Großer Abschied: Auffallend viele Schlagerfrauen traten zuletzt extrem konsequent von der Bühne ab. 11 Legenden und ihr finaler Schritt.
Von Michelle bis Jürgen DrewsDiese 11 Schlagerstars haben in den letzten Jahren ihre Karriere beendet

Abschied für immer? Michelle hat ihre Schlagerkarriere an den Nagel gehangen. (Archivbild)
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Der deutsche Schlager lebt von großen Emotionen, treuen Fangemeinden und Karrieren, die oft über viele Jahrzehnte andauern. Umso schwerer wiegt der Moment, wenn Ikonen des Genres beschließen, das Mikrofon endgültig aus der Hand zu legen. Auffallend ist dabei vor allem, wie konsequent gerade die weiblichen Schlagerstars den Mut zum Schlussstrich finden.
Während so mancher männliche Kollege das Rampenlicht bis ins hohe Alter sucht, beweisen auffallend viele Sängerinnen das Gespür für den richtigen Zeitpunkt: Sie ziehen sich selbstbestimmt, ohne großes Zögern und ohne ständige Comeback-Versuche ins Privatleben zurück.
Ob aus gesundheitlichen Gründen, dem Wunsch nach Ruhe oder dem Entschluss, auf dem Zenit aufzuhören: Diese elf Künstlerinnen, Künstler und Duos haben die deutsche Musiklandschaft geprägt und sich vom Tour- und Bühnenleben verabschiedet.
Jürgen Drews
Jürgen Drews machte sich als „König von Mallorca“ endgültig zur Schlager-Ikone und erlebte gerade im späteren Verlauf seiner Karriere noch einmal einen enormen Popularitätsschub. Mit „Ein Bett im Kornfeld“ hatte er bereits 1976 einen seiner größten Hits gelandet, doch Jahrzehnte später wurde er auf der Ferieninsel zum Kultstar und prägte die dortige Partyszene wie kaum ein anderer.

Jürgen Drews hat seine Karriere zwar beendet, lässt sich als Schlagerlegende aber immer wieder bei besonderen Gelegenheiten wie Heidi Klums „HeidiFest“ 2025 sehen. (Archivbild)
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Auch im deutschen Fernsehen war Drews bis zuletzt ein gefragter Gast und trat regelmäßig in großen Schlagershows auf. 2022 kündigte er schließlich sein Karriereende an und verabschiedete sich im Oktober bei seinem letzten Live-Konzert von der Bühne. Im Januar 2023 folgte mit „Der große Schlagerabschied“ eine große TV-Show zu seinen Ehren. Nach mehr als 50 Jahren im Showgeschäft war seine Karriere damit endgültig beendet. Dennoch stand er 2025 noch einmal für Heidi Klums „HeidiFest“ und die „Giovanni Zarrella Show“ vor der Kamera.
Ute Freudenberg
Nach mehr als 50 Jahren auf der Bühne wurde 2023 für Ute Freudenberg zum großen Abschied: Am 22. Dezember gab sie in der restlos ausverkauften Alten Oper in Erfurt ihr letztes Konzert. Ihren Durchbruch hatte die gebürtige Weimarerin bereits in der DDR mit „Jugendliebe“, das bis heute als einer ihrer größten Hits gilt. 2022 feierte sie ihr 50-jähriges Bühnenjubiläum und wurde dafür mit dem SWR-Musikpreis ausgezeichnet.

Ute Freudenberg wurde noch zu DDR-Zeiten zum stimmgewaltigen Schlagerstar. (Archivbild)
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Mit ihrem Abschiedsalbum „Stark wie nie“ und der gleichnamigen Tournee verabschiedete sie sich schließlich von ihrem Publikum. Ihre Parkinson-Erkrankung, die sie 2022 öffentlich gemacht hatte, spielte bei der Entscheidung zum Karriereende eine wichtige Rolle. Auf die Bühne zurückkehren will Freudenberg nicht, stattdessen genießt sie ihren Ruhestand und widmet sich dem Reisen und ihrem Privatleben.
Lena Valaitis
Lena Valaitis hat sich still und leise von der Showbühne zurückgezogen und sagte 2023, dass sie „beruflich gar nichts mehr“ mache. Stattdessen widmet sie sich ihrem Enkelsohn Eden und ihrer Familie. Einen großen Abschied oder ein letztes Konzert wollte die Sängerin nach über 50 Jahren auf der Bühne bewusst nicht.

