vanity Fair“ erklärte er 2012, er habe seine Meinung über den besten Bond geändert: „Daniel Craig ist ohne Zweifel der Bond. Er hat einfach alles.“ Zuvor hatte Moore Connery als Maßstab bezeichnet.

Der britische Schauspieler Roger Moore bei Dreharbeiten zum Film „James Bond 007 - Leben und sterben lassen“ ("Live and Let Die") in einem Regiestuhl.

Roger Moore machte den Geheimagenten zum charmanten Gentleman mit britischem Humor. Sein Bond war kultiviert, schlagfertig und selbst in gefährlichen Situationen gelassen. Er brachte Leichtigkeit, Ironie und einen Hang zur Selbstparodie in die Reihe. (Archivbild)

Craig sei zudem wesentlich gefährlicher als er selbst. Im Gespräch mit dem US-Radiosender NPR sagte Moore 2014: „Ich sehe aus wie ein komödiantischer Liebhaber, Sean und insbesondere Daniel Craig sehen aus wie Killer.“ Craig wolle er lieber nicht nachts in einer dunklen Gasse begegnen.

Über die Filme seines Nachfolgers fand Moore allerdings nicht nur lobende Worte. „Ein Quantum Trost“ bezeichnete er 2011 gegenüber der Studentenzeitung „Varsity“ der Universität Cambridge als „langes, zusammenhangloses Werbevideo“. Craigs Darstellung des Geheimagenten lobte er dennoch.

Timothy Dalton: Daniel Craig könnte der beste Bond sein

Timothy Dalton, der Bond 1987 und 1989 spielte, bewunderte Sean Connery. Dieser sei für ihn der Maßstab gewesen. Dalton hatte die Rolle bereits Ende der 1960er-Jahre angeboten bekommen, lehnte damals aber ab, weil er sich nicht vorstellen konnte, Connery zu ersetzen.

Timothy Dalton im Hubschrauber.

Timothy Dalton interpretierte Bond als ernsten, düsteren und kompromisslosen Geheimagenten. Seine Darstellung orientierte sich stärker an Ian Flemings Romanfigur: weniger Witz, dafür mehr Härte, emotionale Tiefe und persönliche Verletzlichkeit. (Archivbild)

Über Roger Moore urteilte er deutlich kritischer. In einem Interview mit der „Los Angeles Times“ vom November 2012 sagte Dalton, Moores Interpretation sei eine Hommage gewesen, die gegen Ende beinahe zur Parodie geworden sei. Moore war bei seinem letzten Bond-Auftritt 1985 bereits 57 Jahre alt – auch das könnte Daltons Blick auf die Entwicklung der Figur erklären.

Pierce Brosnan kam bei ihm besser weg. Dieser habe Bond seiner Meinung nach düsterer und tiefgründiger darstellen wollen, doch die Filme hätten eine solche Entwicklung nicht zugelassen.

Für Daniel Craig fand Dalton dagegen außergewöhnlich deutliche Worte. „Es gibt gute Gründe für die Annahme, dass Daniel Craig der beste Bond aller Zeiten ist – oder zumindest seit sehr langer Zeit“, sagte er der „Los Angeles Times“. Besonders „Casino Royale“ und „Ein Quantum Trost“ hätten einen Geist, auf den die frühen Bond-Filmemacher stolz gewesen wären.

Pierce Brosnan: Connery und Moore waren seine Vorbilder

Pierce Brosnan, der von 1995 bis 2002 viermal als 007 auftrat, orientierte sich bei seiner eigenen Interpretation bewusst an Sean Connery und Roger Moore. Im Videointerview mit dem Magazin „GQ“ aus dem Jahr 2022 erklärte er, er habe versucht, eine Verbindung zwischen den beiden Darstellern herzustellen.

Pierce Brosnan mit Waffe.

Pierce Brosnan vereinte Charme, Humor und Härte zu einem eleganten Allrounder. Sein Bond wirkte stets souverän und weltgewandt, konnte aber ebenso eiskalt und gefährlich sein. (Archivbild)

Connery habe ihn bereits als elfjährigen Jungen mit „Goldfinger“ begeistert. Moore wiederum habe der Figur einen besonderen Humor verliehen. Von beiden habe er sich Elemente für seine eigene Darstellung abgeschaut.

Auch Timothy Dalton würdigte Brosnan. Im Interview mit dem Magazin „Dolce“ bezeichnete er ihn 2018 als „wirklich wunderbaren Schauspieler“. Allerdings sei das Material, das ihm in seinen Bond-Filmen zur Verfügung gestanden habe, Dalton nicht gerecht geworden.

Für Daniel Craig hatte Brosnan ebenfalls große Anerkennung übrig. Im „GQ“-Interview von 2022 sprach er von größter Bewunderung für dessen Leistung. Besonders die körperliche Präsenz, die Craig in die Rolle eingebracht habe, sei monumental gewesen.

Daniel Craig: Connery war sein Lieblings-Bond

Auch Daniel Craig, der zwischen 2006 und 2021 fünfmal als James Bond auftrat, bezeichnete Sean Connery mehrfach als seinen Lieblingsdarsteller der Reihe. Als er 2005 gefragt wurde, wer sein bevorzugter Bond sei, antwortete er schlicht: Connery. Gleichzeitig betonte Craig, dass er dessen Darstellung nicht kopieren wolle.

Daniel Craig mit Waffe.

Daniel Craig machte aus dem nahezu unverwundbaren Gentleman einen körperlich robusten, rauen und zugleich verletzlichen Menschen. Sein Bond zweifelte, litt, machte Fehler und musste mit den Folgen seiner Entscheidungen leben. (Archivbild)

Auch George Lazenbys einziger Bond-Film „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“ gefiel Craig ausgesprochen gut. In einem Gespräch mit dem „Guardian“ im Jahr 2021 bezeichnete er das Werk als einen der besten Filme der Reihe. Besonders die Liebesgeschichte habe es ihm angetan.

Roger Moore verband Craig mit einer persönlichen Kindheitserinnerung: „Leben und sterben lassen“ war der erste Bond-Film, den er gemeinsam mit seinem Vater im Kino gesehen hatte. Moore habe er deshalb besonders geschätzt.

Pierce Brosnan wiederum unterstützte Craig nach dessen Verpflichtung als 007. Im Gespräch mit dem Magazin „NME“ erzählte Craig 2021, Brosnan habe ihm damals einen einfachen Rat mitgegeben: „Genieße es, es ist eine Reise.“