Bei der gemeinsamen Album-Arbeit prallten die Generationen aufeinander: Johannes Oerding korrigierte Peter Maffay bei dessen Wortwahl.
„Das sagt man nicht mehr“Johannes Oerding bringt Peter Maffay beim Texten zum Augenrollen

Peter Maffay und Johannes Oerding diskutierten beim gemeinsamen Songwriting über die passende Wortwahl. (Archivbild)
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Mehr als drei Jahrzehnte Altersunterschied sorgen bei der musikalischen Zusammenarbeit zwischen Peter Maffay und Johannes Oerding nicht nur für kreative Impulse, sondern auch für handfeste Diskussionen. Wie Johannes Oerding in einem Interview mit dem Portal „web.de“ verriet, gerieten die beiden Musiker bei der Arbeit an ihrem gemeinsamen Album „Nashville“ vor allem bei der Wortwahl immer wieder aneinander.
Augenrollen im Studio: Diskussionen um zeitgemäße Sprache
Der 44-jährige Oerding, der seine eigene Sprache als „recht woke“ bezeichnet, sah sich bei den Textarbeiten wiederholt dazu veranlasst, seinen 77-jährigen Kollegen zu korrigieren. Gelegentlich habe ihm ein Wort missfallen, das für den Deutschrock-Veteranen völlig selbstverständlich war.
„Es kam schon mal vor, dass ich zu Peter gesagt habe: ‚Du, das sagt man heute aber nicht mehr so‘“, schildert Oerding die Situation im Gespräch mit „web.de“. Maffay reagierte auf die sprachlichen Einwände seines jüngeren Duopartners demnach zunächst mit Augenrollen. Dennoch seien die Auseinandersetzungen konstruktiv verlaufen.
Herkunft gegen Zeitgeist: Alte Formen versus moderner Duktus
Maffay selbst begründet die Differenzen bei den Texten unter anderem mit seiner Herkunft. Da er aus Transsilvanien stamme, habe er Deutsch anders gelernt als Muttersprachler, die in Deutschland aufgewachsen sind. Verkürzungen wie „geh’n“ mit Apostroph meide er strikt und bestehe auf der ausgeschriebenen Form „gehen“ – ein Stil, der auf Oerding wiederum unzeitgemäß wirke.
Trotz des anfänglichen Augenrollens lenkte Maffay letztlich ein: „Wenn ich seinem Rat folge, was ich sehr gerne mache, dann stelle ich fest, dass seine Variante sogar leichter zu singen ist.“ Musikalisch hingegen fanden beide schnell zusammen: Bei Melodien und Arrangements habe von Beginn an Einigkeit geherrscht.
Für ihr gemeinsames Duett-Projekt „Nashville“ reisten Peter Maffay und Johannes Oerding in die Blackbird Studios der US-Musikmetropole. Dort nahmen die beiden Musiker innerhalb von fünf Tagen zusammen mit lokalen Instrumentalisten elf Songs auf.
Stilistisch bewegt sich die Produktion im Country-Bereich und vereint Elemente aus Americana, Folk, Gospel und Skiffle. Für Maffay bedeutet die Veröffentlichung zugleich eine Rückkehr auf die Bühne nach seinem Abschied vom Tourneeleben. Geplant ist eine gemeinsame Hallentournee durch mehrere deutsche Großstädte, darunter Köln am 23. April 2027. (jag)