Ralph Siegel freut sich mit Lena Valaitis 1981 über ihren Sieg bei der deutschen Vorentscheidung zum Grand Prix d'Eurovision de la Chanson, den sie mit dem Siegel-Titel „Johnny Blue“ errang. Bei der Entausscheidung in Dublin belegte sie Platz zwei. (Archivbild)
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Ihr letztes Album „Meine Sprache ist die Musik“ erschien 2018, ihren letzten großen öffentlichen Auftritt hatte sie 2020 im „ZDF-Fernsehgarten“. Valaitis blickt auf eine mehr als 50-jährige Schlagerkarriere mit Hits wie „Ob es so oder so oder anders kommt“ und „Johnny Blue“ zurück. Mit „Johnny Blue“ vertrat sie Deutschland 1981 beim Eurovision Song Contest und erreichte den zweiten Platz.
Mary Roos
Gerade ihre letzten Jahre auf der Bühne waren für Mary Roos noch einmal besonders erfolgreich. 2018 sorgte sie mit ihrer Teilnahme an „Sing meinen Song – Das Tauschkonzert“ auch beim jüngeren Publikum für Aufmerksamkeit, zuvor hatte sie mit eigenen Konzerten eine neue Seite ihrer Karriere aufgeschlagen.
Nach mehr als 60 Jahren im Showgeschäft verabschiedete sie sich 2019 zwar von ihrer Schlagerkarriere, doch von Ruhestand konnte zunächst keine Rede sein. Mit Wolfgang Trepper feierte sie große Erfolge mit dem Kabarettprogramm „Nutten, Koks und frische Erdbeeren“, dessen Fortsetzung ebenfalls für ausverkaufte Säle sorgte.

Mary Roos trägt bei der deutschen Vorentscheidung für den Grand Prix d' Eurovision de la Chanson ihr Lied „Aufrecht Gehn“ vor. (Archivbild)
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Erst 2024 endete auch diese Bühnenkarriere, im Mai 2025 stand Roos noch einmal bei einer einmaligen Veranstaltung auf der Bühne. In ihrer langen Laufbahn nahm sie zweimal für Deutschland am Eurovision Song Contest teil und wurde 1972 mit „Nur die Liebe lässt uns leben“ Dritte. Zu ihren größten Hits gehören außerdem „Arizona Man“ und „Aufrecht geh’n“.
Tina York
Auch die Schwester von Mary Roos ist mittlerweile im Ruhestand: Tina York hat 2024 nach mehr als fünf Jahrzehnten auf der Bühne ihre Karriere beendet. „Ich habe dieses Jahr aufgehört“, sagte die Schlagersängerin im Gespräch mit „Meine Freizeit“. Bereits in den Jahren zuvor hatte sie sich zunehmend aus dem Showgeschäft zurückgezogen und nur noch gelegentlich Auftritte absolviert. Ihren Entschluss erklärte sie damit, dass sich in der Schlagerwelt vieles verändert habe: „Das ist nicht mehr meine Zeit jetzt“.

