Wurde die Ehefrau von Kronprinz Haakon aufgrund ihres royalen Status bei der Lungentransplantation bevorzugt?
Nach Lungen-OPSchnelles Vorgehen für Kronprinzessin Mette-Marit wirft Fragen auf

Kronprinzessin Mette-Marit hat eine neue Lunge erhalten. (Archivbild)
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Die erfolgreiche Lungentransplantation bei der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit hat in den sozialen Medien Diskussionen über eine mögliche Bevorzugung ausgelöst. Zwischen der offiziellen Bekanntgabe ihrer Platzierung auf der Warteliste am 5. Juni und der Nachricht über die geglückte Operation am 17. Juni vergingen lediglich zwölf Tage. Experten und Berichte norwegischer Medien verdeutlichen jedoch, dass ausschließlich medizinische Faktoren und eine veränderte Datenlage für das schnelle Verfahren ausschlaggebend waren.
Kurze Warteliste und medizinische Priorisierung
Ein wesentlicher Grund für den raschen Zugriff auf ein Spenderorgan liegt in der aktuell kurzen Warteliste in Norwegen. Zum Zeitpunkt der Aufnahme der 52-jährigen Kronprinzessin, die seit Jahren an einer chronischen Lungenfibrose leidet, standen landesweit nur acht weitere Personen auf der Liste. In den Wochen zuvor wurden bereits mehrere Patienten erfolgreich versorgt.
Wie die norwegische Zeitung „VG“ berichtet, gab es in der Vergangenheit Zeiten mit über 40 wartenden Patienten. Neue Medikamente gegen Mukoviszidose haben den Bedarf an Spenderlungen jedoch spürbar gesenkt.

Mette-Marit von Norwegen wird noch einige Wochen im Krankenhaus bleiben. (Archivbild)
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Der behandelnde Lungenfacharzt Are Holm betonte zudem, dass bei der Organvergabe stets die akute Dringlichkeit entscheidet. Vorrang erhält demnach immer die Person mit dem kritischsten Gesundheitszustand, deren Lebenserwartung ohne einen Eingriff bei etwa einem Jahr liegt. Dass die Lage bei Mette-Marit ernst war, zeigte sich bereits am norwegischen Nationalfeiertag am 17. Mai, an dem sie sich mit einem Sauerstoffschlauch in der Öffentlichkeit präsentierte.
Grenzüberschreitendes Spendernetzwerk und Widerspruchsregelung
Neben dem passenden Zustand spielt bei einer Transplantation auch der Faktor Zufall eine tragende Rolle, da Blutgruppe, Gewebemerkmale und die Körpergröße exakt übereinstimmen müssen. In Norwegen werden jährlich nur rund 100 bis 120 Organspender registriert, wobei nur etwa jede vierte Lunge für eine Übertragung geeignet ist. Das Fachmagazin „Nettavisen“ zitiert Experten, die in diesem Zusammenhang von einem großen Glücksfall für die Kronprinzessin sprechen.

Dass die Lage bei Mette-Marit ernst war, zeigte sich bereits am norwegischen Nationalfeiertag am 17. Mai, an dem sie sich mit einem Sauerstoffschlauch in der Öffentlichkeit präsentierte.
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Die Chancen auf ein passendes Organ werden in Norwegen allerdings durch zwei Faktoren erhöht. Zum einen gilt im Land das Widerspruchsprinzip: Wer seine Organe nach dem Tod nicht spenden möchte, muss dem zu Lebzeiten aktiv widersprochen haben.
Zum anderen ist Norwegen an das skandinavische Netzwerk „Scandiatransplant“ angeschlossen. Dadurch können lebensrettende Organe auch kurzfristig aus Dänemark, Finnland, Island oder Schweden vermittelt werden. (jag)
