Nach ihrer Lungentransplantation ist Mette-Marit wieder zu Hause. Ein Experte erklärt, welche Herausforderungen jetzt auf sie warten.
„Hat mir das Leben geschenkt“Mette-Marit und Haakon äußern sich nach Lungen-OP – Chefarzt mit Prognose

Nach der Entlassung aus der Klinik äußerten sich Kronprinzessin Mette-Marit und Kronprinz Haakon. (Archivbild)
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Nach ihrer Lungentransplantation Mitte Juni ist die norwegische Kronprinzessin Mette-Marit aus dem Osloer Rikshospitalet entlassen worden. Das norwegische Königshaus bestätigte am Dienstag die Entlassung. Für die 52-Jährige beginnt nun eine längere Rehabilitationsphase.
Medizinische Experten weisen darauf hin, dass die Zeit nach einer Lungentransplantation trotz erfolgreicher Operation weiterhin besondere Herausforderungen mit sich bringt.
Hohes Risiko im ersten Jahr nach dem Eingriff
Der schwedische Mediziner Jesper Magnusson, Experte für Lungentransplantationen am Sahlgrenska-Universitätskrankenhaus in Göteborg, äußerte sich gegenüber dem Fernsehsender TV 2 zu den Risiken nach dem Eingriff.

Am Nationalfeiertag zeigte sich Kronprinzessin Mette-Marit an der Seite von Kronprinz Haakon noch mit einem Atemgerät. (Archivbild)
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Besonders das erste Jahr nach einer Lungentransplantation gelte als wichtige Phase. In dieser Zeit bestehe ein erhöhtes Risiko für akute Abstoßungsreaktionen des Körpers gegen das Spenderorgan. Um dies zu verhindern, müssten Patienten dauerhaft immunsuppressive Medikamente einnehmen. Diese schwächten allerdings das Immunsystem und erhöhten dadurch die Anfälligkeit für Infektionen.
Patienten müssten deshalb besonders auf Infektionsschutz achten und Situationen mit einem erhöhten Ansteckungsrisiko vermeiden. Gleichzeitig sei es wichtig, sich nicht vollständig zurückzuziehen. „Dann lebt man ja nicht. Es geht darum, weiterzuleben“, sagte Magnusson.
Zurück in den Alltag mit neuen Regeln
Eine Lungentransplantation kann die Lebensqualität deutlich verbessern, bringt aber auch dauerhafte Veränderungen mit sich. „Das Ziel ist, dass die Patienten ein viel besseres Leben haben als damals, als sie an der Lungenerkrankung litten – aber das Leben wird nie wieder so sein wie vor der Krankheit“, sagte Magnusson.
Zu den langfristigen Anforderungen gehörten regelmäßige Medikamenteneinnahme, ärztliche Kontrollen und körperliches Training. Die Rehabilitation sei besonders in den ersten Monaten intensiv und könne insgesamt bis zu einem Jahr dauern.

Große royale Termine wie dieser müssen für Mette-Marit vorerst warten. Beim Staatsbesuch von Königin Mary im Mai 2024 zeigte sich die Kronprinzessin noch im Einsatz. (Archivbild)
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Die langfristige Prognose nach einer Lungentransplantation hänge von vielen individuellen Faktoren ab. Nach Angaben von Magnusson leben etwa 60 bis 70 Prozent der Patienten fünf Jahre nach dem Eingriff noch, nach zehn Jahren etwa die Hälfte. Gleichzeitig gebe es auch Patienten mit deutlich längeren Verläufen.
Dankbarkeit für ein neues Leben
Für Mette-Marit, bei der 2018 eine fortschreitende Lungenfibrose diagnostiziert worden war, beginnt nun eine intensive Erholungsphase. Geplant ist zunächst ein mehrwöchiger Aufenthalt in einer spezialisierten Rehabilitationseinrichtung. Das Königshaus teilte mit, dass die Kronprinzessin in den kommenden sechs Monaten keine offiziellen Termine wahrnehmen werde.
Mette-Marit selbst äußerte sich nach der Transplantation mit großer Dankbarkeit. „Es hat mir das Leben geschenkt, und Worte reichen nicht aus, wenn ich versuchen soll zu beschreiben, wie dankbar und demütig ich dafür bin“, erklärte die Kronprinzessin in einer Mitteilung des Königshauses.
Auch Kronprinz Haakon zeigte sich erleichtert über die Entwicklung. „Es ist eine große Erleichterung, die Kronprinzessin wieder zu Hause zu haben. Wir sind alle sehr froh, dass die erste Phase so gut verlaufen ist“, sagte er.
