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Gefeierte Sängerin von einstVom Schlagerstar zur Museumschefin

Früher sang Tanja Jonak Schlager, heute führt sie ein Haus für Kunst und Kultur. Ihr Werdegang überrascht.

Die Schlagersängerin Tanja Jonak bei einem Auftritt 1987.

Die ehemalige Schlagersängerin Tanja Jonak bei einem Auftritt 1987. (Archivbild)

Mit Liedern wie „Regen auf der Haut“ hatte sie in den 1980er-Jahren und zu Beginn der 1990er-Jahre Erfolg, außerdem interpretierte sie die deutsche Fassung von Madonnas Welthit „La Isla Bonita“. Ihr Titel „Im Tal der 1000 Tränen“ brachte ihr eine Auszeichnung ein, und um ein Haar hätte sie Deutschland beim Eurovision Song Contest vertreten. Tanja Jonak war im Schlagergeschäft nah dran am großen Durchbruch.

Während andere Sängerinnen bis heute auftreten, hat sie beruflich schon vor langer Zeit eine völlig andere Richtung eingeschlagen. Kunst, Geschichte und Kultur bestimmen inzwischen ihren Alltag.

Die einstige Schlagersängerin arbeitet als Kunsthistorikerin, Drehbuchautorin und Regisseurin. Seit März 2026 steht sie an der Spitze des Hauses Rabe in Zwenkau bei Leipzig, eines bedeutenden Baudenkmals der Moderne.

Was ist aus Schlagerstar Tanja Jonak geworden?

Viele Jahre ist es her, dass sie als Schlagersängerin auf der Bühne stand – zahlreiche Fans erinnern sich aber noch immer gern an diese Zeit. Bekannt wurde Tanja Jonak 1985 durch den Wettbewerb „Star von Morgen“ des Südwestfunks. Noch im gleichen Jahr bekam sie den Nachwuchspreis der „Goldenen Stimmgabel“.

Ihr Glück versuchte sie zudem beim deutschen Vorentscheid für den Eurovision Song Contest: 1991 ging sie mit dem Lied „Hand in Hand in die Sonne“ ins Rennen und erreichte Platz sechs. Ein Jahr später, 1992, kam ihr Album „Wenn der Mond im Schatten steht“ heraus.

Bei der Musik allein blieb es beruflich jedoch nicht. Jonak wandte sich der Kunstgeschichte zu und wurde 2006 promoviert – mit einer Doktorarbeit über englische Grabdenkmäler aus dem Mittelalter. Daneben war sie als Drehbuchautorin und Regisseurin tätig, etwa bei der Animationsserie „Die Abenteuer des jungen Marco Polo“.

Neue Karriere als Kunsthistorikerin, Drehbuchautorin und Regisseurin

Wer auf ihrer Internetseite Hinweise auf ihre Zeit als Sängerin sucht, erlebt eine Überraschung: Die Schlagerkarriere wird dort mit keinem Wort erwähnt. Dr. Tanja Müller-Jonak stellt sich vielmehr als Fachfrau für multimediales Erzählen vor, die inzwischen Konzepte, Texte und Filme für Museen und Ausstellungen erarbeitet.

Auf der Seite gewährt sie Einblicke in ihre Tätigkeit und schildert, worauf es ihr bei der Vermittlung von Wissen ankommt. „Wir Menschen sind Geschichtenerzähler, und in Geschichten erklärt sich uns die Welt“, schreibt sie dort.

Ihre Konzepte für Ausstellungen, Filme und Texte sollen Informationen auf verschiedene Arten erfahrbar machen. Im Zentrum steht für sie dabei das Publikum: „Bei der Konzeption fragen wir uns nicht: Was wissen die Gelehrten? Wir fragen uns lieber: Was wollen die Besucher erfahren?“

Aus der Sängerin von „Regen auf der Haut“ und der deutschen Fassung von Madonnas „La Isla Bonita“ ist eine vielseitige Kreative geworden. Statt selbst im Rampenlicht zu stehen, entwickelt sie heute lieber Geschichten für Museen und Ausstellungen.

Ihr Lebensweg ist ungewöhnlich – und ein Beispiel dafür, welche Richtung ein Leben nehmen kann, wenn sich neue Möglichkeiten auftun. (jag)