In der Talkshow spricht Patrice Aminati offen über ihre Krebsdiagnose, Rückschläge – und wie sich ihr Blick aufs Leben verändert hat.
„Glück ist für mich Stille“Krebskranke Patrice Aminati im SWR-„Nachtcafé“ – was ihr jetzt noch Hoffnung gibt

Patrice Aminati war am Freitagabend in der SWR-Talkshow „Nachtcafé“ zu Gast.
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Am Karfreitag (3. April 2026) sprach die Modedesignerin und Influencerin Patrice Aminati im SWR-„Nachtcafé“ über ihre Krebserkrankung – und darüber, wie sie ihr Leben verändert hat. Die Diagnose traf die heute 30-Jährige in einer Phase, in der eigentlich alles gut war: verheiratet, ein kleines Kind, Pläne für die Zukunft.
Krebsdiagnose nach vermeintlich harmlosen Anzeichen
„Ich war beim Hautarzt gewesen, hatte schon länger einen Leberfleck am Hals, der erhaben war, dunkel, schon blutete“, berichtete sie dem TV-Moderator Michael Steinbrecher. Dennoch habe sie die Situation zunächst unterschätzt: „Ich war aber schwanger gewesen und hab das jetzt gar nicht, ich sag mal, so ernst genommen.“
Nach einer Biopsie folgte die klare Ansage des Arztes: „Es ist schwarzer Hautkrebs, Sie müssen sofort ins Krankenhaus.“ Zunächst habe sie geglaubt, es handle sich um einen vergleichsweise harmlosen Eingriff: „Ich dachte, na ja, Hautkrebs … Haut ist was Oberflächliches.“
Die Erkrankung brachte sie körperlich und psychisch an ihre Grenzen. Gleichzeitig beschrieb sie, wie sich ihr Blick auf das Leben verändert hat.
Neues Verständnis von Glück
Im Alltag mit ihrer dreieinhalb Jahre alten Tochter habe sie andere Formen von Zufriedenheit entdeckt. „Am liebsten ist für mich mit ihr Stille“, sagte sie. „Glück ist für mich Stille, ist Ruhe. Das ist nichts Großes, nichts Lautes, nichts Überbordendes.“ Es gehe weniger um große Ereignisse als um ein Gefühl von Ankommen und innerer Ruhe. Gerade darin finde sie im Alltag Halt.
Insbesondere in der Zeit mit ihrer Tochter werde das für sie greifbar: „Mit der Kleinen stundenlang im Garten zu sitzen und Stöckchen übereinanderzustapeln oder Blätter zu sammeln – es ist nichts Großes, aber das ist für mich das Größte.“ Auch die Rolle als Mutter habe ihren Blick verändert: „Kinder sind unsere besten Lehrer.“
So erklärt Patrice Aminati ihrer Tochter die Krankheit
Auf die Frage, was ihre Tochter von ihrer Krankheit mitbekomme, antwortete sie: „So wenig wie möglich, so viel wie nötig.“ Als sie die Diagnose erhielt, sei ihre Tochter erst ein halbes Jahr alt gewesen. „Da war ich Gott sei Dank nicht in der Situation, ihr was erklären zu müssen.“

Patrice Aminati im SWR-„Nachtcafé“: „Glück ist für mich Stille, ist Ruhe. Das ist nichts Großes, nichts Lautes, nichts Überbordendes.“
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Heute gehe sie behutsam damit um. Wenn sie durch die Therapien geschwächt sei, sage sie schlicht: „Die Mama ist ein bisschen müde.“ Gleichzeitig versuche sie, für ihr Kind präsent zu bleiben: „Aber ich versuch, immer da zu sein.“ Auch wenn die Familie unterstütze, sei es ihr wichtig, „dass ich immer sichtbar bin.“
Patrice Aminati gilt als „austherapiert“
Medizinisch gilt die Ehefrau von TV-Moderator Daniel Aminati inzwischen als „austherapiert“. Was das bedeutete, erklärte sie im „Nachtcafé“ so: „Dass eine Heilung nicht mehr möglich ist und dass das Ziel ist, eine Lebensverlängerung, dass es ein schönes Leben ist mit wenig Schmerzen.“
Zuletzt hatte Aminati im März einen Rückschlag erlitten. Nach einer Untersuchung Mitte des Monats, unter anderem in einer Klinik beziehungsweise einem Hauttumorzentrum, fiel das Ergebnis nach eigenen Angaben „nicht wie erhofft“ aus.
Anlass waren zuvor auffällige Werte. Es folgten weitere Untersuchungen, darunter Bluttests sowie MRT- und CT-Aufnahmen. Wenig später meldete sie sich auch per Video aus dem Auto bei ihren Followern. Ihr positives Auftreten stand dabei im Kontrast zur ernsten Lage. „Das Leben besteht nicht nur aus Momenten, die man feiern kann“, erklärte sie.
Auch privat musste Patrice Aminati zuletzt einen Einschnitt verkraften: Ende 2025 wurde die Trennung von TV-Moderator Daniel Aminati öffentlich, nachdem beide bereits zuvor getrennt gelebt hatten.

