Die Nachricht von der Lungenerkrankung der norwegischen Kronprinzessin hat eine beispiellose Welle der Hilfsbereitschaft ausgelöst.
Ansturm auf OrganspendeSchicksal von Mette-Marit bewegt Tausende in Norwegen

Die Anmeldung zur Organspende ist in Norwegen aufgrund der Lungenkrankheit der Kronprinzessin auf ein Rekordniveau gestiegen. (Archivbild)
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In Norwegen ist die Zahl der Registrierungen für Organspenden signifikant gestiegen. Auslöser war die Mitteilung, dass die an einer Lungenerkrankung leidende Kronprinzessin Mette-Marit (52) auf ein Spenderorgan angewiesen ist. Diese Information wurde laut Medienberichten von der norwegischen Stiftung für Organspende verbreitet.
Beinahe 6.000 norwegische Bürger haben sich binnen kurzer Zeit über die digitale Gesundheitsplattform als Spender eingetragen. Aleksander Sekowski von der Organspendestiftung erklärte gegenüber dem Sender NRK, dass im Vergleich dazu die durchschnittliche Anzahl täglicher Anmeldungen im Mai bei 70 gelegen habe.
Enorme Zunahme bei Spender-Registrierungen

Kronprinzessin Mette-Marit, Kronprinz Haakon und Prinz Sverre Magnus begrüßen den Kinderumzug während der Feierlichkeiten zum norwegischen Nationalfeiertag in Skaugum in Asker.
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Gegenüber der Nachrichtenagentur NTB bezeichnete Sekowski diese rapide Zunahme der Neuregistrierungen als „ganz fantastisch“. Die Aufnahme der norwegischen Kronprinzessin auf die Warteliste für eine Lungentransplantation wurde am Freitag öffentlich gemacht. Laut dem behandelnden Arzt von Mette-Marit ist eine solche Listung nur dann möglich, wenn die Lebenserwartung eines Patienten ohne ein neues Organ bei ungefähr einem Jahr liegt.
Lungenfibrose als Ursache
Die Erkrankung der Kronprinzessin ist eine progressive Lungenfibrose, bei der das Lungengewebe vernarbt, was die Atmung zunehmend behindert. Die Ehefrau von Kronprinz Haakon (52) ist im täglichen Leben bereits auf ein Sauerstoffgerät angewiesen.

Die norwegische Kronprinzessin Mette-Marit trägt im April 2026 neben Kronprinz Haakon (vorn, r) zum ersten Mal ein Sauerstoffgerät zu einem offiziellen Termin bei einem Empfang für die norwegischen Athleten der Paralympics in Mailand und Cortina 2026. (Archivbild)
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Nach Auskunft der Organspendestiftung befinden sich aktuell rund 600 Personen in Norwegen auf der Warteliste für ein Spenderorgan. Der Lungenexperte Are Holm merkte an, dass die Wartezeit für eine Lunge derzeit verhältnismäßig gering sei.
Rechtliche Regelung in Norwegen
Für die Organspende existiert in Norwegen prinzipiell die Widerspruchsregelung. Dies bedeutet, dass Verstorbene als Organspender gelten, sofern sie zu Lebzeiten keinen expliziten Widerspruch eingelegt haben. Jedoch werden die Hinterbliebenen immer in den Entscheidungsprozess involviert und haben die Möglichkeit, einer Organentnahme nicht zuzustimmen.
Aus diesem Grund empfiehlt die Organspendestiftung den norwegischen Bürgern, mit ihren Familien über ihre persönliche Haltung zur Organspende zu sprechen. (jag/dpa)
