Nach DWD-RegenberichtZDF-Meteorologe Terli kontert Klimawandel-Leugner – „wird in Zukunft krasser“

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ZDF-Meteorologe Özden Terli steht im Studio während einer Nachrichtensendung und präsentiert die Wettervorhersage.

ZDF-Meteorologe Özden Terli warnt davor, das nasseste Jahr in Deutschland seit 1881 als Zeichen gegen den Klimawandel zu sehen. Er befürchtet in Zukunft noch extremere Unwetter.

Laut DWD erlebt Deutschland das nasseste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Klimawandel-Leugner gehen auf die Barrikaden.

Der ZDF-Meteorologe Özden Terli befürchtet wegen der Rekord-Regenmengen in Deutschland in den vergangenen zwölf Monaten in Zukunft noch „krassere“ Extremwetterlagen. „Die nassesten 12 Monate seit 1881 in Deutschland, kein Wunder: Weltmeere rekordwarm damit mehr Feuchtigkeit, damit mehr Regen und auch Extremwetter“, schrieb Terli auf der Plattform X, vormals Twitter.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte zuvor einen Bericht veröffentlicht, wonach die vergangenen zwölf Monate die nassesten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen waren. In Deutschland fielen im Mittelwert pro Quadratmeter seit vergangenem Juli 1070 Liter Regen pro Quadratmeter.

Klimawandel: ZDF-Meteorologe Özden Terli erwartet „krasses“ Extremwetter – Dürre und heftiger Niederschlag

Die Ergebnisse des DWD seien zu erwarten, schrieb Terli weiter. „[Das] ist Physik. [...] Wird in Zukunft krasser“, erklärt der Meteorologe weiter und teilte zugleich mehrere Ausschnitte aus aktuellen Wetterberichten. Die Oberflächentemperaturen der Weltmeere befinden sich Anfang Juli auf einem neuen Rekordniveau.

Hurrikan Beryl hatte erst vor wenigen Tagen als erster Hurrikan Anfang Juli die Stufe fünf erreicht, Terli erwartet weitere schwere Tropenstürme in den kommenden Wochen. „Die Hurrikan-Saison im Atlantik könnte besonders heftig ausfallen. Das hat mit den Oberflächentemperaturen der Weltmeere zu tun, die seit März 2023 auf Dauer-Rekordkurs sind.“

Hurrikan Beryl erreicht Orkanböen von bis zu 300 km/h – Wahrscheinlichkeit für Hurrikan im Mittelmeer stark erhöht

Beryl war in den vergangenen Tagen mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 300 km/h und 300 Liter Regen pro Quadratmeter über die Karibik hinweggefegt und hatte schwere Schäden angerichtet. Laut aktuellen Prognosen könnte der Tropensturm am Wochenende die mexikanische Provinz Yucatan treffen, in der derzeit Tausende Touristen Urlaub machen.

Tropische Wirbelstürme können sich bereits ab einer Wassertemperatur von 27 Grad bilden, auch im Mittelmeer und im westlichen Atlantik sind sie durch den fortschreitenden Klimawandel nicht unwahrscheinlich. Erst im vergangenen Jahr wurde im Mittelmeer mit Medicane Daniel ein erster Mittelmeer-Hurrikan beobachtet.

Özden Terli: Meteorologe kritisiert Klimawandel-Leugner nach DWD-Bericht scharf

Özden Terli reagiert damit auf Kritik zahlreicher Klimawandel-Leugner, die im Bericht des DWD einen Beweis für das Ende von globaler Erwärmung sehen. „Welt“-Chefredakteur Ulf Poschardt schrieb auf X nach Veröffentlichung des Berichts: „Kann ich bitte mal alle ‚Die Dürre wird uns alle erledigen‘-Cover sehen?“

Stattdessen begünstigt der Klimawandel allerdings Extremwetterereignisse, also sowohl extreme Dürre, als auch extreme Niederschläge. Ein Beispiel dafür ist das Jahrhundert-Hochwasser in Bayern und Baden-Württemberg, durch das in mehreren Städten und Kreisen im Juni Katastrophenalarm ausgelöst wurde.

Wetter Köln und Region: Seltene Luftmassengrenze verursacht massiven Schneefall

Auch in Köln und der Region kommt es nicht erst seit der Flutkatastrophe von 2021 immer häufiger zu Extremwetterereignissen. So erreichte im Januar eine seltene Luftmassengrenze den Süden Nordrhein-Westfalens, in wenigen Stunden fielen mehrere Zentimeter Neuschnee und verursachten ein Verkehrschaos.

Erst Ende Mai hatte ein Sturmtief in der Eifel für teils extreme Regenmengen gesorgt. In Dahlem im Kreis Euskirchen fielen in einer Stunde mehr als 60 Liter Regen pro Quadratmeter. Der Kreis Ahrtal rief die Vorstufe zum Katastrophenalarm aus. (shh)

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