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Kerstin Ott zur Konzert-Krise„Auch bei mir gibt es Shows, die sich nicht gut verkaufen“

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Giovanni Zarrella und Kerstin Ott auf der Bühne.

Giovanni Zarrella und Kerstin Ott auf der Bühne.

Sängerin Kerstin Ott spricht über die Konzert-Krise. Wegen hoher Kosten und geringer Nachfrage sagen viele Musiker Shows ab.

Die Musikerin Kerstin Ott hat sich zur schwierigen Situation in der Veranstaltungsbranche geäußert. Während eines Auftritts in der ZDF-Produktion „Die Giovanni Zarrella Show“ erörterte sie mit Gastgeber Giovanni Zarrella und den Gästen Vanessa Mai sowie Adam Lambert die gegenwärtigen Herausforderungen für Live-Auftritte. Sie betonte, dass sie trotz langjähriger Erfolge in den Hitparaden von den aktuellen Problemen ebenfalls betroffen ist.

„Auch bei mir gibt es Shows, die sich nicht gut verkaufen. Es ist eine Krisenzeit. Es ist teurer geworden“, äußerte Ott in der Sendung. Die Sängerin führt die zögerlichen Kartenkäufe hauptsächlich auf die verringerte finanzielle Leistungsfähigkeit der Zuhörer zurück: „Die Leute haben wenig Geld im Portemonnaie. Viele sparen sich das zusammen.“ Angesichts erhöhter Ausgaben für den Lebensunterhalt entwickle sich der Besuch einer Veranstaltung für zahlreiche Personen zu einer wohlüberlegten Entscheidung.

Konzertabsagen häufen sich in der Musikbranche

Weil durch den Verkauf von Tonträgern nur noch geringe Erträge erzielt werden, konzentriert sich der wirtschaftliche Druck vermehrt auf Live-Auftritte. Die Debatte über höhere Kartenpreise und Produktionsaufwände ist in der Musikwelt schon länger präsent. Kürzlich äußerte sich auch Helene Fischer in den ARD-„Tagesthemen“ zu den Preisen und begründete diese mit den gewachsenen Gesamtaufwendungen: „Wir schaffen irgendwo auch Arbeitsplätze.“

Auch die Sängerin Ela Steinmetz, die Lieder für Helene Fischer schreibt, sah sich gezwungen, auf die Kaufzurückhaltung der Fans zu reagieren. Ihre geplante „Pinke-Plüschjacke-Tour“ wurde von der Künstlerin komplett gestrichen. Steinmetz erläuterte, dass man nach „langem Ringen und Kämpfen“ diesen Entschluss fassen musste: „Leider haben sich die Ticketverkäufe nicht so entwickelt, wie wir’s uns gewünscht hätten oder wie es die Tour irgendwie gebraucht hätte, um sich zu tragen.“

Die gegenwärtigen Probleme im Veranstaltungssektor sind keineswegs auf Ott, Steinmetz oder die Schlagerszene beschränkt, sondern betreffen viele namhafte Interpreten unterschiedlicher Musikrichtungen. Wegen unzureichender Ticketnachfrage mussten zuletzt auch Gabriel Kelly, Wincent Weiss und Max Giesinger geplante Tourneen oder einzelne Auftritte absagen.

Berichten aus den Medien zufolge sahen sich sogar internationale Größen wie Jennifer Lopez oder die Musikgruppe The Black Keys genötigt, komplette Arena-Tourneen abzusagen.

Während es herausragenden Künstlerinnen wie Helene Fischer gelingt, mit kostspieligen Stadionproduktionen hohe Kartenpreise zu rechtfertigen und ihre Anhängerschaft trotz finanzieller Engpässe zu erreichen, spiegelt die Situation von Kerstin Ott die Wirklichkeit zahlreicher anderer Musiker wider.

Insbesondere jenseits der größten Veranstaltungen entwickelt sich die Kluft zwischen wachsenden Herstellungskosten und der abnehmenden Zahlungsfähigkeit des Publikums immer mehr zu einer Herausforderung. (jag)