Der ehemalige Schlagerstar rechntet erneut mit der Schlagerbranche ab. Nach ihrem endgültigen Aus findet sie deutliche Worte für das Geschäft.
„Früher war das eine Familie“Michelle beklagt Neid und verlorenen Zusammenhalt im Schlager

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Nach fast 35 Jahren auf der Bühne hat Schlagersängerin Michelle – bürgerlich Tanja Hewer – dem Showgeschäft endgültig den Rücken gekehrt. Heute arbeitet sie als Heilerin und blickt mit deutlicher Kritik auf das Musikbusiness zurück. Im Podcast „Ungefiltert on fire“ zog die Musikerin einen Schlussstrich unter ihre bisherige Laufbahn und beklagte eine zunehmend von Konkurrenzkampf und Oberflächlichkeit geprägte Branche.
Kritik an Scheinwelt und Perfektionsanspruch
Im Gespräch begründete die Ex-Freundin von Eric Philippi ihre Entscheidung, sich von der Musikbühne zurückzuziehen: „Ich war nie jemand, der gern im Mittelpunkt steht. Ich habe einfach gemerkt, ich verändere mich. Ich will mich nicht mehr schminken. Ich will echt sein. Ich will geerdet sein. Ich will aus dieser Welt, die ja nur eine Scheinwelt ist. Ich will diese Scheinwelt nicht mehr haben. Ich bin das nicht mehr.“
Auch den Erwartungsdruck an Perfektion im Showbusiness lehnt sie heute ab. Sie wolle nicht gefallen müssen, „nur damit mich andere gut finden, sondern ich möchte zuallererst, dass ich mich morgens in den Spiegel angucken kann und sagen kann: ‚Hey Tanja, du bist gut so, wie du bist‘“. Das Streben nach einer scheinbar makellosen Fassade hält sie für verfehlt, da Perfektion langweilig sei und kein Mensch ihr entsprechen könne.
Verlorener Zusammenhalt unter Kollegen
Besonders den zwischenmenschlichen Wandel unter den Künstlerinnen und Künstlern sieht Michelle kritisch. In den Anfangsjahren, als sie mit Hits wie „Und heut’ Nacht will ich tanzen“ die „ZDF-Hitparade“ gewann, sei die Gemeinschaft bei Tourneen und Veranstaltungen eng gewesen:
„Früher war das wirklich eine Familie. Und diese Familie, das gibt es heute nicht mehr. Das ist jeder geht nach seinem Auftritt schlafen oder irgendwie nach Hause oder es ist nicht mehr dieser Zusammenhalt und keiner gönnt dir mehr etwas.“
Statt kollegialer Nähe dominierten heute Neid und Argwohn. „Sobald du irgendwie mit irgendetwas erfolgreicher bist, besser bist oder schöner bist, dann kriegst du den Gegenwind ab“, so die frühere Sängerin. Für sie sei die Entscheidung, dem Rampenlicht den Rücken zu kehren, daher endgültig – die Welt der großen Bühnen und den Applaus vermisse sie nach eigenen Worten nicht. (jag)