Tina York hatte vor allen Dingen mit „Wir lassen uns das Singen nicht verbieten“ großen Erfolg. (Archivbild)
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Ihr größter Hit war „Wir lassen uns das Singen nicht verbieten“, mit dem sie 1975 die „ZDF-Hitparade“ gewann. Insgesamt trat York 17 Mal in der Kultsendung auf und landete mehrfach auf den vorderen Plätzen. 2018 nahm sie am RTL-Dschungelcamp teil und erreichte den dritten Platz. Zuletzt war sie 2019 im „ZDF-Fernsehgarten“ zu sehen.
Veronika Fischer
Wie Ute Freudenberg gehört auch Veronika Fischer (75) zu den großen Stimmen des DDR-Schlagers – doch ihr Abschied von der Bühne verlief ganz anders als geplant. Nach 55 Jahren Bühnenkarriere wollte sie sich 2025 mit einer Abschiedstournee von ihrem Publikum verabschieden, musste die Konzerte wegen massiver Stimmprobleme jedoch kurzfristig absagen.

Veronika Fischer singt heute nicht mehr auf der großen Konzertbühne. Nach 55 Jahren Bühnenkarriere musste sie 2025 ihre geplante Abschiedstournee wegen Stimmproblemen absagen. (Archivbild)
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Fischer hatte in den 70er Jahren mit Liedern wie „In jener Nacht“, „Auf der Wiese“ und „Blues von der letzten Gelegenheit“ ihren Durchbruch geschafft und wurde zu einer der erfolgreichsten Sängerinnen der DDR. 1981 siedelte sie nach West-Berlin über und setzte ihre Karriere auch nach der Wiedervereinigung fort. Ganz aus der Öffentlichkeit hat sie sich inzwischen nicht zurückgezogen: 2026 ist Fischer weiterhin mit Lesungen und Talkveranstaltungen zu erleben.
Ireen Sheer
Dreimal trat Ireen Sheer beim Eurovision Song Contest an, mehr als 60 Jahre stand sie auf der Bühne. 1974 und 1985 ging sie für Luxemburg an den Start, 1978 vertrat sie Deutschland und erreichte mit „Feuer“ den sechsten Platz. Zu ihren größten Schlagern gehören „Goodbye Mama“ und „Heut’ Abend hab ich Kopfweh“.

Ireen Sheer sang für Deutschland „Feuer“ beim Eurovision Song Contest 1978. Mit diesem Evergreen trat sie 2026 auch beim „HeidiFest“ von Heidi Klum auf. (Archivbild)
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Rund 7500 Auftritte soll die gebürtige Engländerin im Laufe ihrer Karriere absolviert haben, ehe sie sich 2023 mit ihrem Abschiedsalbum „Aufwiedersehn – Goodbye“ und einer letzten Tournee aus dem Showgeschäft zurückzog. Ganz ohne einzelne Auftritte blieb sie danach allerdings nicht: 2026 stand Sheer plötzlich doch noch einmal unter anderem beim „HeidiFest“ und beim „Nockis-Fest“ auf der Bühne.
Marianne & Michael

Marianne und Michael waren über Jahrzehnte nicht aus dem deutschen Fernsehen wegzudenken. (Archivbild)
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Marianne & Michael prägten über Jahrzehnte die volkstümliche Musik und das deutsche Fernsehen. Neben zahlreichen Hits moderierten sie die „Superhitparade der Volksmusik“ und „Lustige Musikanten“, von denen sie zwischen 1989 und 2007 rund 100 Ausgaben präsentierten. Auch ihre eigene ZDF-Show „Liebesgrüße mit Marianne & Michael“ lief von 2001 bis 2007. Nach 51 Jahren gaben sie 2024 ihr letztes reguläres Konzert und beendeten ihre Bühnenkarriere. Für besondere Anlässe standen sie danach allerdings noch vereinzelt gemeinsam auf der Bühne.
Ingrid Peters
Anders als viele ihrer Kolleginnen verabschiedete sich Ingrid Peters nicht mit einer großen Abschiedstournee von der Bühne. Die Saarländerin zog sich ab 2016 nach mehr als 40 Jahren im Showgeschäft allmählich zurück und nahm nur noch wenige Live-Termine wahr. Zuvor hatte sie mit „Komm doch mal rüber“, „Weißt du, wo du hingehst“ und „Afrika“ große Erfolge gefeiert und Deutschland 1986 beim Eurovision Song Contest mit „Über die Brücke geh’n“ vertreten, wo sie den achten Platz erreichte.

