Dreimal Regen Alaaf!Wie Jecke möglichst trocken und bei Laune bleiben

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Ein Mann in einem Eichhörnchenkostüm und eine Frau im schwarzen Mantel stehen unter einem Regenschirm.

Mit dem Schirm zum Schunkeln – eher unpraktisch!

Die Wetterprognosen für Karneval sind bescheiden. Mit diesen Tipps trotzen Sie dem Regen, ohne Ihr Kostüm zu verbergen.

Es gibt einen Sketch von Carolin Kebekus (bei 3:35), der besonders gut zu diesen Karnevalstagen passt. Darin erinnert sich die Komikerin an eine regelrecht dramatische Kindheitserfahrung: Früher hatte Kebekus nämlich tolle Kostüme für die Karnevalsparty im Kindergarten oder in der Grundschule, „man war cool Prinzessin oder Marienkäfer oder sowas“, sagt sie. Bloß befand ihre Mutter dann: „Neeee, da muss aber noch 'ne Jacke drüber!“ Dieses verfluchte Wetter! Denn natürlich hatte Carolin Kebekus weder eine Prinzessinnen- noch eine Marienkäferjacke. Langweiliger Anorak über cooles Kostüm. Menno!

So denken viele Jecken derzeit sicherlich auch mit Blick auf die Wettervorhersage. Gut, es sah schon schlechter aus, bislang zumindest keine Sturmwarnung für Rosenmontag. Aber dafür kräftiger Regen an Weiberfastnacht in Köln, mit Regenfällen zwischen 45 und 60 Liter pro Quadratmeter, prognostiziert die Meteorologin Ines von Hollen vom Deutschen Wetterdienst. Mit etwas Glück bleibt es höchstens am Nachmittag phasenweise trocken. Auch für das Wochenende und Rosenmontag sind Schauer angesagt, dazu Temperaturen zwischen 10 und 15 Grad. Anorak über cooles Kostüm? Menno!

Nun wird es erfahrene Karnevalistinnen und Karnevalisten geben, die entsprechend vorplanen. Die haben schon im vergangenen Herbst ein Kostüm genäht oder gewählt, mit dem sie für jedes Wetter gewappnet sind. Mary Poppins mit breiter Hutkrempe und Schirmchen zum Beispiel. Oder Dusche – der Vorhang schützt optimal vor Wind und Regen, es könnte nur beim Tanzen auf Kneipenbänken etwas eng werden. Oder Tiefseetaucher und Meerjungfrau, Kostüme also, bei denen klitschnass sein zum Style dazu gehört.

Alles zum Thema Carolin Kebekus

Wer heute noch zum Karnevalsausstatter oder in einen Second-Hand-Laden eilt, könnte mit viel Glück fündig werden. Alternativ: als Regenwolke gehen. Watteberg auf den Kopf, dazu ein paar Tropfen aus blauer Pappe oder Moosgummi an Bindfäden befestigen – fertig ist das das Kostüm passend zur Großwetterlage. So ähnlich funktioniert das auch für die Verkleidung als Qualle: Watte auf einen Schirm kleben, Tentakel dazu – noch mehr Regenschutz.

Was aber mit jenen, die liebevoll Pailletten und Plüsch auf Pullis, Hosen und Röcke genäht haben? Die auf dem Karnevalsflohmarkt ein ausgedientes Funkenmariechen-Kostüm ergattern konnten? Die keine Lust haben, wie ein nasser Waschlappen an der Theke zu stehen, weil sich das Drachen- oder Löwenkostüm während des Anstehens im Regen mit Wasser vollgesogen hat?

Für die haben wir Last-Minute-Tipps zusammengestellt, wie man erfolgreich dem Regen trotzt, ohne das Kostüm verbergen zu müssen.

Der erste Tipp passt wunderbar in diese Zeit, in der die Menschen sich wieder einen stärkeren Zusammenhalt wünschen, im Großen wie im Kleinen, also auch in der Schlange vor der Ubierschänke. Im Drogeriemarkt zum Beispiel gibt es günstige Schirme, die jede und jeder einfach nach hinten weiterreichen kann, sobald man drin ist in der Kneipe, ein mobiles Vordach und Grund für ein Verzällcher gleich dazu.

Wem das nicht reicht, der kann sich für den Straßenkarneval von geübten Musik-Festival-Gästen inspirieren lassen: Gruppenkostüm Pavillon. Warum eigentlich nicht? Oder lieber einen Regenschirmhut auf die Perücke setzen? Im Keller nach einer ausgedienten Badekappe kramen? Dazu ein transparenter Müllsack oder ein durchsichtiges Regencape übers Kostüm und fertig ist der Regenschutz. Hier die Anmerkung: Den Sack und das Cape bitte nach dem Feiern wieder mit nach Hause nehmen. Die Kölner AWB, die ab Donnerstag im Dauereinsatz Straßen räumen muss, wird jedem danken, der nicht noch mehr Müll produziert (und die Umwelt dankt sowieso, klar).

Langjährige Tänzerinnen im Karneval schwören zudem auf Thermounterwäsche. Wenn man unten drunter warm angezogen ist, dann ist Regen gar nicht so schlimm, berichtet eine. Achtung auch bei allem, was abfärbt, zum Beispiel bunte Federn am Hut. Die bei regnerischem Wetter lieber entfernen oder eine Regenhaube bzw. Plastiktüte drüberziehen.

Und letztlich gilt ja sowieso: Von dem Regen lassen sich Kölnerinnen und Kölner nicht vom Schunkeln und Kamelle sammeln abhalten. Wir sind ja nicht aus Zucker, oder? Für alle, die das anders sehen, bleibt die Variante, die Carolin Kebekus' Mutter vorgezogen hat: über das Kostüm eine warme Jacke. 

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