Abo

Fußfessel statt GefängnisMarius Borg Høiby darf überraschend bei Kronprinzessin Mette-Marit bleiben

2 min
Kronprinzessin Mette-Marit, Kronprinz Haakon und Marius Borg Høiby anlässlich des 25. Thronjubiläums von König Harald.

Kronprinzessin Mette-Marit, Kronprinz Haakon und Marius Borg Høiby (r) anlässlich des 25. Thronjubiläums von König Harald. (Archivbild)

Nach der Haft-Entscheidung des Osloer Gerichts darf Marius Borg Høiby seine Untersuchungshaft mit Fußfessel auf Skaugum verbringen.

Das Osloer Amtsgericht hat am Montag (13. Juli) eine überraschende Entscheidung im Fall von Marius Borg Høiby getroffen. Der 29-jährige Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit darf seine weitere Untersuchungshaft unter elektronischer Überwachung auf dem königlichen Familienanwesen Skaugum verbringen. Darüber berichtet unter anderem die norwegische Tageszeitung „Dagbladet“.

Høiby war demnach am Vormittag persönlich vor Gericht erschienen, um eine Freilassung zu erreichen oder alternativ die Fortsetzung der Untersuchungshaft mit elektronischer Überwachung außerhalb des Gefängnisses zu beantragen. Diesem Antrag gab Richterin Lise Bogen Behrens am Mittag statt.

Marius Borg Høiby will für seine Mutter Mette-Marit da sein

Bis zu einem tatsächlichen Umzug nach Skaugum muss Høiby allerdings noch abwarten, da der Staatsanwaltschaft das Recht auf Beschwerde gegen die Entscheidung zusteht.

Prinz Haakon, Prinzessin Mette-Marit, Marius Borg Høiby und seine Geschwister bei einem royalen Anlass.

Prinz Haakon, Prinzessin Mette-Marit, Marius Borg Høiby und seine Geschwister bei einem royalen Anlass. (Archivbild)

Als Begründung für den Antrag wurde vor Gericht unter anderem der Wunsch des 29-Jährigen genannt, seine gesundheitlich angeschlagene Mutter zu unterstützen. Kronprinzessin Mette-Marit leidet an den Folgen einer Lungentransplantation. Die bisherige Besuchszeit im Gefängnis von wöchentlich 45 Minuten reichte laut Høibys Aussage nicht aus, um für die Kronprinzessin da zu sein.

Diese Bedingungen gelten für den Stiefsohn von Kronprinz Haakon

Die Justiz knüpft den Aufenthalt auf dem Familiensitz jedoch an strenge Bedingungen. Neben der elektronischen Fußfessel muss Høiby an einem polizeilich geleiteten Präventionsprogramm namens „Risk“ teilnehmen. Die Maßnahme soll dazu beitragen, das Risiko weiterer Straftaten zu verringern.

Nach Informationen des „Dagbladet“ hat Høiby dieser Auflage bereits zugestimmt. Sein Verteidiger Petar Sekulic erklärte gegenüber dem Blatt, sein Mandant sei mit dem Kompromiss der Fußfessel vorerst „relativ zufrieden“, obwohl primär eine vollständige Freilassung angestrebt worden sei.

Mette-Marit und ihr Sohn Marius Borg Høiby

Mette-Marit und ihr Sohn Marius Borg Høiby. (Archivbild)

Die Entscheidung des Gerichts kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Behörden die Situation zuvor anders bewertet hatten. In einer offiziellen Pressemitteilung der Osloer Polizei vom 9. Juli hieß es noch, dass die Wiederholungsgefahr zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausreichend gemindert sei, um eine Freilassung zu rechtfertigen.

Høibys Verteidigung wies diese Einschätzung zurück. Wie die norwegische Zeitung „VG“ berichtet, hielt Rechtsanwalt Sekulic die Argumentation der Anklage für „sehr schwer zu verstehen“. Gegenüber der Zeitung „Aftenposten“ betonte er zudem, dass aus Sicht der Verteidigung keine Wiederholungsgefahr vorliege.

Der Sohn von Mette-Marit befindet sich bereits seit Anfang Februar in Untersuchungshaft. Mitte Juni war er vom Osloer Amtsgericht unter anderem wegen zweier Vergewaltigungen zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren verurteilt worden.

Da Høiby und seine Anwälte umgehend Berufung eingelegt haben, ist das Urteil noch nicht rechtskräftig. Norwegischen Medienberichten zufolge wird mit dem Beginn des Berufungsverfahrens vor dem Borgarting-Gericht allerdings nicht vor 2027 gerechnet.