Ingrid Peters gehörte neben Nicole zu den stimmgewaltigsten Schlagerexporten des Saarlandes. (Archivbild)
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Auch danach blieb die heute 71-Jährige vielseitig: Sie schrieb eigene Lieder, moderierte im Rundfunk und erfüllte sich im weitgehenden Ruhestand noch einen besonderen Herzenswunsch mit der Arbeit am Theater. 2020 stand sie im Musical „Marguerite“ auf der Bühne des Saarländischen Staatstheaters, 2022 folgte „Hair“. Ein Comeback als Sängerin schließt Peters heute aus: „Ich möchte nicht zurück“, sagte sie dem „Merkur“ 2026.
Vicky Leandros
Vicky Leandros blickt auch am Ende ihrer mehr als 55-jährigen Karriere auf große Erfolge zurück. Ihre Abschiedstournee „Ich liebe das Leben!“ wurde wegen der enormen Nachfrage mehrfach verlängert und war in zahlreichen Städten ausverkauft, darunter gleich fünfmal die Hamburger Elbphilharmonie. Ein Höhepunkt war ihr Konzert 2024 vor rund 4500 Menschen am Fuß der Akropolis in Athen. Im Dezember 2024 beendete sie die Tournee im Berliner Tempodrom und damit ihre große Bühnenkarriere. Auch im Fernsehen trat sie seinerzeit zum letzten Mal auf.

Vicky Leandros feierte nicht nur in Europa, sondern auch in Asien, Kanada und Lateinamerika große Erfolge und verkaufte weltweit mehr als 55 Millionen Tonträger. (Archivbild)
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Mit „Après toi“ hatte sie 1972 für Luxemburg den Eurovision Song Contest gewonnen, zu ihren bekanntesten Hits gehören „Theo, wir fahr’n nach Lodz“ und „Ich liebe das Leben“. Auch nach dem Ende ihrer Abschiedstournee trat sie noch bei besonderen Anlässen auf. So stand sie 2025 bei ihrem traditionellen Weihnachtskonzert zugunsten der Hilfsaktion „Ein Herz für Kinder“ auf Gut Basthorst auf der Bühne.
Michelle
2026 wurde für Michelle zum großen Abschied von der Schlagerbühne: Nach mehr als 30 Jahren Karriere verabschiedete sie sich mit ihrer Tournee „Zum letzten Mal“ und ihrem letzten Album „Flutlicht“ von ihren Fans. Ihren Durchbruch hatte sie 1993 mit „Und heut’ Nacht will ich tanzen“, später landete sie mit „Paris“ sowie den Duetten mit ihrem Ex Matthias Reim, „Idiot“ und „Nicht verdient“, weitere große Hits.

Michelle vertrat Deutschland 2001 beim Eurovision Song Contest in Kopenhagen und erreichte mit „Wer Liebe lebt“ den achten Platz. (Archivbild)
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2001 vertrat sie Deutschland beim Eurovision Song Contest in Kopenhagen und erreichte mit „Wer Liebe lebt“ den achten Platz. Ihre letzte CD „Flutlicht“ wurde 2024 sogar zu einem ihrer erfolgreichsten Alben und erreichte Platz zwei der deutschen Charts. Beim „Schlagerbooom Open Air“ im Juni setzte sie noch einmal einen Schlusspunkt unter ihre Musikkarriere. Ob wirklich für immer, wird die Zukunft zeigen.
Ganz von der Bühne verschwindet sie allerdings nicht: Mit „Nachtgedanken Live“ kehrt sie im November 2026 ohne Musik für einen Gesprächsabend zurück. Parallel baut sie sich unter dem Namen „Wakan“ eine neue berufliche Existenz als spirituelle Beraterin und Medium auf.


